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Aus für den GLC F-Cell Daimler legt Brennstoffzellen-SUV auf Eis

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Der GLC F-Cell sollte so etwas wie der Heilsbringer in der SUV-Riege der Stuttgarter werden.

(Foto: Daimler AG)

Noch vor zwei Jahren schien die Brennstoffzellen-Technologie auch bei Mercedes eine Möglichkeit, dem Klimawandel zu begegnen und umweltfreundliche Fahrzeuge mit großer Reichweite zu bauen. Jetzt wurde das bis dahin einzige entwickelte Fahrzeug auf Eis gelegt.

So richtig konsequent schien der Mercedes GLC F-Cell bereits bei seiner ersten Präsentation nicht. Jetzt, im Zuge der Corona-Krise geben die Stuttgarter bekannt, dass sie die Entwicklung von Brennstoffzellen-Technik für die Pkw-Sparte vorläufig komplett einstellen. Zur Begründung heißt es, "dass Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb aufgrund der schwierigen Marktbedingungen und deshalb ausbleibender Skalierungseffekte preislich mit batterieelektrischen Fahrzeugen derzeit und auch mittelfristig nicht mithalten können", erklärte ein Sprecher des Konzerns.

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F-Cell wird es bei Mercedes perspektivisch nur in der Lkw-Sparte geben.

(Foto: Daimler AG)

Entsprechend wolle man die Produktion des einzigen Brennstoffzellen-Pkw-Modells, dem 2018 eingeführten GLC F-Cell, bereits zeitnah beenden. Die Produktion des GLC F-Cell unter Manufakturbedingungen war von vornherein in nur kleiner Stückzahl geplant. Zudem hatte man sich in Stuttgart auch noch keine Gedanken gemacht, wie das Fahrzeug dem Kunden schmackhaft gemacht werden soll. In den freien Verkauf wollte Daimler mit dem Brennstoffzellen-SUV nicht gehen, aber auch eine Miete oder Leasing wurde nicht verbindlich angeboten.

Technik ist skalierbar

Doch mit dem Aus des GLC F-Cell will Daimler die Entwicklung der Brennstoffzellen-Technik für den Serieneinsatz nicht auf Eis legen. Vielmehr will man in Stuttgart den Fokus für Wasserstofffahrzeuge in Richtung Lastkraftwagen verschieben. So hat die Lkw-Sparte des Stuttgarter Autobauers in dieser Woche angekündigt, bis zum Ende des Jahrzehnts gemeinsam mit dem Konkurrenten Volvo Trucks, in einem noch zu gründenden 50:50-Joint-Venture, Wasserstoff-Lastwagen zur Serienreife bringen zu wollen.

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Daimler setzt auf eine skalierbare Brennstoffzellen-Technik.

(Foto: Daimler AG)

Dabei wollen die Stuttgarter auf die Entwicklungen zurückgreifen, die bereits mit dem GLC F-Cell gemacht wurden. "Die Brennstoffzellen-Technik des GLC F-Cell", so Daimler, "ist so ausgelegt, dass sie bei entsprechender Skalierung auch große Lastwagen antreiben kann". Zudem sehe man ohnehin für eine Anwendung in Lkw derzeit die größeren Marktchancen, heißt es weiter.

Generell will Daimler nicht ausschließen, in Zukunft auch wieder Pkw mit Brennstoffzellen-Antrieb zu produzieren. Künftige Entwicklungen bei der Brennstoffzellen-Technik in der Lkw-Sparte könnten in einigen Jahren auch beim Antrieb kleinerer Fahrzeuge ihre Anwendung finden. Doch in der aktuellen Dekade ist ein solcher Schritt nach Ansicht des Unternehmens eher unwahrscheinlich.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x