Auto

Kult im New-Edge-Design von 1996Ford Ka - mit Kanten vs. Kulleraugen zum Erfolgsmodell

12.04.2026, 09:59 Uhr
00:00 / 22:29
Kult-im-New-Edge-Design-Der-kleine-Ford-Ka-konterte-den-rundlichen-Renault-Twingo-1996-mit-scharfen-Kanten-dreieckigen-Elementen-und-unlackierten-Kunststoffstossfaengern
Der kleine Ford Ka konterte den rundlichen Renault Twingo 1996 mit scharfen Kanten, dreieckigen Elementen und unlackierten Kunststoffstoßfängern. (Foto: Ford)

Ford ohne Kleinwagen kriselt - ob der Konzern das Rad 30 Jahre zurückdrehen sollte? Damals demonstrierte der Ford Ka, zu welch großen Stückzahlen ein winziges Designwunder auflaufen kann.

Heute sind es vor allem nutzwertige Transporter wie der Transit, die Ford in Europa Erfolg bringen. Da mutet der Blick in die 1990er Jahre fast nostalgisch an, damals als der erste Ford Focus als zeitweise meistverkaufter Pkw der Welt Geschichte schrieb und der kleine Ford Ka ab 1996 als charismatischer Anti-Twingo und Kunstobjekt Kultstatus gewann.

Tatsächlich waren es die rundlich gestylten Mini-Flitzer Fiat Cinquecento und der obendrein aus niedlichen Kuller-Scheinwerferaugen schauende Renault Twingo, die 1992 den Entwicklungsstart des 3,62 Meter kurzen Klassenkollegen Ford Ka initiierten. Obwohl sich der Ka aus Kostengründen wesentliche Teile seiner technischen Architektur mit dem größeren Ford Fiesta teilte, kreierte Europa-Designchef Claude Lobo einen Kleinstwagen, wie es so noch keinen gab, mit scharfen Kanten, dreieckigen Elementen, Rundbögen und unlackierten Kunststoffstoßfängern. "New Edge Design" nannte Ford diese polarisierenden Konturen, die zum Hingucker avancierten und den Ka mit Coolness aufluden - im Kontrast zum kuscheligen Kindchenschema der etablierten Stadtautos.

Schoener-Sonnenstuermer-Der-zweisitzige-Ford-Streetka-kam-2003-in-den-Handel-und-reuessierte-als-Micro-Roadster
Der zweisitzige Ford Streetka kam 2003 in den Handel und reüssierte als Micro-Roadster. (Foto: Ford)

Inspiriert von Idee des Ur-Mini

Claude Lobo hatte sich nach eigener Aussage von der Idee des Ur-Mini inspirieren lassen: Der Ka sollte wie der Engländer einen unvergleichbaren Auftritt zeigen, der das sonst übliche spätere Midlife-Facelift überflüssig machte. Nachdem die Publikumsresonanz auf einen 1994 gezeigten Ka-Prototyp positiv war, wagte das Ford-Management den Serienstart - und wurde belohnt. Der Ka avancierte zum Millionseller, wurde von Künstlern veredelt, überraschte als Roadster Streetka und festigte Fords vorübergehenden Nimbus als Designmarke. Jetzt erreichen frühe Ford Ka den Oldtimerstatus, ohne so alt auszusehen.

Mit dem in Spanien gebauten Fiesta hatte sich Ford ab 1976 einen Ruf als Spezialist für moderne Kleinwagen erworben, 20 Jahre später sollte der Ka diese Expertise auf "eine neue eigene Klasse übertragen, das Sub-B-Segment", wie eine Pressemitteilung großspurig erläuterte. Wirklich neu waren diese Minicars nicht - sogar damals bereits angejahrte Design-Ikonen wie der 3,40 Meter kurze Fiat Panda von 1980 und sein Seat-Klon Marbella zeigten noch Flagge.

Kanten und Schwünge trafen den Zeitgeist

Aber von den Deutschen hatte bislang keiner den Mut gehabt, eine der vielen Stadtauto-Studien wie VW Chico oder den Opel Maxx in Serie zu bringen. Anders Ford, die Kölner machten aus einer leicht rundlichen und aus Froschaugen blickenden Ka-Studie von 1994 ein Volumenmodell, dessen formale Kanten und Schwünge den Zeitgeist ins Herz trafen. Für Chef-Couturier Claude Lobo das Signal, den größeren Ford Focus 1998 in noch eigenwilligeren New-Edge-Konturen zu inszenieren und tatsächlich: Der Focus wurde Weltmeister als zeitweise global meistproduzierter Pkw.

In den Städten waren in den 1990ern zunehmend Stauqualitäten gefragt, Komfort musste nun auch in Kleinwagen sein, zugleich schickes Design für den Auftritt vor Boutique, Shoppingcenter, Schule und Kindergarten: Charmante Minicars waren en vogue, sperrige SUV als Kindertransporter noch Zukunft. Renault hatte dazu das Van-Konzept ins Format des Twingo mit 2,35 Meter Radstand geschrumpft, Ford versuchte mit dem Ka einen anderen Weg.

Gokart-Vergleich wurde gern genutzt

Dank des unverändert vom Fiesta übernommenen Radstands (2,45 Meter) bot der äußerlich um 20 Zentimeter gekürzte Ka innen genügend Raum für alle Kurzstreckenaufgaben und gleichzeitig ein agiles Fahrverhalten, das Fachjournalisten zum gern genutzten Gokart-Vergleich animierte. Dafür genügten dem nur gut 940 Kilo wiegenden Ka anfangs 37 kW/50 PS oder 44 kW/60 PS: Vergleichbare Fiesta oder VW Polo waren beim Ampelsprint chancenlos, und den Mini Cooper scheuchte der Ford von der linken Autobahnspur.

Eigentlich aber war der Ka nicht zum Rasen gedacht, auch wenn die Briten eine Nachwuchsrennserie auflegten, sondern zum Fahren im flotten Flow der Musikhymnen, die aus dem stylishen Ford-Radio 6000 klangen: An der Spitze der deutschen Charts standen 1996 Los del Rio mit "Macarena", Fool's Garden mit "Lemon Tree" und Faithless mit "Insomnia", nicht zu vergessen die Welthits wie "Wannabe" der Spice Girls.

Kreatives-Design-fuer-kreative-Konzepte-Der-Ford-Ka-Pickup-als-Prototyp-in-Regenbogenfarben-fuer-Paraden-wie-den-Koelner-Christopher-Street-Day
Der Ford Ka Pickup als Prototyp in Regenbogenfarben für Paraden wie den Kölner Christopher Street Day. (Foto: Autodrom)

Gefeiertes Art Car

Ford wusste damals, wie Kleinwagen-Erfolg geht, vielleicht weil der Fiesta als Frauenversteher, Sportler und Kunstobjekt den Weg gezeigt hatte. Als Goldener Vogel von HA Schult war der Fiesta ein gefeiertes Kölner Art Car, und der Ford Ka im vielfach preisgekrönten New-Edge-Design sollte diesen Weg wiederholen. Ford baute deshalb einen schrillen Ka Pickup, der in Regenbogenfarben bei Paraden wie dem Kölner Christopher Street Day für Furore sorgte.

Der britische Künstler Rob Scott realisierte die Kunstinstallation "Kaquarium", die in Restaurants auf Tournee ging; in Barcelona begeisterte eine 270 Meter lange Skulptur aus Ford-Ka-Teilen, in den Niederlanden gestalteten Künstler zwölf unterschiedliche Art Cars, die in kleiner Serie gebaut wurden - und in Deutschland war es einmal mehr der Künstler HA Schult, der 50 "Kugel Ka" mit Weltkugel und Kölner Motiven gestaltete sowie fünf "Loveletter Ka", die von der Deutschen Post verlost wurden. So viel Kunst-Hype konnte nicht einmal Renault um den Twingo generieren.

Individualisierung-via-Sondermodelle-Der-Ford-Ka-verdankte-seine-Popularitaet-auch-vielen-preiswerten-Editionen-wie-dem-Ka-Lufthansa-von-1997
Individualisierung via Sondermodelle: Der Ford Ka verdankte seine Popularität auch vielen preiswerten Editionen, wie dem Ka Lufthansa von 1997. (Foto: Ford)

Etwa 40 Sonder-Editionen

Gleiches galt für die Sondermodelle: In rund 40 Editionen gab es den Ka, das war Rekord im Segment der Stadtflitzer. Vom Ka Color Line, über den Goldbären-Ka, Lufthansa-Ka und Ka-Ribik bis zum Capri reichte die Palette. Neues Begehren weckten 2003 der 70 kW/95 PS starke Sportka und der bei Pininfarina realisierte Roadster Streetka. Nur in kleiner Auflage entstanden allerdings Antriebsspezialitäten wie ein Erdgas-Ka, und der elektrische e-Ka blieb ein Prototyp.

Designer Lobos Prognose stimmte: Der Ka benötigte kein Facelift, um zwölf Jahre frisch zu bleiben; kleine Kosmetik wie in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger genügte, um neuen Konkurrenten wie dem VW Lupo Kontra zu geben. Nicht einmal schlechte Platzierungen in Pannenstatistiken bremsten den Absatz des Ka ein - und so legte Ford nach knapp 1,5 Millionen Einheiten 2008 eine zweite, vollkommen neue Generation des Ka auf.

Brachte-Farbe-auf-die-Strassen-der-Grossstadt-der-1998-eingefuehrte-Ford-Ka-Color-Line
Brachte Farbe auf die Straßen der Großstadt: der 1998 eingeführte Ford Ka Color Line. (Foto: Ford)

Diesmal reduzierte Ford die Entwicklungskosten durch eine Kooperation mit Fiat: Auf der Architektur des Panda entstanden der Fiat 500 und der 3,62 Meter kurze zweite Ka; beide wurden gemeinsam in einem Werk in Polen produziert. Zum coolen Designobjekt taugte der unter Martin Smith im neuen, beliebigeren Kinetic-Design gezeichnete Ka II nicht mehr, dieses Schicksal teilte der kleinste Ford mit dem zweiten Renault Twingo. Aber der in frisch-bunten Farben angebotene Ka bot eine Basismotorisierung zu Preisen von unter 10.000 Euro, optional gab es erstmals Diesel, das genügte im dichter besetzten Konkurrenzumfeld für respektable Absatzzahlen.

2020 wird das Aus beschlossen

Als jedoch 2016 der dritte, auf fast vier Meter gewachsene und fünftürige Ka+ aus indischer Produktion mit einem Allerweltsdesign vorfuhr, konnte er neben dem kaum größeren Fiesta nicht länger punkten. Trotzdem stimmte das 2020 verfügte Aus für diesen Mainstream-Ka viele Ford-Fans traurig - wohl, weil es wehmütige Erinnerungen an die Designrevolution von 1996 weckte.

In-zweiter-Generation-startete-der-Ford-Ka-im-Jahr-2008-das-Fahrzeug-wurde-gemeinsam-mit-dem-Fiat-500-entwickelt-und-in-Polen-produziert
In zweiter Generation startete der Ford Ka im Jahr 2008, das Fahrzeug wurde gemeinsam mit dem Fiat 500 entwickelt und in Polen produziert. (Foto: Ford)

Chronik

1976: Als erster Ford-Kleinwagen geht der Fiesta in Produktion

1983: Die zweite Generation des Ford Fiesta, Typ FBD, kommt in den Handel

1989: Die dritte Generation des Ford Fiesta, Typ GFJ, geht in Serie

1991: Der jährliche Gesamtabsatz der Ford-Werke AG überschreitet die Millionenmarke. Fiat lanciert den Typ Cinquecento erfolgreich als neues A-Segment-Modell und verkauft davon 200.000 Einheiten im ersten Jahr, ein Denkanstoß für Ford

1992: Als Renault den Twingo als erfolgreiches A-Segment-Modell einführt, startet Ford die Forschung an einem eigenen A-Segment-Modell, dem künftigen Ka

1993: Die Designentwicklung des neuen "Baby-Ford" beginnt auf der Plattform des Fiesta

1994: Seit diesem Jahr ist das Ford-Forschungszentrum Aachen einziger Forschungsstandort der Ford Motor Company außerhalb der USA. Der Ford Ka wird als Concept Car im März auf dem Genfer Salon vorgestellt, das Design des Concepts überrascht mit runden "Frosch"-Scheinwerfern, rundlichem Heckfenster und insgesamt weicheren, rundlichen Linien

1995: Der Ford Fiesta, 4. Generation, Typ JBS/JAS, läuft an und liefert die technische Basis für den Ford Ka. Ford zeigt den bei Ghia realisierten Roadster Saetta im New Edge Design und frühen Vorboten des Ford Streetka

1996: Mit dem kleinen Ka bringt Ford im September das "New-Edge-Design" mit Rundungen, Schwüngen, Kanten und Winkeln in Serie. Der Ford Ka soll eine neue, eigene Klasse begründen, das "Sub B"-Segment, tritt aber auch als Alternative zum Renault Twingo an. Der mit 2,45 Meter ungewöhnlich lange Radstand des 3,62 Meter kurzen Ka trägt zum großzügigen Platzangebot des Viersitzers bei. Der Ka verfügt aus Kostengründen nicht über eine vollverzinkte Karosserie, deshalb gewährt Ford nur sechs statt wie sonst zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostungsschäden. Die Preise für den Ka beginnen mit 44 kW/60 PS bei 18.150 Mark, mit 37 kW/50 PS bei 16.750 Mark. Produziert wird das Auto in Valencia/Spanien. Im November erstes Ka-Sondermodell "1st Edition Ka". Der Ka gewinnt Designpreise in Italien ("Schönstes Auto der Welt" laut der Jury von "Automobilia"), in Kroatien ("Car of the Year Design Award"), in den USA (Amerikanischer Preis für Industriedesign 2000) und in Japan ("Golden Marker Award")

1997: Ford Köln baut einen Ka Pickup als Prototyp, der in Schwarz und Regenbogenfarben lackiert bei Paraden wie dem Kölner Christopher Street Day eingesetzt wird. Der britische Künstler Rob Scott realisiert die Kunstinstallation "Kaquarium", die in Restaurants gezeigt wird. Das Ka Sondermodell "Ka met een grote Ka" wird in den Niederlanden vom Künstler Milou Hermes entworfen und in 700 Einheiten verkauft; im Jahr 1999 folgt ein weiteres Sondermodell, allerdings von der Künstlerin Marthe Rölig gestaltet; im Jahr 2000 folgt ein Ka von Eugene Brands und weitere Kunst-Editionen bis 2008. Die spanischen Künstler Pedro Morillo und Ricardo Ruiz entwerfen eine 270 Meter lange Skulptur (Ka - konzeptionelle Balance) aus 2.000 Ford-Ka-Teilen, die in der Fußgängerzone von Barcelona ausgestellt wird. Neu im Ka ist ab Januar ein optionales 4-Kanal-ABS-Bremssystem für den Ka. Im März erscheint das Sondermodell Ka Edition Lufthansa, im Mai das Sondermodell Edition Pro 7, im Juli das Sondermodell Ka1. Ab Oktober ist der Beifahrer-Airbag im Ka Serie

1998: Köln wird der Sitz der Verwaltung von Ford Europa. Ford Deutschland gelingt mit dem neuen Focus (Nachfolger des Escort) im New Edge Design der bisher kommerziell größte Erfolg, denn das kompakte Modell avanciert 1998 zum meistverkauften Auto der Welt. Auf dem Turiner Salon zeigt Ford die bei Ghia realisierte Studie Turing Ka; ein viertüriger, um 43 Zentimeter verlängerter Ka mit 1,7-Liter-Motor aus dem Ford Puma. Neu sind außerdem die Sondermodelle Ka Color Line (Januar), Ka Blueline 1 sowie Ka Blueline 2 und Ka Kool (Februar), K2 (April), Ka Tropika (Oktober) und Edition K2 Snow (November). In Großbritannien startet mit der "Ka Rally" eine Motorsportnachwuchsserie. Der Ka Step 1 debütiert als Prototyp mit 160-PS-Dieselmotor auf der London Motor Show

1999: In Köln läuft das 30.000.000. Fahrzeug der Ford-Werke AG vom Band, ein Fiesta. Der Ford Fiesta 5. Generation, Typ JBS/JAS, startet. Ab Februar ist der Ka optional mit Stoßfängern in Wagenfarbe lieferbar. Neu sind außerdem die Sondermodelle Ka Collection und Ka Collection II (beide ab März) und Ka D2 Call-Ya (April). Ab Oktober ist die Servolenkung Serie, aber der 50-PS-Motor wird aus dem Programm gestrichen. Der deutsche Künstler HA Schult (bekannt durch den Ford Fiesta als "Goldenen Vogel" auf dem Kölner Stadtmuseum) fertigt 50 "Kugel Ka", die an einen Globus erinnern sollen und Motive aus Köln zeigen. Der Ford Ka wird in die Ausstellung des Museum of Modern Art, New York, aufgenommen. Der Ford Ka wird auch in Japan eingeführt. Nachdem Mazda vom 121 eine Haribo-Edition herausgab, folgt nun ein Goldbären-Ka, bei dem Haribo 50 Ka mit Goldbären-Motiven dekoriert

Aufwertung-Ab-1999-ist-der-Ford-Ka-optional-mit-elektrischem-Faltschiebedach-und-in-Wagenfarbe-lackierten-Stossfaengern-im-Angebot
Ab 1999 ist der Ford Ka optional mit elektrischem Faltschiebedach und in Wagenfarbe lackierten Stoßfängern im Angebot. (Foto: Ford)

2000: Ab Februar gibt es den Ka mit Seitenairbags. Neue Sondermodelle Ka Futura (Februar) und Ka Royal (August). Ab April gibt es alle Modelle mit elektrischem Faltschiebedach. Das zweisitzige Cabrio Streetka wird als Studie vorgestellt. Der Streetka nutzt die technische Architektur des Ka. Mit dem französischen Batteriehersteller Saft realisiert Ford den e-Ka mit 65 kW starkem Elektromotor und einem Lithium-Onen-Akku, der 150 Kilometer Reichweite ermöglicht

2001: Der zehnmillionste Ford Fiesta läuft im Werk in Köln vom Band. Der sechste Ford Fiesta, Typ JH1/JD3 wird vorgestellt und bis 2008 gebaut. Der Ford Ka nutzt jedoch weiterhin die Architektur der beiden vorhergehenden Fiesta-Generationen. Die Sondermodelle Ka Futura ² und Ka-ribik erscheinen im März, im August folgen die Sondermodelle Capri, Finesse und Futura. Neu ist der CNG-Ka mit Erdgasantrieb, zunächst als Prototyp. Ab Sommer bietet Ford gegen rund 5.600 Mark Aufpreis die Umrüstung neuer Ka auf bivalenten Erdgasantrieb an. Als Studie debütiert der Ford Motion Ka, ein Strand- und Freizeitfahrzeug, das nach Idee von Studenten der Universität Essen gebaut wird. Der Künstler HA Schult gestaltet fünf "Loveletter Ka", die von der Deutschen Post verlost werden

Der-einmillionste-Ford-Ka-lief-2002-im-spanischen-Ford-Werk-Valencia-vom-Band
Der einmillionste Ford Ka lief 2002 im spanischen Ford-Werk Valencia vom Band. (Foto: Ford)

2002: Erstmals verzeichnet Köln drei Modell-Anläufe in weniger als einem Jahr, den Ford Fiesta als Dreitürer und Fünftürer sowie den Ford Fusion. Der einmillionste Ford Ka läuft im Ford-Werk in Valencia/Spanien vom Band. Damit unterstreicht der Ford Ka knapp sechs Jahre nach seinem Debüt beim Pariser Autosalon seine ungebrochene Beliebtheit in Europa. Gleichzeitig gelingt es ihm, Kunden zu finden, die vorher kein Ford-Modell fuhren. Rund 65 Prozent der Ka-Besitzer sind Neukunden für Ford; dies ist eine Quote, die kein anderes Ford-Modell erreichte. Im Oktober ersetzt ein neuer 1,3-Liter-Duratec-8V-Motor den bisherigen Endura-E-Motor, dies in zwei Leistungsstufen mit 44 kW/60 PS und 51 kW/70 PS. Auf dem Pariser Salon debütiert der Sportka

Kleiner-Kraftzwerg-Der-Ford-Sportka-punktete-2003-mit-95-PS-Leistung
Der Ford Sportka punktete 2003 mit 95 PS Leistung. (Foto: Ford)

2003: Serienstart des Ford Streetka im März zu Preisen ab 16.500 Euro und in der zweiten Jahreshälfte des Modells Sportka mit 70 kW/95 PS starkem 1,6-Liter-Duratec-Vierzylinder; Sondermodell Ka Viva

2004: Die heutige Ford-Werke GmbH entsteht aus der Umwandlung der Rechtsform in eine GmbH. Sondermodell Ka Viva X

2005: Der Ka Student fährt als Sondermodell zu Preisen ab nur 7.990 Euro an den Start. Im Februar präsentiert sich der Ford Ka auf dem Amsterdamer Autosalon mit verfeinerten Design-Details, dazu zählen neue Stoßfänger, ein neu gestalteter Armaturenträger im Cockpit und aufgefrischte Farben und Polster. Die Produktion des Streetka läuft im Juli nach 37.000 Fahrzeugen aus, da Pininfarina die Kapazitäten unter anderem für die Produktion des neuen Ford-Focus-Cabrios benötigt Mit dem Iosis präsentiert Ford das Ford Kinetic Design als neue Formensprache

2006: Der Ford S-Max und Galaxy debütieren als erste Modelle im Kinetic Design

2007: Sondermodell Ka Style. Im Dezember präsentiert Ford in Brasilien einen 3,84 Meter langen Ka für südamerikanische Märkte, der auf der ersten Generation des europäischen Ka basiert

Art-Car-Kuenstler-veredelten-schon-die-erste-Generation-des-Ford-Ka-hier-die-Neuauflage-von-2008
Die zweite Generation des Ford Ka kam 2008. (Foto: Ford)

2008: Im Oktober debütiert die zweite Generation des Ford Ka, das Fahrzeug wurde gemeinsam mit Fiat entwickelt. Während Fiat den 500 schon 2007 einführt, wartet Ford mit dem Ka noch ein Jahr. Beide Fahrzeuge basieren auf der Architektur des Fiat Panda und werden in einem Werk in Tychi, Polen produziert. Die Formensprache des 3,62 Meter langen Ka wird unter Martin Smith nach den Prinzipen des Ford Kinetic Design ausgerichtet. Im neuen James-Bond-Film "Ein Quantum Trost" fährt Bondgirl "Camille" einen Ka mit Brennstoffzellenantrieb

2009: Im Februar Marktführung der zweiten Generation des Ford Ka in Deutschland. Für Vortrieb im zweiten, nur 9.950 Euro teuren Ka sorgen wahlweise ein Duratec 1.2 Benziner mit 51 kW/69 PS oder ein 55 kW/75 PS starker Duratorq TDCi 1.3 Diesel

2012: Im Oktober wird bekannt gegeben, dass das Ford-Werk in Genk 2014 geschlossen wird

2013: Der Ka ist nur noch bis Ende des Jahres mit Dieselmotor bestellbar

2015: Limitierte Editionsmodelle Ford Ka "Black & White" und "Red & Black"

Fast-ein-Fiesta-Im-Jahr-2016-startete-der-Ford-Ka-in-dritter-groesserer-Generation-konnte-aber-an-die-Erfolge-seiner-Vorgaenger-nicht-ganz-anknuepfen
Fast ein Fiesta: Im Jahr 2016 startete der Ford Ka+ in dritter, größerer Generation, konnte aber an die Erfolge seiner Vorgänger nicht ganz anknüpfen. (Foto: Ford)

2016: Im Mai läuft die Produktion der zweiten Ka-Generation aus, das Gemeinschaftsprojekt mit Fiat ist damit beendet. Seit Markteinführung wurden 1,9 Millionen Ka an Kunden in Europa ausgeliefert. Mit dem Ka+, der im Juni seine Pressevorstellung erlebt, läutet Ford eine neue Ära im Kleinwagen-Segment ein, denn der 3,93 Meter lange, fünfsitzige Ka+ (Radstand 2,49 Meter) übernimmt vom Ka zwar den Namen, hat aber ansonsten mehr mit dem Fiesta gemeinsam als mit seinem Vorgänger. Angetrieben wird der Ka+ von einem 1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 51 kW/70 PS oder 63 kW/85 PS. Produziert wird der Ka+ für Europa im Ford-Werk in Sanand (Indien), wo auch der Figo Aspire vom Band läuft, die Version für den indischen Markt

2017: Der Ford Fiesta, 8. Generation, Typ JA8, läuft an

2018: Facelift für den Ka+, erkennbar u.a. an den Scheinwerfern und am Kühlergrill

2020: In verschiedenen Schritten wird das Ford-Modellangebot reduziert. So entfallen bis 2025 die Baureihen Ford Ka+, Fiesta, Focus, Mondeo, B-Max, C-Max, Grand C-Max, S-Max, Galaxy, Ecosport und Edge. Im Januar 2020 stellt Ford als erste Maßnahme den Verkauf des Ka+ in Europa ein

2021: Die Ford-Verkaufszahlen brechen ein auf 126.358 deutsche Neuzulassungen (Marktanteil 4,8 Prozent). Ford kündigt an, 30 Milliarden US-Dollar in eine elektrifizierte Modellpalette zu investieren

2023: Produktionsende für den Ford Fiesta. Ford erzielt in Deutschland noch 116.578 Neuzulassungen, das entspricht einem Marktanteil von 4,1 Prozent. Ford eröffnet sein Cologne Electric Vehicle Center, in dem künftig nur noch vollelektrische Modelle gefertigt werden

2024: Am Standort Köln startet die Produktion der vollelektrischen Ford-Modelle Explorer und Capri, die beide auf der MEB-Plattform von Volkswagen basieren. Ab 2030 will Ford nur noch vollelektrische Pkw produzieren, eine Entscheidung die später revidiert wird. Das Ford-Forschungszentrum in Aachen wird geschlossen

2025: Die Produktion von Ford-Pkw im Werk Saarlouis endet mit Auslauf des Focus

2026: Der Ford Ka wird 30 Jahre alt und damit ein potenzieller H-Kennzeichen-Klassiker. Heute stellt der 4,19 Meter lange Crossover Puma das Einstiegsmodell ins europäische Ford-Programm.

Quelle: ntv.de, Wolfram Nickel, sp-x

HistorischesFord-ModelleFordAutohersteller