mit Heidi UlrichDas war Freitag, der 14. Juni 2024
Liebe Leserinnen und Leser,
während der Ball bei der Fußball-EM rollt, schauen wir auf die anderen wichtigen Ereignisse des Tages zurück:
Putin verspricht Waffenruhe gegen Kiewer Verzicht auf NATO-Beitritt und Regionen
Ein Kommentar von Volker Petersen: Bei Putins Angebot ist höchste Vorsicht geboten
Bayerns Basketballer feiern Meisterschaft nach Alba-Einbruch
Hummels beklagt "unpersönlichen Abschied" und "Unwahrheiten"
Die deutsche Mannschaft gibt ihr EM-Debüt, doch wie weit wird sie es schaffen?
Dänische Regierungschefin über Attacke: Ausdruck fehlender Akzeptanz von Frauen an der Macht
Das Motiv für den Angriff auf die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ist bislang nicht bekannt. Sie selbst wertet die Attacke als Ausdruck fehlender Akzeptanz gegenüber Frauen in politischen Machtpositionen. Die Gesellschaft habe "mehr Probleme mit Frauen an der Macht als mit Männern an der Macht", sagt sie dem Sender TV2. Frederiksen steht seit fünf Jahren an der Spitze der dänischen Regierung. Vor einer Woche wurde die 46-Jährige auf offener Straße von einem Mann geschlagen und leicht verletzt. Ein 39-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft. Er bestreitet die Tat. Die Ermittler gehen derzeit nicht davon aus, dass es sich um eine geplante Attacke mit politischem Motiv handelte. Der Mann habe wahrscheinlich unter Drogen- und Alkoholeinfluss gestanden.
EU-Staaten vereinbaren Beitrittsgespräche mit Ukraine und Moldau
Die EU-Staaten haben sich grundsätzlich auf den Start von Beitrittsgesprächen mit der Ukraine und Moldau geeinigt. Das teilt die belgische Ratspräsidentschaft in Brüssel mit. Die Entscheidung soll kommende Woche auf einem EU-Ministertreffen formell abgesegnet werden. Die EU-Kommission hatte bereits vor einer Woche mitgeteilt, dass sie alle Voraussetzungen für den Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau als erfüllt ansieht. Dazu gehörten Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung, für einen besseren Schutz von nationalen Minderheiten und zur Einschränkung des politischen Einflusses von Oligarchen.
Neues Geisterschiff treibt durchs Rote Meer
Im Roten Meer ist ein Handelsschiff angegriffen worden, die Crew hat es deswegen verlassen. "Die Besatzung des Schiffs ist von Militärbehörden evakuiert worden", meldet die für Sicherheit der Handelsschifffahrt zuständige britische Behörde UKMTO ohne Details zum Schiff zu nennen. Der Frachter treibe ohne Beleuchtung in der Nähe seiner letzten übermittelten Position im Meer. Der Angriff erfolgte demnach am Mittwoch gut 120 Kilometer südwestlich der jemenitischen Hafenstadt Hudaida. Zuerst sei ein kleines Gefährt ins Heck eingeschlagen, so dass das Schiff manövrierunfähig wurde, schreibt die britische Behörde. Danach sei das Schiff von einem Geschoss aus der Luft getroffen worden. Es liegt nahe, dass die Huthi-Miliz im Jemen dahintersteckt, die in den letzten Monaten immer wieder Frachter attackiert hatte. Bisher wurden Schiffe ins Visier genommen, die von oder nach Israel unterwegs waren oder israelischen, britischen oder US-amerikanischen Unternehmen gehören. Die Miliz solidarisiert sich nach eigenen Angaben mit der Hamas im Gazastreifen.
Name von "Glee"-Star-Nachwuchs sorgt für Diskussionen
Als Anrede ist "Bruder" ganz besonders unter jüngeren Leuten sehr geläufig. Mit "Bruder" würde man beim Nachwuchs von Schauspieler Darren Criss also sogar dreifach richtig liegen. Sein Sohn, der schon eine ältere Schwester hat, heißt nämlich Brother László Criss. Das hat der Star aus der Serie "Glee" bei Instagram bekanntgegeben - extra mit dem Hinweis: "… und ja, sein Name ist wirklich Brother". Dafür schwappte Criss sofort einiges an Kritik und Häme entgegen. Ein Insta-Nutzer schrieb etwa: "Wenn du 'Ja, sein Name ist wirklich...' sagen musst, stehen die Chancen gut, dass du einen schlechten Namen gewählt hast." Ein weiterer sorgt sich jetzt schon um die weitere Zukunft des Babys: "Darren... ich verehre dich... Aber du hast dein Kind für den Rest seines Lebens dazu verurteilt, gehänselt zu werden." Auch sei es maximal unglücklich, dass zukünftige Partnerinnen oder Partner ihren Liebsten dann "Bruder" nennen müssen, bemerkt jemand.
Biden gratuliert Trump "von einem alten Typen zum anderen"
Vor allem die Republikaner nutzen jede Gelegenheit, um die mentale und körperliche Verfassung von US-Präsident Joe Biden aufgrund seines fortgeschrittenen Alters in Frage zu stellen. Auch deshalb könnte man Bidens Geburtstagsgrüße an Donald Trump inmitten eines erbitterten Wahlkampfes als Seitenhieb verstehen: "Alles Gute zum 78. Geburtstag, Donald. Lass es dir von einem alten Typen zum anderen gesagt sein: Alter ist nur eine Zahl." Die Wahl sei jedoch eine Wahl, fügt der 81-Jährige mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im November hinzu. Trump wird voraussichtlich als Kandidat der Republikaner gegen Biden antreten.
Rassistische Gesänge zu "L'amour toujours" bei Junge-Union-Feier? Staatsanwaltschaft ermittelt
Nicht nur auf Sylt haben Party-Gäste zum Lied "L'amour toujours" Nazi-Parolen gesungen. Mittlerweile sind auch andere Vorfälle bekannt. Und auch bei der Weihnachtsfeier der Jungen Union in Mönchengladbach soll dies der Fall gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach ermittelt wegen des Anfangsverdachts der Volksverhetzung gegen mehrere Personen. Demnach geht es um "eine Handvoll" Beschuldigte, die "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus" gesungen haben sollen. Ob die Beschuldigten einer Partei angehören, wird nicht gesagt. In einer Stellungnahme der CDU Mönchengladbach heißt es, "nach Hinweisen aus dem Kreis der Veranstaltungsgäste hat der CDU-Kreisverband unmittelbar reagiert und die Polizei eingeschaltet". In Absprache mit dem Staatsschutz habe die CDU zum damaligen Zeitpunkt auf öffentliche Äußerungen verzichtet, "um die Ermittlungsarbeit nicht zu beeinflussen", heißt es weiter. Konkrete Angaben oder Entscheidungen zu möglichen innerparteilichen Konsequenzen wolle der Kreisverband erst nach Abschluss des kompletten Verfahrens machen.
Prinzessin Kate kehrt in die Öffentlichkeit zurück
Rund zweieinhalb Monate nach Bekanntwerden ihrer Krebserkrankung kehrt Prinzessin Kate in die Öffentlichkeit zurück. Nach eigenen Angaben macht sie "gute Fortschritte" bei ihrer Krebsbehandlung. Die Ehefrau des britischen Thronfolgers Prinz William werde an diesem Samstag an der Geburtstagsparade für ihren Schwiegervater König Charles III. teilnehmen, erklärt der Kensington-Palast in London.
FTI storniert auch alle restlichen Reisen
Die Insolvenz des drittgrößten europäischen Reiseveranstalters trifft weitere 175.000 Kunden. Ihre gebuchten Reisen ab dem 6. Juli seien von FTI Touristik gestrichen worden, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Axel Bierbach nach einem Beschluss des Gläubigerausschusses. Neben Pauschalreisen seien auch Einzelleistungen wie Flüge oder Hotelbuchungen betroffen, die Kunden über FTI Touristik und BigXtra Touristik sowie über die Vertriebsmarke 5vorFlug gebucht haben. Laut dem Insolvenzverwalter können die Reisebüro-Partner von FTI ihren Kunden nun alternative Reise anbieten. Bierbach sagt auch, alle Anzahlungen von Pauschalreisenden würden vom Deutschen Reisesicherungsfonds erstattet, jeder Pauschalreisende bekomme sein Geld zurück. Kunden, die nur Einzelleistungen über FTI gebucht haben, hätten dagegen keinen Anspruch auf Rückerstattung bereits geleisteter Zahlungen durch den Reisesicherungsfonds.
Hilfsgüter zerstört: USA sanktionieren israelische Extremisten
Die USA verhängen Sanktionen gegen die radikale israelische Gruppe Tzav 9. Dabei handele es sich um gewaltbereite Extremisten, die seit Monaten wiederholt versuchten, die Lieferung von Hilfsgütern für die palästinensische Zivilbevölkerung im Gazastreifen zu verhindern, schreibt das US-Außenministerium. Die Gruppe habe Lastwagen geplündert, in Brand gesetzt und lebensrettende Hilfsgüter auf die Straße geworfen. Die Gruppe hatte erklärt, sie habe verhindern wollen, dass Hilfsgüter in die Hände der Hamas gelangten. Durch die Sanktionen werden mögliche Vermögenswerte der Betroffenen in den USA gesperrt. Außerdem dürfen sie keine Geschäfte mit US-Bürgern oder Personen in den USA machen. Washington mahnt auch, es liege in der Verantwortung der israelischen Regierung, die Sicherheit der humanitären Konvois zu gewährleisten.
Chirurg verurteilt, weil er betrunken operierte
Der Arzt hatte mehr als 2,2 Promille Alkohol im Blut, als er eine Frau am Blinddarm operierte. Das Landgericht Osnabrück hat den Mediziner zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Bei seinem Verhalten habe es sich um gefährliche Körperverletzung gehandelt, sagt die Vorsitzende Richterin. Dem Chirurgen sei klar gewesen, dass er zum Zeitpunkt der Operation unter Alkoholeinfluss gestanden habe - schließlich habe er sich deswegen zuvor von seiner Frau zur Klinik fahren lassen. Während des Eingriffs fiel den beiden OP-Schwestern und der Anästhesistin auf, dass der Chirurg aufgekratzt wirkte und offensichtlich Probleme hatte, seine Handbewegungen zu koordinieren. Laut den Zeugenaussagen verletzte der Chirurg mit seinem OP-Instrument den Dünndarm der Patientin. Als er darauf aufmerksam gemacht wurde, habe er gekichert, heißt es weiter. Eine OP-Schwester zog schließlich den Stecker seines Instruments, um die Notfallpatientin zu schützen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Die Klinik erklärte, sie habe sich nach dem Vorfall von dem Chirurgen getrennt und Anzeige erstattet. Der 56-jährige Chirurg arbeitet laut eigener Aussage inzwischen in einem Krankenhaus im nördlichen Nordrhein-Westfalen. Die Patientin war Nebenklägerin in dem Prozess. "Wenn ich gewusst hätte, dass der Arzt betrunken war, wäre ich wieder von der Liege gesprungen und wäre notfalls in ein anderes Krankenhaus gefahren", sagt die 60-Jährige. Inzwischen sei es gut verheilt, ab und zu habe sie aber noch Schmerzen.
Europol nimmt IS-Propaganda-Portale vom Netz
Europol verkündet einen Schlag gegen terroristische Propaganda-Portale im Internet. Vier Server und 13 Websites seien geschlossen worden, die mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Verbindung stehen, sagen die Ermittler in Den Haag. Demnach wurden Server in mehreren Ländern abgeschaltet, auch in Deutschland. Über die Server liefen demnach Internetseiten, Radiosender und eine Nachrichtenagentur mit IS-Inhalten. Darüber seien zum Beispiel Anleitungen für den Bau von Bomben verbreitet worden, es seien Gelder gesammelt, Anschläge koordiniert und neue Unterstützer rekrutiert worden. Laut Europol nahmen spanische Justizbehörden neun Verdächtige fest.
Beschäftigte am Bau bekommen mehr Geld
Jetzt ist es besiegelt: Der Tarifkonflikt für die etwa 930.000 Beschäftigten im deutschen Bauhauptgewerbe ist gelöst. Nach der Baugewerkschaft (IG BAU) stimmt auch die Arbeitgeberseite dem Ende Mai erzielten Kompromiss zu. Vorgesehen ist eine dreistufige Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von drei Jahren. So steigen die Löhne im ersten Schritt rückwirkend ab Mai um 1,2 Prozent im Westen und um 2,2 Prozent im Osten. In der zweiten Stufe ist ab April 2025 eine weitere Erhöhung um 4,2 Prozent im Westen und 5 Prozent im Osten vereinbart. Die dritte Stufe ab April 2026 sieht eine Erhöhung um 3,9 Prozent im Westen und die Anhebung im Osten auf das Niveau des Tarifgebiets West vor. Auch die Ausbildungsvergütungen steigen.
Festnahme nach Tötung von neunjähriger Valeriia
Es gibt eine Festnahme nach der Tötung der neunjährigen Valeriia in Sachsen: Ein 36-Jähriger wurde in Prag festgenommen. Er sei dringend tatverdächtig, das Mädchen aus Döbeln getötet zu haben, teilt die Staatsanwaltschaft Chemnitz mit. Nach tagelanger Suche war die Leiche der Neunjährigen am Dienstag in einem Waldstück bei Döbeln in Sachsen gefunden worden.
Dortmunder "Tatort"-Kommissar kehrt zurück
Sieben Jahre war er nicht mehr beim Dortmunder "Tatort" zu sehen. Doch Schauspieler Stefan Konarske kehrt nochmal für einen Gastauftritt als Daniel Kossik zurück. Dann trifft er in der Serie auch wieder auf Ermittler Peter Faber – die beiden Figuren waren sich nicht ganz grün gewesen. Wie das Wiedersehen der beiden verläuft, erfahren die Zuschauer aber erst im kommenden Jahr. Dann ist die Ausstrahlung laut WDR geplant, momentan wird die Folge "Abstellgleis" noch gedreht.
Was steckt hinter Putins Waffenruhe-Angebot?
Wladimir Putin erklärt sich zu einem dauerhaften Waffenstillstand in der Ukraine breit, sollte das Land auf eine Mitgliedschaft in der NATO verzichten. Ob diese Forderung für die anstehenden Friedensgipfel ernst zu nehmen ist, bewertet ntv-Reporterin Jasmin Gebele am Rande des NATO-Treffens in Brüssel.
Zwei Tote und Verletzte im Libanon nach israelischem Luftangriff gemeldet
Im Süden des Libanon soll es in Folge von israelischen Luftangriffen Tote und Verletzte gegeben haben. Es seien mindestens zwei Frauen getötet und mehrere weitere Menschen verletzt worden, heißt es von Augenzeugen, Sicherheitskreisen und Staatsmedien. Augenzeugen berichten, Israels Armee habe auf einen Stützpunkt der Hisbollah gezielt. Durch umherfliegende Teile nach den Luftangriffen seien auch angrenzende Wohngebäude beschädigt und dadurch Zivilisten getötet worden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur NNA wurde ein Haus in Dschanta unweit der Grenze getroffen. Unter den Opfern seien Frauen und Kinder. Israels Armee teilt mit, die Berichte zu prüfen. Als Vergeltung schießt die libanesische Hisbollah-Miliz nach eigenen Angaben Dutzende Raketen in Richtung Israel. Bereits in den vergangenen Tagen heulten in Israel nach heftigem Raketenbeschuss aus dem Libanon wieder die Sirenen.
Bergsteiger am Streicher in den Tod gestürzt
In Bayern ist ein Bergsteiger am Streicher tödlich verunglückt. Der 74-Jährige sei beim Abstieg über den Knappensteig ausgerutscht und etwa 15 Meter in die Tiefe gestürzt, meldet die Polizei. Das Unglück passierte demnach auf etwa 1050 Metern Höhe, als der 74-Jährige und sein Begleiter eine Felsplatte querten. Der Mann, der als sehr bergerfahren beschrieben wurde, sei beim Sturz mit einem Baum kollidiert und unterhalb des Steiges liegengeblieben. Sein Begleiter leistete den Angaben zufolge erste Hilfe. Ein Rettungshubschrauber brachte den schwer am Kopf verletzten Mann ins Krankenhaus, wo er seinen Verletzungen erlag.
Familie von getötetem Polizisten lässt Brief vortragen
Die Anteilnahme nach den tödlichen Messerstichen auf einen Polizisten in Mannheim ist groß. An der Trauerfeier nehmen Politiker und Tausende Polizisten und Bürger teil. Als der Bürgermeister von Neckarbischofsheim einen Brief der Familie des getöteten Beamten hervorholt, folgt einer der bewegendsten Momente der Veranstaltung.
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser,
für meinen Kollegen aus der Frühschicht Marc Dimpfel hat das Wochenende begonnen, er schaut nachher vermutlich Fußball. Ich halte hier die Stellung und werfe vielleicht ein paar verstohlene Blicke auf das EM-Eröffnungsspiel Deutschland gegen Schottland. Um 21 Uhr geht's in München los. Bei Hinweisen zu "Der Tag" erreichen Sie mich über heidi.ulrich(at)ntv.de.
Cum-Ex-Prozess gegen Bankier Olearius soll eingestellt werden
Der Cum-Ex-Strafprozess gegen den Hamburger Bankier Christian Olearius soll wegen dauerhafter Verhandlungsunfähigkeit des Angeklagten eingestellt werden. Das habe die Staatsanwaltschaft beantragt, wie das Bonner Landgericht mitteilt. Hintergrund hierfür ist ein vom Gericht eingeholtes medizinisches Gutachten, dem zufolge der Angeklagte einen so schlechten Gesundheitszustand hat, dass die Verhandlungstage künftig maximal 45 Minuten dauern dürften. Bei so einem Zeitpensum würde die noch ausstehende Beweisaufnahme nach Schätzung der Ankläger bis zu 120 Verhandlungstage dauern - dies wäre dem Angeklagten auch aus Sicht der Staatsanwaltschaft angesichts der gesundheitlichen Risiken nicht zuzumuten.
Olearius hat unter anderem Blutdruckprobleme, bei den vergangenen Verhandlungstagen war auf Anordnung des Gerichts stets ein Notarzt im Saal anwesend. Laut Mitteilung des Gerichts vom Freitag hat die Staatsanwaltschaft zudem beantragt, das Strafverfahren in ein sogenanntes Einziehungsverfahren überzuleiten und die Einziehung von Erträgen aus Straftaten in Höhe von rund 43 Millionen Euro anzuordnen.
Video: Schottland-Fans fahren links - Frontalcrash am Flughafen
Schottische Fußballfans fahren nach ihrer Ankunft am Flughafen Weeze mit ihrem Mietwagen in den Gegenverkehr. Sechs Menschen werden bei dem Frontalcrash verletzt, vier von ihnen schwer. Die Polizei vermutet, der Linksverkehr in Schottland könnte Grund für den Fehler gewesen sein.
Italien verhindert Erwähnung von Abtreibungsrecht in G7-Erklärung
Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verhindert als Gastgeberin des G7-Gipfels, dass die Gruppe der führenden demokratischen Industrienationen ein klares Bekenntnis zum Recht auf Abtreibung erneuert.
Michael Mittermeier schenkt Papst pinkes DFB-Trikot
Nur wenige Stunden vor dem EM-Eröffnungsspiel hat Papst Franziskus ein Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft geschenkt bekommen. Der Komiker Michael Mittermeier überreichte dem Pontifex bei einer Audienz das grelle pink-dunkelviolette Auswärtsleibchen der DFB-Auswahl, auf das er den Namen "Franziskus" und die Nummer 10 flocken ließ. "Die Nummer 10 wegen Maradona, der ja auch Argentinier war, und natürlich wegen der zehn Gebote", erzählte Mittermeier. "Ich habe den Papst zum Lachen gebracht."
Der Comedian war mit seiner Frau zu einer Audienz für Humoristen aus aller Welt in den Vatikan geladen. Nach einer Rede von Franziskus überreichte Mittermeier dem Oberhaupt der katholischen Kirche das Leibchen und wechselte ein paar Worte. Bei der Audienz waren unter anderem auch amerikanische Star-Komiker wie Whoopi Goldberg, Chris Rock, Julia Louis-Dreyfus, Stephen Colbert, Jimmy Fallon und Conan O'Brien dabei. Aus Deutschland waren auch Annette Frier, Meltem Kaptan, Till Reiners und Torsten Sträter eingeladen.
Video: Israel setzt Mittelalter-Waffe an Grenze zu Libanon ein
Um libanesische Grenztruppen nicht zu provozieren, aber Versteckmöglichkeiten von Hisbollah-Kämpfern zu zerstören, greift eine israelische Einheit zu mittelalterlich anmutenden Maßnahmen: Die Soldaten schleudern mit einem selbst gebauten Katapult Brandsätze in den Libanon und schießen mit Brandpfeilen.
Tote und Verletzte nach Explosion in Schweizer Garage
Bei Explosionen und einem Brand in einer Hochhaus-Tiefgarage kommen in der Schweiz zwei Menschen ums Leben. Zudem gibt es elf Verletzte. Nach ersten Erkenntnissen sei von einem Unfall auszugehen und nicht von einem Verbrechen, teilt die Polizei des Kantons Aargau mit. Was die Explosionen am Donnerstagabend in einer Wohnanlage in Nussbaumen ausgelöst hatte, sei noch unklar, heißt es weiter.
Als Polizei, Feuerwehr und Rettungswagen in der Nacht eintrafen, hatte sich bereits ein Brand über mehrere Stockwerke ausgebreitet. Mehr als 100 Bewohnerinnen und Bewohner von sechs Hochhäusern, die mit der Tiefgarage verbunden sind, wurden in Sicherheit gebracht. "In der Garage herrscht großes Chaos und immenser Sachschaden am Objekt und den abgestellten Fahrzeugen", teilt die Polizei mit. Manche Bereiche seien nun einsturzgefährdet. Bei der Feuerbekämpfung wurden auch drei Helikopter eingesetzt.
Osnabrücker Künstler macht Trump "besonderes Geschenk"
Neben Bundeskanzler Olaf Scholz feiert auch Ex-US-Präsident Donald Trump heute Geburtstag. Volker-Johannes Trieb macht dem aktuellen Präsidentschaftskandidaten dafür ein Geschenk der ganz besonderen Art: Am frühen Morgen hängt der Osnabrücker Künstler zusammen mit Helfern 50 Rettungsringe an einer Brücke vor dem US-Generalkonsulat in der Hamburger Speicherstadt auf.
Die Aktion hat das Motto "Save yourself", auf einem großen Banner ist zu lesen: "America, save yourself - don't vote for Trump". Die 50 Rettungsringe sollen für die 50 US-Bundesstaaten stehen. Auf jedem Ring steht ein Begriff für ein wichtiges Element im gesellschaftlichen Miteinander oder in der Demokratie, die aktuell durch Trump bedroht seien. Hamburg war um 1900 einer der wichtigsten europäischen Auswandererhäfen, Hunderttausende gingen hier mit dem Ziel Amerika an Bord der Schiffe - unter ihnen auch Donald Trumps Großvater.
G7-Runde singt "Happy Birthday" für Scholz
"Happy Birthday to you!" Die G7-Partner gratulieren Bundeskanzler Olaf Scholz bei ihrem Gipfel mit einem Ständchen zum Geburtstag. Vor dem Beginn der Sitzungen am zweiten Gipfeltag singen sie angeführt von US-Präsident Joe Biden "Happy Birthday" für den Kanzler, wie es aus Delegationskreisen heißt. Scholz wird heute 66 Jahre alt. In der Nacht hatte er bereits mit seinem Team in den Geburtstag hineingefeiert und um Mitternacht eine Torte bekommen.
Viel Zeit zum Feiern bleibt bei dem Treffen der sieben großen Industriestaaten in der süditalienischen Provinz Apulien jedoch nicht. Direkt danach geht es weiter mit der ersten Arbeitssitzung zum Thema Migration. Am Nachmittag wird auch Papst Franziskus zu dem Treffen erwartet.
Neuer Prozess gegen Jérôme Boateng beginnt
Während sich seine früheren Mannschaftskameraden auf das EM-Eröffnungsspiel gegen Schottland vorbereiten, beginnt vor dem Landgericht München I heute ein neuer Prozess gegen den Ex-Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng. Der Vorwurf: Körperverletzung. Seine Ex-Freundin gibt an, er habe sie 2018 in einem Karibik-Urlaub verletzt und mit Gegenständen beworfen. Boateng bestreitet das. Es ist mittlerweile das vierte Mal, dass sich ein Gericht mit der Sache befasst.
Das Amtsgericht München hatte bereits im Jahr 2021 eine hohe Geldstrafe gegen Boateng verhängt: 60 Tagessätze zu je 30.000 Euro, also insgesamt 1,8 Millionen Euro. Das Landgericht München I verurteilte Boateng dann im Oktober 2022 in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe von insgesamt 1,2 Millionen Euro. Doch das Bayerische Oberste Landesgericht kassierte das Urteil. Die neue Entscheidung könnte laut der Terminplanung des Gerichts am 19. Juli fallen.
Gericht: AfD darf Halle in Essen für Parteitag nutzen
Im Streit um die Grugahalle in Essen erringt die AfD einen Sieg: Die Stadt muss der Partei die Veranstaltungshalle für ihren Bundesparteitag Ende Juli ohne Auflagen zur Verfügung stellen. In einem veröffentlichten Beschluss entscheidet das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, die Stadt dürfe den Zugang zu der Halle nicht von der Abgabe einer strafbewehrten Selbstverpflichtungserklärung abhängig machen. Die AfD dürfe nicht anders behandelt werden als andere Parteien, so das Gericht.
Die Stadt hatte den Mietvertrag zuvor gekündigt, nachdem die AfD nicht wie gefordert eine Zusatzerklärung zum Mietvertrag abgegeben hatte. Laut der Erklärung sollte die Partei sicherstellen, dass während des Parteitages keine strafbaren NS-Parolen verwendet werden.
Bislang größter Schlag gegen Kokainhandel in Deutschland
Deutschen Ermittlern ist nach eigenen Angaben der bislang größte Schlag gegen den Kokainhandel in der Bundesrepublik gelungen. Wie das Zollfahndungsamt Stuttgart und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mitteilen, wurden dabei "Dutzende Tonnen Kokain im Wert von mehreren Milliarden Euro aus dem Verkehr gezogen". Es gab demnach Durchsuchungen in sieben Bundesländern, sieben Haftbefehle wurden vollstreckt.
Einsätze fanden den Angaben zufolge in Bonn, Köln, Leverkusen, dem Rhein-Sieg-Kreis und Wachtberg in Nordrhein-Westfalen, in der bayerischen Landeshauptstadt München, in Berlin und Hamburg, im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland, im niedersächsischen Heidekreis sowie im hessischen Frankfurt am Main statt.
Hochhaus in Mainz brennt - elf Verletzte
Durch einen Brand sind in einem Hochhaus in Mainz elf Menschen verletzt worden. Wie die Feuerwehr in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt mitteilt, brach das Feuer in der Nacht in einem Restaurant im Erdgeschoss des Hauses in der Oberstadt aus. Das gesamte Stockwerk war demnach verraucht.
Von etwa 20 Menschen, die durch den dichten Rauch flohen, erlitten elf Rauchvergiftungen. Zwei von ihnen kamen ins Krankenhaus. Zudem waren rund 120 Menschen zu betreuen, die sich auf anderen Wegen ins Freie gerettet hatten.
Das wird heute wichtig
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
es ist so weit: Die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland startet. Zum Auftakt empfängt die DFB-Elf das Nationalteam Schottlands. Anpfiff in der Allianz-Arena in München ist um 21.00 Uhr.
Das Turnier geht mit riesigen Erwartungen einher. Die "vier großartigen Wochen" (Robert Habeck) sollen zum "Friedensfest" (Annalena Baerbock) werden und eine "Zeitenwende im deutschen Fußball" (Philipp Lahm) bringen. Bundeskanzler Olaf Scholz - der heute übrigens 66 Jahre alt wird - jedenfalls freut sich auf ein "buntes Fahnenmeer". Sie sich auch?
Das wird heute außerdem wichtig:
Der jährliche G-7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs aus sieben führenden Industrienationen wird fortgesetzt. Erstmals wird der Papst bei dem Treffen teilnehmen.
Der Bundestag debattiert unter anderem über den von der Union geforderten Untersuchungsausschuss zum Atomausstieg.
EVP-Präsident Manfred Weber spricht in Budapest mit Viktor Orbáns Herausforderer Péter Magyar. Es wird erwartet, dass dabei ein Eintritt der EU-Parlamentarier der Tisza-Partei von Magyar in die EVP-Fraktion verkündet wird.
Europol legt Ergebnisse von zwei großen Aktionen gegen terroristische Propaganda online vor. An den Aktionen sollen 15 Ländern beteiligt gewesen sein, darunter Deutschland.
Ein neuer Prozess gegen den früheren Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng wegen des Vorwurfs der Körperverletzung an seiner Ex-Partnerin beginnt.
Mein Name ist Marc Dimpfel und ich begleite Sie durch die erste Hälfte des Nachrichtentages. Bei Anregungen oder Kritik erreichen Sie mich unter marc-oliver.dimpfel(at)ntv.de.
Starten Sie gut in den Tag!
Shakira hat zurzeit keinen Platz für einen Mann
Zwei Jahre nach ihrer offiziellen Trennung vom ehemaligen Fußball-Profi Gerard Piqué will sich Popsängerin Shakira für eine neue Beziehung Zeit lassen. Sie denke derzeit an keine Partnerschaft, sagt die 47-Jährige dem Musikmagazin "Rolling Stone". Scherzend fügt sie hinzu: "Welchen Platz habe ich im Moment für einen Mann." Sie sei noch immer an Männern interessiert, sagt die Kolumbianerin. Das emotionale Wohlbefinden ihrer beiden Söhne habe für sie jedoch Priorität: "Wenn ich eine offizielle Beziehung hätte, müssten meine Kinder sehr gut darauf vorbereitet sein."
Indigenen-Stamm darf wieder Grauwale jagen
Die Ureinwohner des Makah-Stammes im US-Bundesstaat Washington dürfen nach jahrzehntelanger Pause ihre traditionelle Jagd auf Grauwale wieder aufnehmen. Die amerikanische Ozean- und Klimabehörde NOAA gab am Donnerstag (Ortszeit) eine entsprechende Sondergenehmigung für den indigenen Stamm im Nordwesten der USA bekannt. Demnach darf der Stamm aus dem Pazifik-Küstendorf Neah Bay in einem Zeitraum von zehn Jahren bis zu 25 Grauwale für zeremonielle Zwecke und zur Selbstversorgung jagen.
Dabei müssen weitere Auflagen eingehalten werden. So dürfen etwa pro Jahr höchstens zwei bis drei Tiere getötet werden. Nach Angaben der Behörde wird der Bestand der Grauwale in der Region nach jüngsten Erhebungen auf rund 17.000 bis 21.000 Tiere geschätzt. Die Indigenen hatten jahrhundertelang von der Grauwaljagd gelebt.
Neubauer: Grüne sind "viel zu oft" eingeknickt
Nach den Verlusten der Grünen bei der Europawahl wirft die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer der Partei vor, in der Bundesregierung zu oft bei der Klimapolitik nachgegeben zu haben. "Die Grünen sind mit der Hoffnung in die Regierung gewählt worden, dass sie dort rote Linien in der Ökologie verteidigen", sagt Neubauer der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".
"Über die verschiedenen Wege, Klimaziele einzuhalten, muss man streiten", sagt die Aktivistin von der Klimaschutzbewegung Fridays for Future. "Viel zu oft sind sie allerdings ökologisch eingeknickt." Im Europaparlament hätten die Grünen in den vergangenen Jahren mit anderen zusammen zwar wirklich etwas bewirkt, sagt Neubauer. "Aber bei der Europawahl wurde viel auf die Ampelregierung projiziert. Daher die Verluste."
Mann schießt auf SEK und wird erschossen
Bei einem Einsatz des Spezialeinsatzkommandos (SEK) in Hamburg ist ein Mann tödlich verletzt worden. Wie ein Polizeisprecher mitteilt, waren die Beamten kurz vor Mitternacht von Anwohnern "aufgrund einer verhaltensauffälligen männlichen Person" alarmiert worden. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte soll der Mann unvermittelt von seinem Balkon aus auf die Polizisten geschossen haben. Daraufhin wurde Verstärkung durch ein SEK-Team angefordert. Nach Polizeiangaben soll der Mann dann auch auf das SEK geschossen haben. Die Einsatzkräfte schossen auf den Mann, er erlag noch am Tatort seinen Verletzungen, wie der Sprecher sagt.
Tanklastzug fängt Feuer auf Autobahn
Eine Brücke der Autobahn 17 ist durch einen brennenden Tanklastzug beschädigt worden. Der Fahrer konnte sich in Sicherheit bringen und blieb unverletzt, wie die Feuerwehr mitteilt. Das Feuer konnte gelöscht werden, bevor es auf den mit rund 36.000 Litern Benzin gefüllten Tanksattelauflieger übergriff. Die Ursache des Brandes sei noch unklar, sagte ein Feuerwehrsprecher.
Der Tanklastzug war nahe dem Autobahndreieck Dresden-West auf einer Landstraße in Brand geraten und unter der Autobahnbrücke zum Stehen gekommen, wodurch sich die Flammen bis hin zur Brücke ausbreiteten und diese beschädigten. Die Autobahn wurde für mehrere Stunden in beide Richtungen gesperrt, die Fahrtrichtung Dresden später wieder freigegeben. Der Verkehr in Richtung Prag wurde weiterhin an der Unfallstelle vorbeigeleitet. Landstraße blieb zunächst voll gesperrt.