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Eins für alle Belange Victoria eAdventure - universelles Pedelec?

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Das Victoria eAdventure 12.10 empfiehlt sich als Universalbike für alle Belange.

(Foto: Mario Hommen)

Wer sich nicht auf einen Fahrradtypen festlegen will, kann jetzt mit dem Victoria eAdventure 12.10 ein E-Bike fahren, das die Tugenden dreier Gattungen vereint und mit Luxuskomponenten versieht. Einzig strittiger Punkt könnte die etwas grobe Optik sein.

Victoria? War das nicht dieses schwarze Fahrrad, das die Oma fuhr? Ja, das war damals. Heute hat sich das Label im Vielmarken-Konzern Hartje, dessen Geschichte weit ins 19. Jahrhundert reicht, zu einem topmodernen Pedelec-Hersteller herausgeputzt. Das zeigt sich zum Beispiel bei dem getesteten eAdventure 12.10, das gleich mehrere aktuelle Trends bei Design, Antrieb, Konnektivität und Gattungsfusion vereint.

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Bei der Ausstattung des eAdventure 12.10 hat Victoria auf erstklassige Komponenten geachtet.

(Foto: Mario Hommen)

Wie bei anderen neuen Pedelecs stecken auch im eAdventure mehrere Fahrradtypen. Trekking-, Mountain-, Reise- und City-Bikes standen Pate. Viele Hersteller bezeichnen diesen Mix von Stilen und Funktionen als E-SUV. Victoria sagt hingegen Luxus-SUB dazu, da es sich nicht nur um ein Bike mit universellen Fähigkeiten handelt, sondern auch mit einer anspruchsvoller Ausstattung.

Keine Schönheit im klassischen Sinne

Dabei ist das eAdventure 12.10 keine Schönheit im klassischen Sinne. Aber die Proportionen der Rahmenrohre, die Mattlackierung in Natogrün, voluminöse Stollenräder und auch der orangefarbene Markenschriftzug auf dem bulligen Unterrohr fallen auf. Passanten, Nachbarn und Freunde sind beeindruckt von der Erscheinung des eAdventure 12.10. Viele haben sogar Redebedarf, wenn sie das Pedelec zum ersten Mal sehen.

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Das Display ist nur für die Grundinformationen. Wer umfänglich informiert werden will, klemmt sein Smartphone in den dafür vorgesehenen Rahmen.

(Foto: Mario Hommen)

Für Verwunderung beim Fahrer sorgt der Blick ins Cockpit. Ein großes Display mit großen Knöpfen gibt es nicht. Stattdessen ist Mäusekino angesagt, denn mittig in einem großen schwarzen Rahmen steckt ein Minidisplay, welches lediglich über Fahrmodus, Geschwindigkeit, Akkustand und Reichweite informiert. Das reicht im Alltag, ist aber eher als Notlösung gedacht, denn eigentlich soll der Fahrer über das Mini-Display sein Smartphone legen. Deshalb umrahmt das kleine Display eine flexible Klemmvorrichtung, von Bosch SmartphoneHub genannt, die als Universalhalterung dient. Ist auf dem Handy des Fahrers zudem die Cobi-App von Bosch installiert und das Gerät per Bluetooth mit dem Antrieb verbunden, wird der Smartphone-Touchscreen zur Anzeige- und Bedienplattform für viele Funktionen, die weit über das Thema Fahrrad hinausgehen.

Beeindruckender Antritt

Natürlich kann man mit dem eAdventure auch fahren. Und das mit beeindruckender Antritts- und Durchzugsstärke. Der CX Performance Line Mittelmotor vermittelt im Turbomodus mit voll entfesselten 85 Newtonmetern sogar das Gefühl, den parallel auf der Straße fahrenden Autos Paroli bieten zu können. Zumindest bei kurzen Sprints, die irgendwo bei 26 bis 28 km/h enden. Anschließend pendelt sich die Reisegeschwindigkeit - typisch Pedelec - auf 25 km/h ein.

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Selbst im Gelände macht das Victoria eAdventure 12.10 eine richtig gute Figur.

(Foto: Mario Hommen)

Gepaart ist der E-Antrieb mit einer 12-Gang-Kettenschaltung, die gelegentlich die Gänge etwas lautstark wechselt, dafür aber sowohl für flottes Touren mit niedriger Trittfrequenz als auch für steile Passagen jeweils passende Übersetzungen bereithält. Die Spreizung beträgt 510 Prozent. Das bullige und rund 25 Kilogramm schwere Victoria ist zwar kein wendiger Hüpfer, doch offroad kommt man mit ihm weiter als mit normalen Straßen-Pedelecs. Selbst steile Hänge im Gelände stellen keine Hindernisse dar. Allerdings hat Victoria nicht die Variante des CX Performance Line mit einem speziell auf den Geländeeinsatz ausgelegten E-MTB-Fahrmodus eingebaut.

Gute Gene fürs Touren

Grundsätzlich gute Gene bietet das eAdventure fürs Touren. Als Fahrer nimmt man eine angenehm aufrechte Sitzposition ein, der Sattel ist trotz der leicht sportlichen Optik bequem, der breite Lenker vermittelt ein gutes Gefühl der Kontrolle. Das trifft auch auf die hydraulischen Scheibenbremsen zu, die fein dosierbar sind und Bremsmanöver auf den Punkt erlauben. Etwas störend wirkt die Geräuschkulisse, denn der Motor macht sich immer wieder durch markantes Surren bemerkbar, zugleich sind die Abrollgeräusche der Reifen ausgeprägt. Doch die voluminösen Pneus bieten im Gegenzug einen gewissen Federkomfort. Beim eAdventure sind zudem Vordergabel sowie Sattelstütze gefedert. Kopfsteinpflaster oder Wurzelgeflecht verlieren dank dieser Ausstattung ihren Schrecken. Die Federung des Sattels mildert zwar Schläge von Unebenheiten ab, oftmals gerät der Oberkörper des Fahrers allerdings in störender Weise in Bewegung. Das ist nicht jedermanns Sache.

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Der Akku im Unterrohr des Victoria eAdventure 12.10 sorgt für 70 Kilometer rein elektrische Reichweite.

(Foto: Holger Preiss)

Das wuchtige Unterrohr sorgt nicht nur für eine markante Optik, sondern beherbergt im abschließbaren Inneren noch eine 625-Wh-Batterie, die im Turbomodus Energie für rund 70 Kilometer Reichweite bereitstellt. Weiter geht also immer. Wer längere Touren plant, wählt zur Reichweitenoptimierung alternativ einen von drei weniger energieintensiven Fahrmodi. Grundsätzlich lässt sich das eAdventure ohne Motorunterstützung fahren, was allerdings mehr Kraft als bei einem Fahrrad mit Bioantrieb kostet.

Mit Schutzblechen, stabilem Seitenständer, Gepäckträger, einem verstellbaren Lenkervorbau und einer guten LED-Lichtanlage ist das eAdventure 12.10 ab Werk für den Alltag gut gerüstet. Zudem gibt es ein Speichenschloss, dessen Schlüssel auch für die Schließung des Akkufachs passt. Außerdem zeichnet sich das eAdventure sowohl durch die gehobene Qualität der Komponenten als auch die Verarbeitung aus. Das hat mit rund 3900 Euro dann allerdings auch einen stolzen Preis. Im Gegenzug ist der starke Allrounder voll ausgestattet. Wer eine günstigere Variante will, findet bei Victoria noch drei weitere vorkonfigurierte Modelle der eAdventure-Familie, die weniger kosten, aber auch weniger bieten.

Quelle: ntv.de, Marioo Hommen, sp-x

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