GebrauchtwagencheckSkoda Scala - viel Platz, wenige Beanstandungen

Wer einen soliden Gebrauchten sucht, macht mit dem Skoda Scala nicht viel falsch. Man sollte aber auf eine Eigenschaft besonders achten.
Seit Mitte Mai 2019 hat Skoda mit dem Scala als Nachfolger des Rapid einen günstigen Kompakten im Angebot. Wie so oft haben sich die Tschechen im großen VW-Konzern-Teilelager bedient und geschickt kombiniert. Bei der Größe orientiert er sich am VW Golf, nutzt aber die günstigere Technik des Polo - und bietet somit vergleichsweise viel Auto fürs Geld.
Qualität
Bei den TÜV-Hauptuntersuchungen (HU) legt der Scala einen recht soliden Auftritt hin. Den Prüfpunkt Fahrwerk meistert er ohne Beanstandungen, allerdings zeichnen sich bei den 4- bis 5-Jährigen Probleme mit den Lenkgelenken ab. Der Check der Lichtanlage ergibt keine großen Auffälligkeiten.
Die Funktion der Bremsen bemängeln die TÜV-Experten selten, dafür aber oft den Verschleiß der Bremsscheiben. Der Prüfpunkt Umwelt (Abgasanlage, Ölverlust) bereitet bislang keine Probleme.
Karosserie und Innenraum
Der 4,36 Meter lange Scala bietet seinen Passagieren ein gutes Platzangebot. Hinzu kommt ein großer Kofferraum (467 bis 1410 Liter Fassungsvermögen) mit großer Klappe und breiter Ladeöffnung. Praktisch: Die Beifahrersitzlehne lässt sich außer bei der Basis umklappen, sodass bis zu 2,50 Meter lange Gegenstände verstaut werden können.
Optisch muss sich der Kompakte auch nicht verstecken. Den Skoda-Designern ist es gelungen, Alltagstauglichkeit und ansprechende Formen in Einklang zu bringen. Das seit Anfang 2024 verfügbare Facelift brachte einige Retuschen an der Front und an den Stoßfängern.
Motoren und Antrieb
Das Leistungsband der Benziner spannt sich von 70 kW/95 PS bis zu 140 kW/190 PS. Das Topaggregat, ein 1,5-Liter-Turbo-Vierzylinder, war allerdings nur ein halbes Jahr 2021 als Sondermodell "Edition S" erhältlich. Den 1,5-Liter gibt es zudem in der Ausbaustufe mit 110 kW/150 PS. Die Kraftübertragung übernimmt beim 1.5er ein manuelles Sechsganggetriebe. Alternativ war und ist ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) bestellbar.
Ein Sechsgang-Schaltgetriebe kommt auch bei der 66 kW/90 PS starken Erdgasversion1.0 G-Tec zum Einsatz, die bis Sommer 2022 verfügbar war. Der Einliter-Dreizylinder ist zudem in den Ausbaustufen mit 95 PS und 81 kW/110 PS (seit 2024: 85 kW/115 PS) auf dem Markt. Hier erfolgt die Kraftübertragung über ein manuelles Fünfganggetriebe. Der einzige Diesel, ein 1,6-Liter mit 85 kW/115 PS gab ein recht kurzes Gastspiel und wurde Ende 2020 aus dem Programm genommen.
Ausstattung und Sicherheit
Wer Komfort sucht, lässt die Basisvariante "Active" beziehungsweise "Essence" links liegen. Eine Klimaanlage gehörte erst ab "Ambition" ab Werk zur Serienausstattung. Erstkäufer konnten das Basismodell jedoch diesbezüglich nachrüsten. Oder man sucht nach dem Sondermodell "Cool Plus". Ab "Style" war eine Klimaautomatik, Smartphone-Anbindung mittels Apple Car und Android Auto, ein 8-Zoll großes Touch-Display und beheizbare Vordersitze an Bord.
Topmodell ist der sportlich gestaltete "Monte Carlo", bei dem auch in Sachen Ausstattung wenige Wünsche offenbleiben. Extras hielten die Preislisten jedoch reichlich vor und lockten unter anderem mit Navigation, digitalem Kombiinstrument oder einer Erweiterung der Fahrerassistenzsysteme.
Fazit
Der Skoda Scala ist ansprechend gezeichnet und bietet reichlich Platz für Insassen und Gepäck. Je nach Bereitschaft der Erstkäufer ist er zudem gut ausgestattet und fährt mit viel Komfort vor. Eine frische HU-Plakette und ein Check der Bremsscheiben sowie der Lenkgelenke schaden vor Vertragsabschluss nicht.
Nach Auswertung von mobile.de werden aktuell rund 3.500 gebrauchte Scala auf der Plattform zum Kauf angeboten. Los geht es ab rund 7.500 Euro für Diesel-Modelle.