Auto

Autofahren im Jahr 1906Gefährlicher als heute

04.04.2006, 10:42 Uhr

Heute gibt es in Deutschland 2.083-mal so viele Autos wie vor hundert Jahren. Doch das Risiko eines tödlichen Unfalls war damals 56-mal höher als 2005.

Das Risiko eines tödlichen Unfalls war in den Pionierjahren des Automobils 56-mal so hoch wie 2005 – trotz deutlich weniger Verkehr und deutlich geringeren Geschwindigkeiten. Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des 100-jährigen "Geburtstags" der Unfallstatistik mitteilte, kollidierte wanzig Jahre nach der ersten Patentierung eines Autos 1906 jeder dritte Unfall-Fahrer mit Fußgängern oder Radfahrern, ebenso viele mit Pferden und Kutschen. Jeder zehnte stieß mit einer Straßenbahn zusammen, durchgehende Pferde verursachten ebenfalls zehn Prozent der Unfälle. Weil es damals so wenige Autos gab, waren nur vier Prozent der Unfälle Zusammenstöße zwischen zwei Autos. Besonders oft waren Fahrzeuge mit "starken" Motoren in Kollisionen verwickelt. 48 der insgesamt 54 Autos mit mehr als 40 Pferdestärken landeten in der ersten Unfallstatistik.

Heute gibt es in Deutschland 2.083-mal so viele Autos wie im April 1906. Am ersten Stichtag zählten die Statistiker 27.026 motorisierte Fahrzeuge, heute sind es über 56 Millionen. Die Zahl der Verkehrstoten stieg in hundert Jahren hingegen "nur" auf das 37fache. 1906 starben 145 Menschen bei Autounfällen, 1970 erreichte die Zahl der Unfalltoten mit 21.332 einen traurigen Höchststand (nur Westdeutschland). Seitdem sinkt ihre Zahl wieder: Im vergangenen Jahr kamen 5.362 Menschen im Straßenverkehr ums Leben.