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So günstig wie VerbrennerErste Fahrt mit Prototyp des Skoda Epiq - kleiner Tscheche kommt

09.02.2026, 09:34 Uhr Patrick-portraetfotoVon Patrick Broich, Porto
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Der neue Skoda Epiq macht trotz farbenfroher Tarnung einen durchaus erwachsenen Eindruck. Mehr Informationen wird es dann Mitte des Jahres geben. (Foto: Patrick Broich)

Der Volkswagen-Konzern macht sich daran, mehr Elektromobilität in die Breite zu bringen. Dazu starten in den nächsten Monaten die Verkäufe diverser Kleinwagen-Ableger. ntv.de hat das SUV Skoda Epiq als noch getarnten Entwickler probegefahren.

In den Entwicklungsabteilungen für das Kleinwagensegment des Volkswagen-Konzerns gibt es aktuell jede Menge zu tun. Ziel: mehr rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge auf Europas Straßen bringen. Und neben Cupra Raval und VW ID.Polo soll auch ein tschechischer Ableger der neuen Kleinwagen-Klasse auf Kundenfang gehen. ntv.de hatte das Vergnügen, dieses SUV bereits auszuführen.

Wie der auf den Namen Epiq hörende Fronttriebler aussieht, ist freilich noch geheim. Stattdessen haben die Skoda-Strategen die Erprobungsflotte mit bunter Folie beklebt, um damit Assoziationen an bunte Süßigkeiten zu wecken. Cooler Move als Blickfänger. Aber so kindlich-verspielt, wie die Tschechen ihre Antwort auf den später noch folgenden VW ID.Cross verstanden wissen wollen, ist der Epiq gar nicht. Schließlich misst das auf der MEB-Plus-Plattform (Modularer Elektrobaukasten) basierende Vehikel immerhin 4,17 Meter. Und auch wenn das Produktteam noch keinen Blick auf die Innenarchitektur gewährt, darf man bereits feststellen, dass das Raumangebot sogar familientauglich ist.

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Dank der Tarnung kann man nicht genau sagen, wie der Epiq genau aussehen wird. (Foto: Patrick Broich)

Dass Skoda für die erste Fahrt mit den Entwicklern den Epiq 55 vorsah, liegt nahe. Die stärkste Version macht eben Laune. Wobei das auch nach hinten losgehen kann, schließlich treibt die bissige Permanentmagnet-Synchronmaschine mit der Kennung APP290 (das Buchstabenkürzel steht für die achsparallele Position) bei den "MEB+" im Kleinwagen-Segment die Vorderräder an. Und da die kräftigste Ausgabe mit 211 PS und 290 Newtonmetern auf die Pneus boostet, kann man selbst auf trockenem Asphalt mit etwas Lenkwinkel Schlupf erzeugen. Und das funktioniert auch in der Praxis - da schwingen alte GTI- und natürlich auch RS-Vibes mit.

Epiq-Topmodell ist Leistungskracher

Klingt nicht gerade nach Vernunft-Lösung. Doch es muss ja nicht unbedingt die Spitzenvariante sein. Mit Epiq 35 oder 40 bringen die Tschechen auch beschaulichere Ausbaustufen mit 115 respektive 135 PS - dann schon eher passend zum Segment, das sich in erster Linie an schmalere Budgets wendet. Wie diese Versionen fahren, muss dann später begutachtet werden. Aber manche technischen Merkmale beziehungsweise deren Auswirkungen lassen sich auch übertragen. Wie das Bremsgefühl, das jetzt in der Tat verbindlicher wirkt. Liegt an einer neuen "mechatronischen Einheit", wie es Skoda im Pressetext formuliert: Die Techniker haben den Bremskraftverstärker und das Stabilitätsprogramm zusammengelegt.

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Mit 4,17 Metern ist der Epiq keineswegs sonderlich kurz. Dank der Höhe wirkt er erwachsen und bietet auch nicht wenig Platz. (Foto: Patrick Broich)

Neue Assistenten sollen das Fahren im Alltag außerdem komfortabler machen. Und damit sind keine nervigen Vorrichtungen mit hohem Alarm-Faktor gemeint, sondern beispielsweise eine Erweiterung des aktiven Tempomaten um eine Stoppfunktion an roten Ampeln, wie sie auch bei BMW schon zu finden ist.

Erste Runden mit dem noch verhüllten Epiq bescheinigen dem Tschechen jedenfalls ein ausgewogenes und recht quirliges Fahrverhalten (angesichts der Leistung natürlich kein Wunder). Für ein batterieelektrisches Konstrukt ist der Kleinwagen übrigens leicht mit 1,5 Tonnen. Hier spielt auch der Switch auf Frontantrieb eine Rolle. Durch den Wegfall des Triebwerks im Heckbereich werden Versteifungen obsolet. Dass man an der Hinterachse zur günstigeren Verbundlenker-Lösung greift, stört in diesem Nutzungskontext kaum.

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Kurzer Halt auf dem Parkplatz mit der Entwicklungsflotte. Die bunt folierten Epiq erzeugen Aufmerksamkeit. (Foto: Patrick Broich)

Apropos Nutzung. Skoda wäre nicht Skoda, wenn sich die Tschechen nicht ständig fleißig neue der sogenannten Simply-clever-Details ausdenken würden. Der obligatorisch mitgelieferte Eiskratzer hockt bei den batterieelektrischen Varianten im Kofferraum statt im Ladeanschlussdeckel - so auch beim Epiq.

Und der Gepäckraum hält eine flexible Tasche für das Typ-2-Ladekabel bereit, die an einem dafür vorgesehenen Haken aufgehängt werden kann. Ansonsten dürfen 475 Liter Grundvolumen (stehende Rücksitzlehne) als reisetauglich gelten für genügend Hartschalenkoffer, um auf einem Urlaubstrip nicht mit Einschränkungen kämpfen zu müssen.

Lass dennoch über Einschränkungen sprechen: Ausschließlich die stärkste Variante kommt laut dem aktuellen Datenblatt mit der 52-kWh-NMC-Batterie (Nettokapazität) um die Ecke mit 430 Kilometern WLTP-Reichweite. Wer weniger Motorleistung möchte, bekommt aus Kostengründen einen Lithium-Eisenphosphat-Akku, was auch in Ordnung ist. Aber in diesem Fall gibt es bloß 37 kWh Nettokapazität - gut für gerade einmal 315 Kilometer nach WLTP-Disziplin. Bekanntermaßen schmilzt diese bei häufiger Autobahnnutzung zusammen, da kann sich der Kunde im Falle längerer Etappen auf fleißige Ladetätigkeit einstellen. Immerhin nennt der Hersteller für den Epiq 40 akzeptable 28 Minuten für den Ladehub von 10 auf 80 Prozent.

Und wie viel soll der Epiq kosten? Man munkelt von etwas mehr als 25.000 Euro - also er soll auf preislicher Augenhöhe mit dem Verbrennermodell Kamiq rangieren. Wie das Serienmodell aussehen wird, soll noch etliche Monate lang ein Geheimnis bleiben. Mitte des Jahres möchte Škoda den elektrischen Epiq enthüllen.

Quelle: ntv.de

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