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Taugt der als Autoersatz? Peugeot Metropolis 400 - das Löwen-Dreirad

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Der Peugeot Metropolis 400 ist ein mächtiger Dreirad-Roller, der vielleicht sogar das Auto ersetzen kann.

(Foto: Peugeot)

Warum sollte die viel beschworene Verkehrswende nicht auch in einem Umstieg vom Auto auf einen Dreirad-Roller enden? Der Scooter Metropolis mit einer ganzen Reihe von Technikneuerungen aus dem Pkw-Bereich könnte den schmackhafter machen.

Dem seit 2013 angebotenen Dreirad-Roller Metropolis hat Peugeot Motocycles zum Modelljahr 2021 ein umfangreiches Facelift gegönnt. Neben einer modernen "Pkw"-Optik und Euro-5-Abgasnorm bietet der mächtige Scooter ein schickes Cockpit mit großem Display samt moderner Konnektivitätstechnik.

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Optisch gibt es einiges am Metropolis 400, das an die Vierräder von Peugeot erinnert.

(Foto: Peugeot)

Die mittlerweile zum indischen Mahindra-Konzern gehörende Zweiradsparte von Peugeot bleibt aber weiterhin mit der Löwenmarke verbandelt. Deshalb wird auch in Zukunft eine übergreifende Peugeot-Identität die Produkte der Motocycles-Abteilung prägen. Dieser Anspruch wurde bei der Modellpflege von der Pkw-Designabteilung berücksichtigt, die einige optische Besonderheiten aus ihrem aktuellen Pkw-Programm auf den Metropolis übertragen hat.

Auffälligste Neuerung ist die komplett überarbeitete Front mit Voll-LED-Leuchten, welche das von 508 und 208 her bekannte Tagfahrlicht-Thema mit den stilisierten Reißzähnen eines Löwen visualisiert. Auch das Krallenthema der LED-Rückleuchten hat der Metropolis in abgewandelter Form übernommen. Front- und Heckleuchten integrieren zudem die Blinker, die bisher als klassische Ausleger montiert waren. Schließlich wurden die lackierten Verkleidungsteile überarbeitet und wie bei den Autos von Peugeot mit besonders scharfkantigen Charakterlinien aufgepeppt, was dem Fahrzeug einen dynamischeren Auftritt verleiht. Insgesamt wirkt der Metropolis dank dieser Maßnahmen moderner, doch wie alle Dreiradroller sieht er mit seinen ausladenden Proportionen und dem wuchtigen Vorbau eher plump als schnittig aus.

Betont bequem

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Selbst das Dashboard im Metropolis 400 ist an das der Peugeot-Pkw angelehnt.

(Foto: Peugeot)

Dafür ist er betont bequem. Zwischen der auch nach längerer Fahrzeit angenehmen Sitzbank und der wuchtigen Frontverkleidung befindet sich ein tiefer Durchstieg ohne störenden Tunnel. Hier kann man entspannt seine Beine unterbringen und auf Wunsch zwischen diesen auch eine Einkaufstasche platzieren. Spannend ist von hier der Blick auf das neue Kombiinstrument, das ähnlich wie bei den Autos von Peugeot einen Mix aus großem Display und analogen Rundinstrumenten bietet. Wichtigste Neuerung ist der fünf Zoll große TFT in der Mitte, das in der höheren Ausstattungsversion die Möglichkeit zum Spiegeln von Smartphone-Inhalten bietet.

Um diese i-Connect genannten Technik zu nutzen, braucht man eine spezielle Peugeot-App, die auch gleich noch eine GPS-Navigation beinhaltet. Eine Kartengrafik wie bei der App wird allerdings nicht angezeigt. Zudem werden auf dem Display Nachrichten angezeigt, die sich dank einer Bedientasten am Lenker auch während der Fahrt abrufen lassen. Ob das der Verkehrssicherheit zuträglich ist, darf an diese Stelle bezweifelt werden. Wurde der Roller geparkt, kann sich der Nutzer auf der App den zuletzt gespeicherten Standort oder auch den Füllstand des Tanks anzeigen lassen.

Zünden ohne Schlüssel

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In den Scheinwerfern findet sich beim Metropolis 400 die Reißzahn-Grafik der Pkw wieder.

(Foto: Peugeot)

Wie mittlerweile bei vielen Pkw wird auch beim Metropolis auf ein Zündschloss verzichtet. Als Fahrer trägt man stattdessen einen Signalgeber in der Tasche, den das Fahrzeug erkennt und automatisch freischaltet. Der Fahrer muss nur noch einen Schalter drücken, um die Zündung und damit auch den Bordcomputer des Rollers zu aktivieren, der einige Sekunden für das Hochfahren benötigt. Ein kurzer Druck auf dem Startknopf erweckt den unvermindert 36 PS starken Einzylinder mit kernigem Klang zum Leben.

Schaltarbeit ist dank CVT-Automatikgetriebe nicht nötig, ein einfacher Dreh am Gasgriff lässt den 400er schnatternd anfahren. Und das eher behäbig als spitzig, was nicht wundert, denn angesichts der Getriebetechnik und einem mit Fahrer gehobenem Gewicht von 350 Kilogramm sind Vortriebswunder nicht zu erwarten. Mit den Autos kann man dennoch locker mithalten, diese bei Gelegenheit auch lässig überholen, denn einem beherzten Dreh am Gasgriff bei mittlerer Geschwindigkeit folgt ordentlicher Durchzug. Maximal sind 135 km/h möglich und damit der Roller autobahntauglich.

Etwas Flatterhaft bei Unebenheiten

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Grobe Unebenheiten sorgen beim Metropolis 400 für eine etwas flatterhafte Lenkung.

(Foto: Peugeot)

Beeindruckend geschmeidig steckt das Dreirad selbst grobe Unebenheiten weg. Ganz nach französischer Art gleitet er bei Geradeausfahrt lässig dahin. Dank seiner aufwendigen Vorderachskonstruktion mit Parallelogramm-Aufhängung fährt sich der Metropolis in Kurven zudem wie ein Einspur-Fahrzeug. Leicht und spontan lässt sich das Schwergewicht auch durch enge Kurven mit ordentlicher Schräglage bugsieren. Etwas störend können dabei allerdings Unebenheiten werden, denn die sorgen für ein bisweilen auch unangenehmes Flattern in der Lenkung.

Das Fahrzeug folgt zwar unbeirrt der Richtungsvorgabe, vermittelt dabei nicht immer lupenreine Stabilität. Richtig steif wird es hingegen, wenn man die Anti-Kipp-Taste drückt, denn dann wird der Kippmechanismus der Vorderachse gesperrt und bleibt das Fahrzeug dank seiner beiden Vorderräder aufrecht und stabil stehen. Jetzt kann man den Roller sogar parken, ohne einen Ständer ausklappen zu müssen. Ein weiterer Knopfdruck und die Sperre ist wieder gelöst. Die Anti-Kipp-Funktion kann man auch bei Ampelstopps aktiveren, was es dem Fahrer erlaubt, stehenzubleiben, ohne die Füße auf dem Boden zu setzen. Etwas Übung und Feingefühl braucht es für eine solche Aktion aber schon.

Vielleicht sogar ein Autoersatz

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Der Metropolis 400 bietet erstaunlich viel Stauraum.

(Foto: Peugeot)

Als Autoersatz taugt der Roller auch dank größerer Stauräume. Am Heck kann man eine Klappe zu einem Kofferraum öffnen, der Platz für einen Integralhelm bietet. Unter der Sitzbank sowie hinter der Frontverkleidung ist weiterer Stauraum. Anders als der hohe Alltagsnutzen ist der Verbrauch niedrig: 3,9 Liter sind es laut Peugeot, 3,7 Liter zeigte der Bordcomputer nach unserer Testfahrt an.

Für Sparnaturen ist der Metropolis dennoch nicht gedacht, denn bereits die Basisversion kostet rund 9200 Euro. Einen Tausender drauflegen muss man für die bessere Ausstattungsvariante Allure, die unter anderem die empfehlenswerten Konnektivitäts-Feature bietet. Wiederum finanziell attraktiv macht der Metropolis den Umstieg für Autofahrer, da zum Führen dieses Dreirad-Rollers der Pkw-Führerschein reicht.

Quelle: ntv.de, Mario Hommen, sp-x