Ältester Wohnmobilbauer EuropasNotin bietet neue Einsteiger in seine Luxuswelt - Deutschland im Fokus

Notin, der traditionsreiche Caravaning-Hersteller aus Frankreich, schickt zum Caravan-Salon in Düsseldorf eine neue Einsteigerbaureihe ins Rennen. Sie soll zu Preisen ab 81.000 Euro den Kreis der potenziellen Kundschaft erweitern.
Die französische Reisemobil-Marke Notin dürfte in Deutschland nur Insidern ein Begriff sein. Da mag es besonders überraschen, dass das Unternehmen aus Panissiéres an der Loire weltweit als der älteste Hersteller in der Caravaning-Szene gilt. Die Franzosen verstehen sich allerdings als Manufaktur, die nur hochwertige, teure Fahrzeuge in begrenzter Menge herstellt. Und bei einer jährlichen Produktion von nur knapp über 300 Einheiten erfolgte der Export in hiesige Gefilde bisher nur in homöopathischen Dosen.
Das soll sich jetzt, da auch seit eineinhalb Jahren mit Eura Mobil ein Großer der Branche den Vertrieb in Deutschland übernommen hat, ändern. Zum Düsseldorfer Caravan-Salon (28. August bis 6. September) führt die 105 Jahre alte Marke deshalb mit dem Modell Envol eine neue Einsteiger-Baureihe ein, die zu Preisen ab 81.000 Euro einer größeren Zielgruppe den Zugang zu den handgefertigten Premium-Fahrzeugen eröffnen soll.
Palast auf Rädern
Notin wird damit aber weder zum Massenhersteller noch tritt der Debütant ähnlich extravagant auf wie der große Liner als Flaggschiff der Franzosen. Der über neun Meter lange Wohnriese wird zu Preisen ab 380.000 Euro als Palast auf Rädern angepriesen und kann ganz nach individuellen Wünschen konfiguriert werden - wenn's sein muss, auch mit Waschmaschine.
Dagegen wirkt der teilintegrierte Envol auf Fiat-Ducato-Basis zwar relativ normal, schafft mit einem schicken Mix aus natürlichen Holzdekoren mit schwarzen Kontrasten und grünlichen Farbtupfern aber ein ganz eigenes, modernes Ambiente. Und das soll gleichwohl den Premium-Anspruch untermauern wie eine Küche mit großem Zwei-Flammen-Gaskocher, ein üppiger 152-Liter-Kompressor-Kühlschrank, eine Schwanenhals-Armatur fürs Spülbecken oder eine Dunstabzugshaube.
Drei Grundrisse zur Auswahl
Zur Wahl stehen drei Grundrisse. Das 6,49 Meter lange, kompakte Basismodell E649 bietet im Heck ein geräumiges, wagenbreites Badezimmer und sehr viel Stauraum, verzichtet dafür aber auf ein festes Bett. Zum Schlafen wird ein Quer-Doppelbett über der Face-to-Face-Sitzgruppe heruntergelassen.
Die beiden über sieben Meter langen Versionen E719CF und E719JF unterscheiden sich lediglich im hinteren Schlafgemach. Hier ein mittiges Queensbett, dort große Einzelkojen. Ein ähnlich geräumiges Bad mit separater Dusche wird hier als sogenanntes Raumbad zwischen Wohnbereich und Schlafzimmer eingebaut. Die Preise für die beiden großen Grundrisse starten bei 85.500 (Queensbett) und 86.000 Euro (Einzelbetten).
Dabei ist die Serienausstattung mit 9-Zoll-Autoradio, Rückfahrkamera, einer Heizung, die mit Diesel und Elektro betrieben werden kann, Fahrerhausverdunklung und elektrischer Trittstufe alles andere als ärmlich. Und in der großen, 115 Zentimeter hohen Garage lassen sich leicht Fahrräder und anderes Sperrgut unterbringen. Zum Marktstart packt Notin noch ein Autarkie-Paket obendrauf, das - bestehend aus 150-Ah-Lithiumbatterie, 2.000 Watt Wechselrichter, 200-Watt-Solarpanel plus Thule-Markise - sonst für 3000 Euro angeboten wird.
Mit dem neuen Modell Envol baut Notin sein Produkt-Portfolio auf insgesamt fünf Baureihen aus. Neben dem Luxus-Liner auf Iveco-Daily-Basis sind das der Vollintegrierte I.Progress und sein teilintegrierter Bruder Progress, beide auf einem Fiat-Ducato-Fahrgestell, sowie der Teilintegrierte Exklusiv mit einem Mercedes Sprinter als Basisfahrzeug. Neben dem neuen Envol gibt es nur vom teilintegrierten Progress (ab 90.400 Euro) noch Grundrisse unter 100.000 Euro.