GebrauchtwagencheckPeugeot 308 - schön kompakt, mit Überraschungspotenzial

Es muss nicht immer ein VW Golf oder ein Opel Astra sein. Auch andere Hersteller - wie Peugeot mit dem 308 (II) - haben schöne Kompakte im Angebot. Doch unter der Karosserie können teure Überraschungen beim Gebrauchten lauern.
Der kompakte Peugeot 308 startete in der ersten Generation 2007 und löste damals die erfolgreiche Baureihe 307 ab. Mittlerweile (seit Ende 2021) ist die dritte Generation erhältlich. Die zweite Auflage war in Deutschland zwischen Herbst 2013 und Herbst 2021 verfügbar. Worauf Interessenten beim Erwerb eines 308 (II) aus Vorbesitz achten sollten, weiß der TÜV.
Qualität
Den Auswertungen des aktuellen TÜV-Reports liegen vier Hauptuntersuchungs-Ergebnisse zugrunde. Die Laufleistungen sind etwas höher als beim Durchschnitt der untersuchten Fahrzeuge. Die TÜV-Prüfer bemängeln schon früh die Achsaufhängung, bei älteren Modellen geraten auch die Lenkgelenke in den Fokus der Experten. Die Bremsscheiben verschleißen zudem schnell, die Beleuchtungsanlage ist ebenfalls kein Ruhmesblatt für den Kompakten. Dazu kommen Ölverlust und Probleme, die Abgasuntersuchung zu bestehen.
Karosserie und Innenraum
Erstkäufer des 308 (II) konnten sich zwischen dem 4,25 Meter langen Fünftürer und der 4,58 Meter langen SW genannten Kombivariante entscheiden. Der SW bietet je nach Sitzkonfiguration ein Ladevolumen zwischen 610 und 1.660 Litern, bei der Schrägheckvariante sind es 420 bis 800 Liter. Beiden Karosserieversionen ist gemein, dass sie optisch nicht polarisieren.
Anders sieht es im Innenraum auf. Stilprägendes Element ist hier das kleine Lenkrad (i-Cockpit). Man schaut nicht durch das Lenkrad auf die Instrumente, sondern über es hinweg. Das gefällt oder nicht. Das Platzangebot ist ordentlich. 2017 erhielt der 308 ein Facelift. Die Modelle sind unter anderem am LED-Tagfahrlicht zu erkennen.
Motoren und Antrieb
Erstkäufer entschieden sich oftmals für einen Diesel. Zur Wahl standen zunächst ein 1,6- und ein 2,0-Liter. Der 1.6er wurde in den Ausbaustufen mit 68 kW/92 PS, 73 kW/99 PS und 85 kW/115 PS (seit 2017: 88 kW/120 PS) angeboten. Seit Ende 2017 ersetzte Peugeot den 1.6er - bis auf die 120-PS-Version - sukzessive durch einen 1,5-Liter-Selbstzünder mit 96 kW/130 PS und 75 kW/102 PS. Der Zweiliter-Diesel leistete 110 kW/150 PS und 133 kW/181 PS (seit 2017: 130 kW/177 PS). Im Schnitt flossen zwischen 3,8 und 4,4 Liter Diesel durch die Leitungen.
Beim Top-Triebwerk kam seit 2017 eine Acht- statt Sechsgangautomatik ab Werk zum Einsatz, beim 150-PS-Aggregat gab es eine Sechsgang-Automatik als Alternative zum manuellen Sechsganggetriebe. Bei den Varianten mit 92 und 99 PS sorgte ein manuelles Fünfganggetriebe für die Kraftübertragung.
Basisaggregat bei den Benzinern war bis zum Facelift ein 1,2-Liter-Dreiyzlinder-Sauger mit 60 kW/92 PS. Darüber angesiedelt waren die Turbo-Versionen mit 81 kW/110 PS und 130 PS sowie bis Ende 2014 ein 1,6-Liter-Vieryzlinder mit 92 kW/125 PS und 115 kW/156 PS. Toptriebwerk war der GTi mit 200 kW/272 PS (seit 2018: 193 kW/263 PS). Außerdem leistete der 1.6er als GT 151 kW/205 PS (seit 2017: 165 kW/225 PS). Die Normverbräuche liegen zwischen 4,6 und 6,5 Litern.
Für die Kraftübertragung kamen manuelle Fünfganggetriebe (82 und 110 PS), Sechsgangschaltgetriebe (125, 130, 156, 205 PS und GTi) sowie eine Achtstufenautomatik beim GT zum Einsatz. Der 130-PS-Otto konnte zudem gegen Aufpreis mit einer Sechsstufenautomatik geordert werden.
Ausstattung und Sicherheit
Die Basisausführung "Access" gab es nur in Verbindung mit dem kleinsten Benziner und Diesel, eine Klimaanlage gehörte zum Serienumfang. Wer mehr Komfort, schöne Felgen und ein wenig Zierrat möchte, sucht am besten nach den Active-, Allure- und GT-Ausstattungslinien. Die GTi-Fahrzeuge wurden mehr oder weniger mit allem, was die Peugeot-Preisliste hergab, ausgeliefert.
Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung, aktiver Spurhalteassistent, eine Einpark-Automatik, Verkehrsschilderkennung oder ein Abstands-Tempomat zählten zum Serienumfang oder konnten dazugebucht werden.
Fazit
Der Peugeot 308 (II) ist hinsichtlich Länge, Kofferraumvolumen und Platzangebot ein typischer Vertreter der Kompaktklasse. Nach Auswertung von mobile.de werden aktuell rund 1.700 gebrauchte 308-Modelle der zweiten Generation auf dieser Plattform zum Kauf angeboten. Los geht es ab rund 3.000 Euro für Modelle mit sehr hoher Laufleistung. Interessenten sollten auf eine neue HU-Plakette und auf die teuren Schwachpunkte wie etwa Achsaufhängung, Abgasanlage und Ölverlust achten.