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Gern auch mal VerbrennerSturm im Mini John Cooper Works Cabrio und Drang im Cooper S Dreitürer

18.06.2026, 08:28 Uhr Patrick-portraetfotoVon Patrick Broich, Innsbruck
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Runde Kulleraugen und großmäuliger Kühlergrill sind die Hingucker-Faktoren beim Mini. (Foto: Mini)

Von wegen, Verbrenner im bürgerlichen Segment machen keinen Spaß mehr. Mini widerlegt das eindrucksvoll. ntv.de war mit dem Cabrio John Cooper Works sowie einer geschlossenen S-Variante in den Alpen unterwegs.

Eigentlich ist das ungewöhnlich. Wenn Hersteller in diesen Zeiten zu Fahrzeugpräsentationen einladen und es nicht gerade um besonders emotionale oder teure Modelle geht, darf man einen elektrischen oder zumindest stark elektrifizierten Antrieb erwarten - alles andere geht eher als Ausnahme durch.

Doch Moment, emotional ist das Stichwort. Es reicht schon, wenn man kurz einmal den Parkplatz hier beim Minihändler in Innsbruck abschreitet, wo diesmal der Startpunkt dieser Ausfahrt ist. Dort ruht die von Mini mitgebrachte Flotte. Und hier ist ein Auto farbenfroher als das andere: Bonbonfarben, ausgefallene Dekore oder Streifen - ein Mini, so merkt man schon am Äußeren, ist nicht bloß ein schnödes Fortbewegungsmittel, sondern irgendwie auch Lebensgefühl.

Und natürlich gibt es auch elektrische Antriebe in der Palette, aber erstens nicht im Cabrio und zweitens habe ich mich diesmal bewusst für den Verbrenner entschieden auch bei der geschlossenen Version. Und so steige ich für die erste Runde über Timmelsjoch und Jaufenpass in das knallgelbe Cabrio (Sunny Side Yellow), lasse das vollelektrische Verdeck herunter per Knopfdruck und genieße die Landschaft.

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Auch der jüngste Mini wirkt markentypisch und strahlt Hochwertigkeit pur aus. (Foto: Mini)

Aber nicht nur. Denn unter der Haube werkelt BMWs sogenannter B48, ein aufgeladener Vierzylinder-Reihenmotor mit Direkteinspritzung und variabler Ventilsteuerung inklusive Fanpotenzial. In der Ausbaustufe mit 231 PS treibt er nicht nur viele BMW, sondern eben auch den Mini John Cooper Works an und hat leichtes Spiel mit rund 1500 Kilogramm Leergewicht im Falle des Cabrio. Neugierde geweckt? Dann bitte mitkommen.

Mini ist immer ein bisschen retro

Der Motorstart erfolgt über das Drehknöpfchen in der Mittelkonsole. Mini spendiert seinen fahrbahren Untersätzen auch nicht einfach irgendeinen Innenraum, sondern verpasst der Architektur eine Retro-Note sowie extrem markenorientierte Elemente. Entweder rund (wie der zentrale Touchscreen) oder retro oder beides lautet das Motto. Die Schalterlandschaft besteht aus Druckknöpfen auf Konsole und Lenkrad plus sogenannter Toggle Switches, funktioniert gut und sieht fancy aus.

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Retro durch und durch mutet der Mini-Innenraum an. Liebe zum Detail und eine ordentliche Verarbeitung sind außerdem Kennzeichen. Dieses Head-up-Display mit Plexiglasscheibchen ist angesichts der Preise jedoch inakzeptabel. (Foto: Mini)

Ebenso gut funktioniert der Zweiliter-Turbo in Verbindung mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Also, rein mit dem Toggle, und los gehts. Man muss die 380 Newtonmeter durchaus gut dosieren mit dem rechten Pedal, so viel lässt sich sagen. Von wegen, nur bei elektrischen Antrieben löst das sofort verfügbare Moment an den Vorderrädern ein Traktionsproblem aus, Verbrenner kämpfen hier auch.

Vor allem noch mit etwas Lenkwinkel aus der Kurve heraus kann Bewegung ins Lenkrad kommen, dann scharrt der Mini kurz. Wobei der Grip rasch wiederkommt. Die Akustik ist dann außerdem geprägt von einer wilden Mischung aus Vierzylinder-Schnauben, tosendem Wind und Wastegate-Zischen, während der Schub im Rücken glücklich macht. Kehre für Kehre erklimmt das knallgelbe Biest die 2500 Höhenmeter mit spielerischer Leichtigkeit.

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Man glaubt es kaum, dieses Cabrio ist deutlich unter vier Meter lang. (Foto: Mini)

Und die Querdynamik des im Vergleich zu den geschlossenen Varianten deutlich verstärkten Cabrios muss sich keineswegs verstecken, es trotzt den Torsionskräften stoisch (das stabilisierende Dach fehlt ja) und verwöhnt außerdem mit präziser Lenkung. Ach ja, ganz spannend ist auch, dass Mini quasi als Einziger übrig geblieben ist mit einem offenen Angebot in diesem Segment.

Geschlossene Variante ist leichter und braucht weniger Leistung

Und dann? Umstieg in den geschlossenen Cooper S mit zwei Türen. Das bedeutet "nur" 204 statt 231 PS, aber dafür 140 Kilogramm weniger auf der Waage. Und so zeigt sich der "Dreitürer" keineswegs weniger agil, aber weniger luftig. Das spiegeln letztlich auch die Papierwerte wider. Das stärkste Cabrio soll 6,4 Sekunden bis 100 km/h benötigen, der Cooper S dagegen 6,6 Sekunden. Auch bei der Topspeed liegen beide dicht beieinander mit 245 zu 242 km/h.

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Das geschlossene Mini-Pendant hat seit 2024 ein renoviertes Heck mit neu gestalteten Schlussleuchten. (Foto: Mini)

Doch die Art, wie sich der Fronttriebler durch die Windungen fräst, kann sowieso nicht in Zahlen ausgedrückt werden. Vor allem in der Stellung "Sport Plus", wenn das Stabilitätsprogramm die Leine etwas lockerer lässt, wird der Spaß groß. Dann darf gern auch mal etwas Bewegung ins Heck, bevor der elektronische Retter selbiges wieder einfängt. Und auch Gaspedalkennlinie sowie Getriebe bekommen einen anderen Charakter: Schon ab der Stufe "Sport" schaltet der Automat deutlich schneller, knallt die Gänge mit deutlichem Ruck rein, während der Vierzylinder bissiger anspricht.

Optisch haben die Verantwortlichen den geschlossenen Verbrenner übrigens an die unter dem Blech völlig veränderte Elektroversion angepasst. Insgesamt ist das etwas verwirrend, denn das seit dem Modellwechsel 2024 erneuerte Cabrio (F67) bleibt beim Rückleuchtenlayout des Vorgängers, während das Designteam das Heck des sogenannten F66, also der Limousine, stark modifiziert hat. Aber Achtung! Das Innenleben der Schlusslichter hat sich auch beim Cabrio geändert - es besteht nämlich neuerdings aus unzähligen LED-Segmentchen.

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Die Rückleuchten des aktuellen Mini Cabrio gleichen im Layout zwar jenen des Vorgängers, aber die LED-Technologie ist neu. (Foto: Mini)

Bleibt die Frage: Welche Karosserie und welchen Motor soll man bloß nehmen? Vielleicht entscheidet auch einfach das Budget. Während der geschlossene Cooper als Basismodell (One) mit 122 PS bereits bei 26.450 Euro startet, zahlt man für den "S" mit 204 PS schon sportliche 31.950 Euro. Als John Cooper Works wird es wild mit 40.950 Euro. Der Cabrio-Spaß reicht dagegen von 32.450 Euro (163 PS) bis 44.950 Euro für den hier besprochenen John Cooper Works.

John Newton Cooper, Ingenieur und Veredler der historischen Modelle, würde sich angesichts der heute aufgerufenen Preise für einen Kleinwagen wohl im Grabe umdrehen. Andererseits würde er auch grinsen, denn er hätte ebenfalls mächtig Spaß mit den kleinen bunten Kisten.

Quelle: ntv.de

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