Wadephuls Lockrufe prallen an Riesenmeerschweinchen ab
Winken, Lockrufe und ein "Hallloooo?!". Bundesaußenminister Wadephul wirbt in Brasilien um die Aufmerksamkeit einer Gruppe Capybaras. Doch der Fototermin mit den Riesenmeerschweinchen bleibt eine eher einseitige Begegnung.
Seine mehrtägige Südamerikareise, die Wadephul auch in die Nähe der Riesenmeerschweinchen führte, beendet der CDU-Politiker am heutigen Freitag in Brasília. In der brasilianischen Hauptstadt kam der CDU-Politiker mit seinem Amtskollegen Mauro Vieira zusammen. Wie auf den ersten Stationen der viertägigen Reise des Ministers durch Lateinamerika sollte die Umsetzung des Mercosur-Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Ländern Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay im Mittelpunkt stehen.
Mercosur bedeutet "Gemeinsamer Markt des Südens". Das Abkommen war Anfang Mai vorläufig in Kraft getreten. Durch den schrittweisen Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll es den Austausch von Waren und Dienstleistungen ankurbeln. In Deutschland werden große Chancen für die Autoindustrie, den Maschinenbau und die Pharmabranche gesehen.
Von der Leyen: Gewalt für Israel-Siedlungen ist abscheulich
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die fortgesetzte Ausweitung israelischer Siedlungen im Westjordanland als "völlig inakzeptabel" bezeichnet und von einem abscheulichen Gewalteinsatz gesprochen. "Dies untergräbt die Zukunft der Zweistaatenlösung, die aus unserer Sicht die einzige tragfähige Lösung beziehungsweise der einzige Weg zu einem dauerhaften Frieden ist", sagte sie in einer Pressekonferenz zum Start der irischen EU-Ratspräsidentschaft in Cork. Und die Lage verschlechtere sich eindeutig.
Von der Leyen bestätigte zudem noch einmal, dass die EU-Kommission den Mitgliedstaaten in Kürze ein Optionenpapier mit Reaktionsmöglichkeiten vorlegen wird. Zugleich warnte sie allerdings vor allzu großen Erwartungen und verwies auf einen bereits vor zehn Monaten vorgelegten Vorschlag, Freihandelsvorteile für Israel zu streichen. "Dieser Vorschlag liegt weiterhin auf dem Tisch der Mitgliedstaaten, die mit qualifizierter Mehrheit darüber abstimmen müssten", betonte sie in der Pressekonferenz mit dem irischen Regierungschef Micheál Martin. Der Ball liege also im Feld der Mitgliedstaaten. Bislang kam die erforderliche Mehrheit unter anderem deswegen nicht zustande, weil das Streichen von Handelsvorteilen von der deutschen Regierung abgelehnt wird. Solche Maßnahmen halte man "für unangebracht", hatte Außenminister Johann Wadephul im April bei einem EU-Treffen gesagt.
Gas-Laster kracht in Mautstation - mehrere Tote in Indien
Ein Tanklastzug rast auf eine Mautstation zu. Der Fahrer kann ihn offenbar nicht mehr zum Stehen bringen. Das Auto kracht in eine Begrenzung, es kommt zu einer riesigen Explosion. Mehrere Menschen kommen ums Leben.
Berliner SPD-Chef: Neue Krankschreibungs-Regelungen "komplett absurd"
In der SPD wächst der Widerstand gegen die von der Union beim Reformpaket der Regierung durchgesetzte Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und Attestpflicht vom ersten Krankheitstag an. "Das ist komplett absurd, das muss jeder in der Union verstehen, der noch bei Verstand ist", sagte der Berliner SPD-Chef und Spitzenkandidat für die Wahl im September, Steffen Krach, der "Süddeutschen Zeitung".
Einerseits betone man in dem Paket, man wolle unbedingt Bürokratie abbauen, aber damit belaste man das Gesundheitssystem "in einer unfassbaren Form zusätzlich." Das sei ein Widerspruch in sich, meint er in Richtung von Kanzler Friedrich Merz von der CDU, der das als Maßnahme gegen einen aus seiner Sicht zu hohen Krankenstand im Land sieht.
"Die Hausärzte sind zurecht empört, die Union sollte das dringend noch einmal überdenken", sagte Krach. "Kein Mensch, der sich mit dem Gesundheitssystem auseinandersetzt, hält das für sinnvoll, da das Arztpraxen verstopft und es noch schwerer macht, schneller an Behandlungstermine zu kommen."
Tech-Riese Samsung verklagt Stadt in Nordrhein-Westfalen
Seit einigen Jahren sind Tablets an Schulen ja gang und gäbe. Auch in Datteln in Nordrhein-Westfalen. Doch die Tablets machen dort aktuell Ärger. Der Tech-Konzern Samsung verklagt die Stadt jetzt nämlich.
Der Elektronik-Konzern Samsung klagt gegen die Stadt im nördlichen Ruhrgebiet, weil sie für ihre Schulen gezielt neue iPads des Herstellers Apple nachbestellen wollte. Samsung verlangt hingegen, dass die Ausschreibung keinen Hersteller bevorzugen dürfe.
Bei einem kurzen Verhandlungstermin am Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf gab es noch keine Fortschritte. Der Senat habe mitgeteilt, dass noch Schriftsätze eingereicht worden seien, die man zunächst auswerten müsse, sagte eine Gerichtssprecherin. Eine Entscheidung wollen die Richter frühestens im September verkünden.
Die Stadt Datteln will rund 650 in die Jahre gekommene iPads, die an den Schulen genutzt werden, durch neue Geräte ersetzen. Der Auftrag dafür wurde ausgeschrieben. Dabei habe die Stadt gezielt die Anschaffung von neuen iPads - also Tablets der Marke Apple - ausgeschrieben, sagte die OLG-Sprecherin.
"Ein Systemwechsel wäre mit ganz erheblichen Komplikationen verbunden und der Stadt Datteln nicht zumutbar", sagte Jörn Rasmußen, IT-Leiter und Digitalisierungsbeauftragter der Stadt Datteln, im März der "WAZ". Aktuell äußert sich die Stadt nicht mehr zu dem Thema und verweist auf das laufende Verfahren.
Dick Van Dyke, 100 Jahre alt, macht Spaziergang mit Abstecher zu Starbucks
Der US-Schauspieler Dick Van Dyke hat eine mittlerweile neun (!) Jahrzehnte umfassende Karriere im Showbusiness. Vielen hierzulande wird er duch die Mitte der 90er Jahre erstmals auch in Deutschland ausgestrahle Krimi- und Arztserie "Diagnose: Mord" bekannt sein. Schon damals hatte er schlohweißes Haar. Nun, über 30 Jahre später, zeigt Van Dyke sich mal wieder in der Öffentlichkeit - an der Seite seiner laut US-Medien 54 Jahre alten Frau Arlene. Dabei ist er mit einer Gehhilfe unterwegs, wie "Page Six" berichtet. Auf Aufnahmen ist zu sehen, dass er ein weißes Hemd trägt. Während eines Spaziergangs habe es dann einen Abstecher zu einer Filiale von Starbucks gegeben, um sich eine Erfrischung zu gönnen.
Kanufahrer entdeckt Toten in Duisburger See
Ein Kanufahrer hat im Bertasee in Duisburg eine Leiche entdeckt. Es handele sich um einen dunkelhäutigen jungen Mann im geschätzten Alter zwischen 15 und 20 Jahren, teilte die Polizei mit. Der Mann konnte bisher nicht identifiziert werden, die Polizei bittet deshalb die Bevölkerung um Mithilfe. Der Schwimmer trug eine rot-weiße Boxershorts und eine dunkle Bermuda-Badehose. Die Polizei veröffentlichte Bilder von der Kleidung. Die Wasserleiche wurde am Donnerstag gegen 18.50 Uhr entdeckt. Für Hinweise ist eine telefnische Kontaktmöglichkeiten der Polizei unter der betreffenden Meldung zu finden.
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Lesern, mein geschätzter Kollege David Schäfer hat sich auf in den Feierabend gemacht. Mein Name ist Max Perseke und ich begleite Sie heute durch die zweite Tageshälfte. Wie immer freue ich mich bei Fragen, Hinweisen und Kritik über Ihre Mail an: dertag(at)ntv.de. Auf geht's!
Auf der Flucht: Interpol sucht Ukrainerin aus Deutschland nach Anschlag auf Oligarchen in Monaco
Nach der Explosion einer Paketbombe in Monaco, bei der ein aus der Ukraine stammender Geschäftsmann schwer verletzt wurde, fahndet Interpol nach einer Ukrainerin. Die 39-jährige Anastasija Beresowska werde in Monaco wegen versuchten Mordes, der Platzierung eines Sprengsatzes mit krimineller Absicht sowie Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung gesucht, erklärte die internationale Polizeiorganisation in ihrem Fahndungsaufruf. Auf zwei Fahndungsfotos ist eine Frau mit halblangen braunen Haaren und einem schwarz-weiß-gestreiften T-Shirt zu sehen. Auf ihrem rechten Oberarm hat sie ein Tattoo, laut Interpol vermutlich eine Schlange. Die Verdächtige spricht den Angaben zufolge Deutsch.
"Nach ersten Erkenntnissen und Ermittlungen der monegassischen Strafverfolgungsbehörden hatten sich Bezüge nach Hessen ergeben", teilte das Landeskriminalamt (LKA) Hessen mit. Am Donnerstag sei im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens eine von der Ukrainerin angemietete Wohnung im Main-Taunus-Kreis durchsucht worden. "Des Weiteren wurde ein von ihr genutztes Fahrzeug durchsucht und sichergestellt." Beweismittel seien an die monegassischen Behörden übergeben worden. "Die gesuchte Frau befindet sich aktuell auf der Flucht." Am Montagabend hatte es am Eingang eines Wohngebäudes eine heftige Explosion in Monaco gegeben. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt. Zuvor hatte eine Person dort den Angaben nach ein Paket abgelegt, später war sie geflohen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Verdächtige nicht alleine gehandelt hat. Zur Identität der Opfer hatte die Staatsanwaltschaft keine Angaben gemacht. Nach Medienberichten in Monaco, Frankreich und der Ukraine soll es sich um einen ukrainischen Oligarchen, seine Ehefrau und einen Sohn des Paares handeln.
Trumps pannengeplagte "State Fair": Abstürzendes Bühnenteil verfehlt Tänzerinnen nur knapp
Kurz vor den Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der USA kommt es beim "Great American State Fair" beinahe zu einem schweren Unfall. Doch schon vorher weht kein guter Geist über die Wiesen der National Mall. Zahlreiche Künstler boykottieren die von Präsident Trump ins Leben gerufene Veranstaltung. Das Besucheraufkommen ist mäßig.
Schwiegermutter am Steuer nach Gewalttat? Unterstützung für Migrationsbeauftragten
Nach Bekanntwerden der mutmaßlichen Verwicklung seiner Schwiegermutter in die Gewalttat von Stade bekommt der niedersächsische Migrationsbeauftragte Rückendeckung. "Deniz Kurku hat richtig gehandelt, offen zu informieren, dass seine Schwiegermutter in das Geschehene verwickelt ist", betont Ministerpräsident Olaf Lies. "Ihn trifft selbst keine Schuld. Wir stehen an seiner Seite." Auch die SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag stellt sich hinter ihren Parteikollegen. Kurku hatte am Donnerstag eine Stellungnahme über seine familiäre Verwicklung veröffentlicht. "Unmittelbar nachdem ich aufgrund von Medienberichten von der Betroffenheit meiner Schwiegermutter Kenntnis erhalten hatte, habe ich dieses den Ermittlungsbehörden (...) mitgeteilt", ließ der Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe über einen Rechtsanwalt mitteilen.
Die 65-Jährige soll am Steuer des Fluchtwagens - mit dem mutmaßlichen Schützen als Beifahrer - gesessen haben. Die Polizei stoppte das Auto mit Schüssen. Der mutmaßliche Schütze, ein 45-Jähriger mit türkischer Staatsangehörigkeit, sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sechsfachen Mord vor. Er steht unter Verdacht, sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade erschossen zu haben. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass das Tatmotiv ein Sorgerechtsstreit um ein drei Monate altes Kind ist. Inwiefern die 65-Jährige von den Plänen wusste und welche Rolle sie bei der Tat spielte, ist nach Angaben der Ermittler noch unklar.
Mercedes von Umweltsünder wird öffentlich verschrottet
Ein Mann wirft im britischen Landkreis Wiltshire Müll aus dem Auto und wird gefilmt. Die Strafe bezahlt er aber nicht. Der Landkreis reagiert drastisch und verschrottet den Mercedes. Mit dem Video wollen die Behörden andere Umweltsünder warnen.
Kanzleramtschef verteidigt Attest-Pläne: Leute sollen mehr arbeiten
Kanzleramtschef Thorsten Frei erhofft sich durch die von der Koalition geplanten Verschärfungen bei Krankschreibungen im Job, dass mehr gearbeitet wird. "Tatsächlich ist es so, dass wir das Arbeitsvolumen auch erhöhen müssen", sagte der CDU-Politiker im RTL/ntv-Frühstart. "Und das ist eines von vielen Mitteln, das wir dazu ergreifen." Die Pläne waren vorher von der Opposition und auch von Hausärzten scharf kritisiert worden.
Union und SPD wollen Deutschland mit einem umfassenden Reformpaket aus der Wirtschaftskrise führen. Eine der geplanten Maßnahmen: Die Möglichkeit, sich telefonisch auch ohne Praxisbesuch krankschreiben zu lassen, soll abgeschafft werden. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll schon am ersten Krankheitstag verpflichtend vorgelegt werden. "Wir kehren zurück zu den Verhältnissen, die wir in der Vor-Corona-Zeit hatten, und uns erscheint es sinnvoll, weil es ist natürlich klar: Wenn jemand krank ist, dann muss diese Krankheit auch bescheinigt werden", sagte Frei.
Gondel löst sich im 44. Stock: Feuerwehr muss Fensterputzer aus rund 200 Metern Höhe retten
Höhenretter der Berufsfeuerwehr Frankfurt haben an einem Hochhaus zwei Fensterputzer aus einer defekten Arbeitsgondel in rund 200 Metern Höhe gerettet. Nach Angaben eines Sprechers hing die Gondel zunächst auf Höhe des 44. Stockwerks an der Fassade fest, habe sich dann aber gelöst, so dass Lebensgefahr für die beiden Arbeiter bestanden habe.
Über eine Seilwinde seien die Männer einzeln elf Stockwerke nach oben gezogen und in Sicherheit gebracht worden. Nach Angaben des Feuerwehrsprechers handelte es sich vermutlich um die "höchste Rettungsaktion im urbanen Raum in Deutschland". Insgesamt 24 Feuerwehrleute waren den Angaben zufolge an dem Einsatz beteiligt, davon fünf Höhenretter. An der Gondel habe vermutlich ein technischer Defekt vorgelegen.
Betäubt und vergewaltigt: Europol infiltriert Täter-Foren
Das Vorgehen erinnert an den Fall von Gisèle Pelicot: Das von England und Deutschland geleitete Europol-Projekt "Medusa" sucht gezielt nach Videos, in denen bewusstlose Frauen vergewaltigt werden. Die Zuständigen infiltrieren Foren, in denen sich die Täter gegenseitig Ratschläge zu Betäubungsmaßnahmen geben.
Nicht nur Trump feiert: Brandenburger Tor wird am Samstag in den Farben der USA angestrahlt
Das Brandenburger Tor wird zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten von Amerika angestrahlt. Das Berliner Wahrzeichen wird am Samstag ab Sonnenuntergang in den Farben der USA erstrahlen, wie das Land Berlin mitteilt. Damit würdige die deutsche Hauptstadt insbesondere "die einzigartigen Verdienste, die sich die USA um die Freiheit Berlins erworben haben".
"Gerade hier am Brandenburger Tor haben US-Präsidenten in den Jahren des Kalten Kriegs den festen Willen bekräftigt, die Freiheit Berlins zu verteidigen und all jene zu schützen, deren Rechte und Sicherheit bedroht sind", erklärt Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner. Berlin erinnere sich "mit Dankbarkeit und Respekt an die Unterstützung, die die Vereinigten Staaten von Amerika für die Freiheit unserer Stadt geleistet haben". Nach den Worten von Bundesminister Johann Wadephul ist das 250. Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung "für Europa, für Deutschland und gerade für Berlin ein Grund zum Feiern". "Auf den Werten der Unabhängigkeitserklärung wurde das freie, demokratische Nachkriegsdeutschland gegründet", erklärt Wadephul. Die USA feiern am 4. Juli den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Zur zentralen Feier in Washington werden zehntausende Besucher erwartet. US-Präsident Donald Trump hat zum Jubiläum "die spektakulärste aller Trump-Kundgebungen" angekündigt.
"Man sitzt auf der Bettkante und überlegt": Spahn verteidigt Pläne für Krankschreibungen
Unionsfraktionschef Jens Spahn hat die von der Koalition geplanten Verschärfungen bei Krankschreibungen im Job verteidigt. "Diejenigen, die wirklich krank sind, die sollen natürlich auch zu Hause bleiben können", sagte der CDU-Politiker im ARD-"Morgenmagazin". "Aber die Frage stellt sich schon, ob die Deutschen so viel kränker sind tatsächlich als die anderen in Europa. Und deswegen braucht es da Maßnahmen."
Union und SPD wollen Deutschland mit einem umfassenden Reformpaket aus der Wirtschaftskrise führen. Eine der geplanten Maßnahmen: Die Möglichkeit, sich telefonisch auch ohne Praxisbesuch krankschreiben zu lassen, soll abgeschafft werden. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll schon am ersten Krankheitstag verpflichtend vorgelegt werden. Spahn sagte, jeder kenne doch "in seinem echten wahren Leben", im Bekannten- oder Freundeskreis, in der Nachbarschaft, vielleicht auf der Arbeit, immer wieder auch die Situation, insbesondere montags und freitags, wenn es sogenannte "Bettkantenentscheidungen" gebe. "Man sitzt auf der Bettkante und überlegt: "Passt das heute?""
Tibet-Bezug? Mann setzt sich vor UN-Hauptquartier in Brand und stirbt
Ein Mann hat sich vor dem UN-Hauptquartier in New York in Brand gesetzt und ist ums Leben gekommen. Die Polizei wurde nach eigenen Angaben darüber informiert, dass sich ein Mann vor dem Gebäude angezündet hatte. In einem Krankenhaus sei sein Tod festgestellt worden. Ein Motiv wurde zunächst nicht genannt.
Einem Aktivisten und US-Medienberichten zufolge handelte es sich um einen Tibet-Aktivisten. Die Ermittler bestätigten dies nicht. Ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, er sei "bestürzt über den tragischen und schrecklichen Vorfall". Ein Pro-Tibet-Aktivist erklärte, der Mann, der sich vor dem UN-Hauptquartier in Brand setzte, habe gegen Chinas neues Gesetz zur Assimilation ethnischer Minderheiten protestiert. Das Gesetz, das im März vom Nationalen Volkskongress verabschiedet wurde und am Mittwoch in Kraft trat, zielt darauf ab, in China eine "gemeinsame" nationale Identität zu schaffen und den "Zusammenhalt" zu stärken. Aktivisten im Ausland kritisierten, das Gesetz werde die Rechte ethnischer Minderheiten wie der Uiguren und Tibeter weiter einschränken.
Vielerorts wieder über 30 Grad: Hitzegewitter und Wind ziehen durch Sommerwochenende
Nach einem verbreitet sonnigen Freitag klettern die Temperaturen am Wochenende vor allem in der Südhälfte des Landes wieder vielerorts über die 30-Grad-Marke. Zu der Wärme gesellen sich vielerorts Gewitter, zusätzlich dreht der Wind auf.
Berichte: Israel plante Tötung iranischer Verhandlungsführer - USA ließen Teheran Warnung zukommen
Mehreren übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge fürchteten hochrangige Mitglieder der US-Regierung, dass Israel die obersten iranischen Verhandlungsführer während der Gespräche mit den USA über ein vorläufiges Friedensabkommen töten wollte. Wie die "New York Times" berichtet, war die Tötung hochrangiger iranischer Führungskräfte von Kriegsbeginn an Teil der israelischen Strategie. Doch die Besorgnis der US-Regierung hinsichtlich der gezielten Tötung zweier bestimmter iranischer Amtsträger - Außenminister Abbas Araghtschi und Parlamentspräsident Bagher Ghalibaf - habe sich während der heiklen Waffenstillstandsverhandlungen zugespitzt.
Aus Angst, dass ein israelischer Attentatsversuch die Verhandlungen zum Scheitern bringen könnte, gingen die USA demnach sogar so weit, andere Länder in der Region zu bitten, den Iran vor möglichen Angriffen auf die Verhandlungsführer durch Israel zu warnen. "Wenn man diese Leute tötet, tötet man damit die Pragmatiker", sagte ein US-Beamter der "Washington Post".
Mindestens 2500 Tote bei Erdbeben in Venezuela - 50.000 vermisste Menschen?
Die Zahl der Todesopfer durch das verheerende Doppel-Erdbeben in Venezuela ist auf mehr als 2500 gestiegen. Es seien bisher 2595 Todesopfer gemeldet worden, sagte Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez auf einer Pressekonferenz. Zudem seien 12.400 Menschen verletzt worden. Zugleich versicherte die Übergangspräsidentin, dass Rettungskräfte weiter nach Überlebenden suchen werden. Zur Zahl der noch Vermissten machte sie keine Angaben. Die Behörden des südamerikanischen Landes haben es bisher vermieden, sich dazu zu äußern.
Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnte die Zahl der Vermissten aber bei bis zu 50.000 liegen. Am Mittwoch vergangener Woche hatten kurz hintereinander zwei starke Erdbeben den Norden Venezuelas erschüttert. Die im Laufe der folgenden Tage immer weiter abnehmende Hoffnung, noch Überlebende zu bergen, hatte am Donnerstag neue Nahrung bekommen: Acht Tage nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben holten Rettungskräfte im stark zerstörten Ort Catia La Mar einen Mann lebend aus den Trümmern.
Das wird heute wichtig
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
nach der Vorstellung des Reformpakets der Bundesregierung gab es gestern aus der Wirtschaft recht viel Zuspruch für die Pläne von Union und SPD, doch insbesondere beim Thema Krankschreibungen prasselte von vielen Seiten harsche Kritik auf die Koalitionäre ein. Die wollen ihr Reformpaket aber weitgehend unverändert in die Tat umsetzen. "Das müssen wir jetzt auch durchbringen", sagte Vize-Kanzler Lars Klingbeil im ZDF. Kanzler Friedrich Merz äußerte sich ähnlich. Wir behalten die Reformdebatte für Sie weiter im Blick.
Auch diese Themen haben wir für Sie auf dem Zettel:
IG Metall kündigt "heißen Sommer" an: Tausende Beschäftigte von Mercedes-Benz wollen heute bundesweit gegen die Verschärfung des Sparkurses bei dem Autobauer protestieren. Der Aufruf zu dem Protest vor den Werkstoren kommt von der IG Metall. Demnach finden Kundgebungen unter anderem an den Standorten Sindelfingen und Untertürkheim (Stuttgart) statt. Der Protest soll der Auftakt für weitere Aktionen sein.
Wadephul beendet Südamerika-Reise: Auf der letzten Etappe seines mehrtägigen Südamerika-Besuchs trifft Außenminister Johann Wadephul in Brasiliens Hauptstadt Brasília ein. Dort kommt der CDU-Politiker mit seinem Amtskollegen Mauro Vieira zusammen. Im Mittelpunkt dürfte die Umsetzung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Ländern Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay stehen.
Bundeskanzler Merz empfängt am Mittag die Staats- und Regierungschefs der baltischen Länder Lettland, Estland und Litauen.
Das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlicht seine Neuzulassungszahlen für den Monat Juni.
Der UN-Menschenrechtsrat kommt in Genf zu einer Dringlichkeitssitzung zu den Entwicklungen im Sudan zusammen. Im dortigen Bürgerkrieg gibt es immer wieder schwere Menschenrechtsverletzungen.
Beim Rasen-Grand-Slam in Wimbledon tritt Marathonmann Jan-Lennard Struff in der dritten Runde gegen den gesetzten Russen Daniil Medwedew an.
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft treffen heute um 20.00 Uhr Australien und Ägypten aufeinander. Um Mitternacht deutscher Zeit hat Argentinien gegen Kap Verde die klare Favoritenrolle, mitten in der Nacht spielt Kolumbien gegen Ghana. Über alle wichtigen Entwicklungen halten Sie meine Kollegen im Sport-Tag auf dem Laufenden.
Starten Sie gut in den Tag. Mein Name ist David Schäfer. Bis zum frühen Nachmittag versorge ich Sie mit Nachrichten aus aller Welt. Bei Fragen oder Hinweisen erreichen Sie mich via Mail an david.schaefer[at]ntv.de.
"Köstliche Muscheln": Trump will geschützte Meeresgebiete für Fischerei freigeben
US-Präsident Donald Trump will trotz Umweltbedenken mehrere bislang geschützte Meeresgebiete für die Fischerei freigeben. Konkret solle das Fischen von Jakobsmuscheln am nördlichen Rand der Georges Bank im Nordosten des Landes wieder erlaubt werden, teilte er auf Truth Social mit. "Das bedeutet Millionen Pfund mehr köstliche Wildjakobsmuscheln pro Jahr auf den Tellern der Amerikaner", schrieb Trump weiter und betonte, dass neue Arbeitsplätze geschaffen und die Produktion im Land angekurbelt werden solle.
Laut der für die Meere zuständigen US-Behörde NOAA soll ein Rotationszugang für die Fischer eingeführt werden. Umweltverbände warnen hingegen vor Schäden durch den Fang von Jakobsmuscheln, die meist vom Meeresboden abgeschabt werden. Nach Angaben der Umweltorganisation Conservation Law Foundation etwa gefährdet dies die Population des Atlantischen Kabeljaus, der in dem felsigen Boden dort Schutz sucht. Bislang stand der Teil der Georges Bank daher unter Schutz: Galt das Gebiet im Nordatlantik zwischen Cape Cod nahe Boston im US-Bundesstaat Massachusetts und Nova Scotia in Kanada einst als einer der ertragreichsten Fischgründe der Welt, muss es heute vor Überfischung geschützt werden.
Baden könnte in deutschen Gewässern gefährlicher sein als gedacht
Die Qualität der deutschen und weiteren europäischen Badegewässer ist offenbar in bestimmten Fällen bei weitem nicht so unbedenklich wie von der zuständigen europäischen Behörde angegeben. Der Grund: Die Bewertung der Europäischen Umweltagentur EEA basiert lediglich auf Messungen von zwei Fäkalbakterien. Andere Erreger und Dutzende chemische Schadstoffe werden dagegen nach Angaben des Medienhauses Correctiv überhaupt nicht berücksichtigt, obwohl der Behörde auch diese Werte für Badegewässer vorliegen. In einem Mitte Juni veröffentlichten Bericht hatte die EEA Europas Badegewässern überwiegend eine ausgezeichnete Wasserqualität bescheinigt. Demnach hatten in Deutschland knapp 91 Prozent der rund 2300 untersuchten Badestellen eine exzellente Wasserqualität.
Allerdings beziehen sich die Angaben lediglich auf sogenannte intestinale Enterokokken und Escherichia coli. Diese Bakterien können bei Menschen zum Beispiel Magenverstimmungen, Durchfall oder Infektionen verursachen. Nicht berücksichtigt werden dagegen unter anderem Cyanobakterien - auch Blaualgen genannt - und chemische Schadstoffe wie etwa Pestizide, Mineralöle und PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen). Letztere sind allgegenwärtig und reichern sich im Körper an. "Die gegenwärtige Bewertung reicht nach meiner Meinung nicht aus", sagte der Toxikologe Hans-Jörg Martin vom Universitätsklinikum Kiel. "Ein Gewässer kann die Grenzwerte von chemischen Stoffen sprengen und dennoch als exzellent eingestuft werden. Das ist irreführend."
Konfrontation nach Trunkenheitsfahrt: Polizist schießt bei Einsatz – Mann in kritischem Zustand
Ein Polizist hat in einem Haus in Nordhessen einen Mann angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Beamte hätten den 66-Jährigen wegen des Verdachts einer Trunkenheitsfahrt aufgesucht und seien von ihm mit einer Schusswaffe bedroht worden, teilte die Polizei mit.
Wie es anschließend zu dem Schuss oder den Schüssen kam, werde noch ermittelt. Der Verletzte wurde nach dem Vorfall im nördlichen Schwalm-Eder-Kreis - ein genauer Tatort wurde nicht bekanntgegeben - ins Krankenhaus gebracht. Nähere Angaben zu dem Vorfall machte die Polizei zunächst nicht, für Rückfragen zu der schriftlichen Mitteilung war sie zunächst nicht erreichbar.