Gebrauchte

Gebrauchtwagencheck Peugeot 308 - weit gelaufen, nicht gepflegt?

Peugeot_308_1.jpg

In seiner zweiten Auflage war der Peugeot 308 in Fahrverhalten und Abstimmung, fast schon ein VW Golf.

(Foto: Peugeot)

Der Peugeot 308 der zweiten Generation wollte vor allem eines: endlich so sein wie sein größter Gegner, der VW Golf. Dafür hat er sich nicht nur optisch schick gemacht, er hat sich auch fahrtechnisch dicht an dem Deutschen angesiedelt. Also, als Gebrauchter eine gute Wahl? Mit Einschränkungen, möchte man antworten.

Der 308 zählt zu den wichtigsten Modellen von Peugeot. Der Kompakte hat es allerdings in Deutschland nicht einfach, tritt er doch immer noch gegen VW Golf, Opel Astra oder Ford Focus an. Die zweite Generation des 308 (2013 bis 2021) versuchte, mit einer Mischung aus gutem Aussehen und solider Technik die Kunden zu überzeugen. Bleibt die Frage, was die TÜV-Prüfer vom Franzosen halten.

Gefällig, mit kleinem Lenkrad

1378986478_EO0T9560.jpg

Auch in den Außen- und Innenmaßen hatte sich Peugeot beim 308 den einstigen Primus aus Deutschland zum Vorbild genommen.

(Foto: Peugeot)

Die zweite Generation trat mit zwei Karosserievarianten an. Zum Marktstart gab es den 4,25 Meter langen Fünftürer und ab 2014 ergänzte der SW genannte Kombi das Angebot. Dieser streckt sich auf eine Länge von fast 4,60 Metern. Das Design des 308 verzichtet auf Experimente, die Karosserie wirkt eher gefällig als aufregend.

Der SW verfügt über einen im Vergleich zum Fünftürer um neun Zentimeter verlängerten Radstand und bietet je nach Sitzkonfiguration ein Ladevolumen zwischen 610 und 1660 Litern. Auch die Fondpassagiere profitieren vom Längenzuwachs. Hinten sitzt es sich bequem und luftig. Wer im Fünftürer hinten Platz nimmt, muss dagegen mit weniger Raum auskommen, dito das Gepäck (420 bis 800 Liter). Vorne verfügen dagegen Fahrer und Beifahrer in beiden Varianten über ausreichend Bein- und Armfreiheit.

1378986478_EO0T6257.jpg

Der Blick über, statt durch das Lenkrad auf die Armatur, ist eine Eigenart des Peugeot 308.

(Foto: Peugeot)

Stilprägendes Element ist das kleine Lenkrad, über das der Fahrer auf die Instrumente des sogenannten i-Cockpits schaut. Ein Umstand, der nicht jedem gefällt. In puncto Verarbeitung und Materialanmutung muss sich der 308 nicht hinter der Konkurrenz verstecken. 2017 erhielt der Franzose ein Facelift. Die Modelle sind am LED-Tagfahrlicht zu erkennen. Außerdem sitzt der Löwe nun im Kühlergrill und ein eckiger, statt runder Deckel verbirgt den Tankstutzen.

Schmalhans bis dicke Hose

Die Einstiegsmotorisierung war bis zum Facelift ein 1,2-Liter-Dreiyzlinder mit 92 PS, der ohne Turbounterstützung kam. Spritziger agierten die Ausbaustufen des 1.2ers mit 110 PS und 130 PS. Sie überzeugen mit Laufruhe und überschaubarem Durst (Normverbrauch: 4,6 bis 5 Liter). Die zwei 1,6-Liter-Vieryzlinder mit 125 PS und 156 PS wurden nur kurz angeboten und flogen bereits Ende 2014 und Anfang 2015 aus dem Programm. Hier sorgt wie beim 130 PS-Dreizylinder ein manuelles Sechsganggetriebe für die Kraftübertragung an die Vorderachse.

308SW_1401PC035.jpg

Als SW bietet der 308 viel Platz und glänzt auch sonst mit allen Vorzügen eines Kombis.

(Foto: Peugeot)

Etwas länger im Angebot waren die leistungsstärkeren Ausbaustufen des 1.6ers. Toptriebwerk war der GTi mit 272 PS, der zwischen 2015 und 2018 erhältlich war. Ab 2018 musste der GTi mit 263 PS auskommen. Die Leistungsdaten ändern sich nur wenig. Topspeed ist 250 km/h, der Spurt von 0 auf 100 km/h gelingt in 6 Sekunden. Wenn es etwas weniger sein darf: Als GT leistete der 1.6er 205 PS, seit 2017 waren es 225 PS. Die Normverbrauchswerte von 5,6 bis 6,5 Litern dürften nur bei gelassenem Fahrstil zu erreichen sein.

Für Vielfahrer hatte Peugeot zunächst einen 1,6-Liter-Diesel im Programm, der mit 92 PS, 99 PS und 115 PS zu haben war. Die Normverbräuche lagen bei rund vier Litern. Der 1,6 Liter-Diesel wurde seit 2017 sukzessive durch einen 1,5-Liter-Selbstzünder ersetzt, der mit 130 PS und 102 PS aufwartete.

308SW_1401PC051.jpg

Je nach Lage der Rückenlehene der Fondsitze bietet der Peugeot 308 SW zwischen 610 und 1660 Liter Stauraum.

(Foto: Peugeot)

Für eilige Fahrer war zudem ein 2,0-Liter-Diesel mit 150 PS und 181 PS im Programm. Beim Top-Triebwerk kam eine Achtgang-Automatik ab Werk zum Einsatz, beim 150 PS-Aggregat stand eine Sechsgang-Automatik als Alternative zum manuellen Sechsganggetriebe zur Wahl. Im Schnitt flossen zwischen 3,8 und 4,4 Liter Diesel durch die Leitungen.

Der GTi hat eigentlich alles

Über seine Produktionszeit wurde die zweite Generation des 308 in den bekannten Peugeot Ausstattungslinien Access, Active und Allure offeriert, später kamen noch GT und "Pack" genannte Erweiterungen der Komfortniveaus dazu. Die Basisausführung "Access" gab es nur in Verbindung mit dem kleinsten Benziner und Diesel, eine Klimaanlage gehörte zum Serienumfang. Wer mehr Komfort und schöne Felgen möchte, sucht am besten nach den Active- und Allure-Modellen. In den Optionslisten standen auch noch Leder und Massagesitze zum Ankreuzen. Die GTi-Fahrzeuge wurden mehr oder weniger mit allem, was die Peugeot-Preisliste hergab, ausgeliefert.

PEUGEOT_308GTi_TestDrive_060.jpg

Der Kracher unter den 308-Modellen ist zweifelsfrei der GTi. Der ist aber in den Gebrauchtwagenbörsen rar gesät.

(Foto: Peugeot)

Bei seinem Debüt verfügte der Kompakte über eine gute klassenübliche Sicherheits- und Assistentenausstattung. Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung, aktiver Spurhalteassistent, eine Einpark-Automatik, Verkehrsschilderkennung oder eine Abstands-Tempomat zählten zum Serienumfang oder konnten dazu gebucht werden. Beim NCAP-Crashtest erzielte er ein Fünf-Sterne-Ergebnis.

Wartungs- und Serviceheft genau inspizieren

Bei den Hauptuntersuchungen, die der TÜV durchführt, gibt der 308 eine mittelgute Figur ab. Die TÜV-Prüfer bemängeln besonders die Bremsscheiben, die Mängelquoten von Fuß- und Handbremse liegen noch im Rahmen. Standlicht und Heckbeleuchtung fallen ebenfalls unangenehm auf. Gebrauchtwagenkäufer sollten auch auf die Achsaufhängung achten. Viele Beanstandungen sind auf eine schlechte Wartung der Fahrzeuge zurückzuführen, so dass Gebrauchtwageninteressenten das Wartungs- und Serviceheft genau inspizieren sollten.

Fazit: Die gerade abgelöste 308-Generation sieht gut aus, bietet ordentliche Platzverhältnisse und wartet je nach Ausstattung mit allerlei Annehmlichkeiten auf. Ältere Modelle sind ab rund 5500 Euro zu haben, für einen Kombi muss man rund 1000 Euro mehr anlegen. Die Laufleistungen liegen hier aber auch, je nach Motorisierung, zwischen 150.000 und 200.000 Kilometern. Ein GT steht ab mit 13.000 Euro in den Gebrauchtwagenportalen, wobei die Laufleistungen hier mit im Schnitt 130.000 Kilometern etwas geringer ausfallen. Für einen GTi muss man etwa 17.000 Euro investieren. Doch die sind rar, haben aber bei Weitem nicht so viele Kilometer auf der Uhr, wie die normalen 308.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen