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Familiensportler aus Bayern BMW 8er Gran Coupé gegen GT 4-Türer

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Mit dem BMW 8er Gran Coupé ist der Dritte im Bunde der 8er Reihe vom Stapel gelassen.

(Foto: BMW)

In der bayrischen Nomenklatur ist aus der Sechs die Acht geworden. Nach dem Cabrio und dem Coupé gibt es jetzt auch wieder ein Gran Coupé. Der Familiensportler könnte optisch die Geister scheiden, die Performance hingegen nicht.

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Der mächtige Bürzel am Heck des BMW 8er Gran Coupé dürfte nur die Dynamiker freuen.

(Foto: BMW)

Das neue BMW 8er Gran Coupé dürfte ob seiner Optik die Gemüter erneut in Wallung bringen. Während die einen die dritte Karosserievariante nach dem zweitürigen Coupé und dem Cabrio loben, dürfte für die anderen klar sein, dass Kühlergrill und Bürzel am Heck zu groß sind, die Schulter über den Flanken zu stark ausgeformt und ohnehin eigentlich alles nichts mehr mit einem BMW, wie man ihn kennt, zu tun hat.

Andererseits erfüllt das 8er Gran Coupé alle Attribute seiner Gattung: lange Schnauze, zurückgesetztes Greenhouse, extrem abfallende Dachlinie und eben die Spoiler-Verlängerung am Heck. BMW selbst bezeichnet das dritte Modell der Baureihe jedenfalls als "Sportwagen mit individuellem Charakter". Um aber die Kaufwilligen ab September in den Bann zu schlagen, haben die Bayern dem Gran Coupé, das mit aller Macht auch gegen den GT 4-Türer von Mercedes und den Porsche Panamera GTS anfahren dürfte, noch einiges beigegeben.

Der familienfreundliche Sportwagen

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Sportgefühle gibt es auch für die Reisenden im Fond des BMW 8er Gran Coupé.

(Foto: BMW)

Mit vier Einzelsitzen will das 8er Gran Coupé, ebenso wie die genannte Konkurrenz, die familienfreundliche Alternative eines Sportwagens sein. Die Voraussetzungen sind jedenfalls geschaffen: Die neue Variante überragt das 8er Cabrio und das 8er Coupé nicht nur bei Radstand und Höhe, auch die Spurweite am Heck ist 28 Millimeter breiter. Für eine verbesserte Kopffreiheit wurde die Windschutzscheibe etwas steiler angestellt, so dass die Dachlinie in allen Sitzbereichen größer ausfällt. In der zweiten Reihe gibt es sogar eine Art Notsitz in der Mitte, was BMW hier von einem "4+1-Sitzer" sprechen lässt. Aber ganz ehrlich, mit dem Kardantunnel zwischen den Beinen möchte hier keiner gerne sitzen.

Wichtig für den Familienbetrieb ist natürlich auch das Gepäckabteil. Das misst unter dem Bürzel immerhin 440 Liter. Allerdings muss das Ladegut - und auch das ist bauartbedingt - über eine hohe Ladekante im Kofferraum versenkt werden. Wer nur zu zweit die Reise antritt, kann die Fondsitzlehne im Verhältnis 40:20:40 vom Gepäckraum aus umklappen. Auf welche Maße das Volumen anwächst, wenn die Lehne flachgemacht wurde, verrät BMW nicht, aber so viel, dass 440 Liter von drei Golfbags gefüllt werden.

Erstmals Reihensechszylinder-Benziner

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440 Liter Kofferraumvolumen im 8er Gran Coupé reichen laut BMW für drei Golfbags.

(Foto: BMW)

Auf den Golfplatz geht es auf Wunsch dann mit dem erstmals in der 8er-Familie verbauten Reihen-Sechszylinder-Benziner. Das 340 PS starke 3,0-Liter-Triebwerk ist mit Hinterrad- und Allradantrieb kombinierbar und verspricht ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmetern. Der in der Nomenklatur als 840i Gran Coupé geführte Sportler soll, über alle vier Räder angetrieben, in 4,9 Sekunden Landstraßentempo erreicht haben. Über ihm rangiert als Topmotorisierung der aus dem Coupé und Cabrio bekannte V8-Benziner, der seine 530 PS aus 4,4 Litern Hubraum schöpft und ein maximales Drehmoment von 750 Newtonmetern generiert, das über eine 8-Gang-Automatik an alle vier Räder verteilt wird. Mit dem 850i braucht es lediglich 3,9 Sekunden bis auf Tempo 100.  

Überraschend ist, dass BMW als einziger Hersteller in diesem Segment auch ein Dieseltriebwerk anbietet. Der 3,0 Liter große Reihensechszylinder-Diesel mit TwinPower Turbo Technologie des 840d schickt 320 Pferde auf die Weide und stellt 680 Newtonmeter zur Verfügung. Für den Standardsprint versprechen die Bayern hier 5,1 Sekunden und im Datenblatt ist ein Durchschnittsverbrauch von 6,3 Litern verzeichnet. Ob das zu halten ist, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass alle drei für das 8er Gran Coupé angebotenen Motorisierungen die Abgasnorm Euro 6d-Temp erfüllen.

Auf Sport getrimmt

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Das Innenleben teilt sich das Gran Coupé mit den 8er-Brüdern.

(Foto: BMW)

Für das Fahrverhalten verspricht BMW für das 8er Gran Coupé pures Rennstrecken-Gefühl und bemisst das an den bereits mit dem M8 GTE gesammelten Erfahrungen auf dem Rundkurs. So gibt es unter anderen Torsionsstreben an Vorder- und ein Schubfeld an der Hinterachse und ein in Serie verbautes adaptives M-Sport-Fahrwerk. Hinzu kommt eine integrale Aktivlenkung, wobei das Mitlenken der Hinterräder geschwindigkeitsabhängig geregelt wird. Für entsprechende Haftung sorgen 245er Schluffen an der Front und 275er Pneus am Heck. Die Gummis sind in Serie auf 18-Zoll-Felgen gespannt. Optional lassen sich aber 19- oder 20-Zöller in die Radhäuser stellen.

Mit Blick auf die Technik bedient sich das 8er Gran Coupé großzügig in den gut gefüllten BMW-Regalen. Auf Wunsch gibt es adaptive LED-Scheinwerfer mit Laser-Fernlicht, zahlreiche technische Assistenten, die Kollisionen aus jedweden Winkel vermeiden helfen, und natürlich das neueste Infotainment-System mit Sprachsteuerung und digitalen Instrumenten. Außerdem gibt es eine Reihe automatisierter Fahrfunktionen. Dazu gehört auch ein Rückfahrassistent, der eine zurückgelegte Strecke über 50 Meter selbständig in der Gegenrichtung repetieren kann. Eine praktische Beigabe, wenn man sich zum Beispiel in der Tiefgarageneinfahrt verhaspelt hat.

*Datenschutz

Das 8er Gran Coupé dürfte übrigens das erste Modell der Reihe sein, das unter 100.000 Euro startet. Allerdings ist angesichts der oben aufgeführten Angaben nicht anzunehmen, dass viele der Sport-Coupés für diesen Preis die BMS-Schauräume verlassen werden.

Quelle: n-tv.de

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