Sonntag, 26. April 2020Der Tag

mit Janis Peitsch
Janis Peitsch
22:30 Uhr

Das war Sonntag, der 26. April 2020

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(Foto: imago images/Rolf Zöllner)

Liebe Leserinnen und Leser,

das Wochenende neigt sich leider schon wieder dem Ende entgegen. Der "Tag" macht jetzt Feierabend. Bevor ich mich verabschiede - hier die Nachrichten des Tages:

Ich bin am Dienstag für Sie wieder im Dienst. Bis dahin wünsche ich Ihnen eine angenehme Zeit. Ach ja, wenn sie morgen aus dem Haus gehen, denken Sie bitte an ihren Mundschutz.

22:11 Uhr

Unbekannte vergiften mehrere Bienenstöcke

9 von 15 Bienenstöcken eines Imkers sind in der Oberpfalz Opfer eines Giftanschlags geworden. Dabei sei ein Schaden von etwa 2.700 Euro entstanden, teilte die Polizei mit.

In den letzten zwei Wochen waren die Tiere tot in ihren Bienenstöcken an einem Waldrand in Blaibach (Landkreis Cham) aufgefunden worden.

"Die haben also keinen Nachbarn gestört", sagte ein Sprecher. Wer die Bienen aus welchem Grund vergiftet habe, sei nicht bekannt, hieß es weiter.

21:40 Uhr

Mann attackiert Joggerin mit Anrichteplatte

Im Saarland soll ein 43-Jähriger eine Joggerin mit einer Anrichteplatte verletzt haben. Er habe auf die Frau unvermittelt an einem Fußgängerweg bei St. Ingbert eingeschlagen, sagte ein Sprecher der Polizei. Dadurch erlitt die Frau Prellungen sowie mehrere Schnittverletzungen.

Ein Zeuge verfolgte den mutmaßlichen Täter. Dadurch konnten Beamte den Mann kurze Zeit später in Gewahrsam nehmen. Laut Ermittlern leidet der Tatverdächtige an einer psychischen Erkrankung. Er wurde in die Psychiatrie eingeliefert.

21:06 Uhr

Kampf gegen Krise: Belgier sollen mehr Pommes essen

Unter den Restaurantschließungen im Zuge der Corona-Krise leiden auch die Kartoffelproduzenten in Belgien. Aktuell droht die Vernichtung großer Mengen überschüssiger Ware. Damit es nicht so weit kommt, hat der Verband der Kartoffelerzeuger (Belgapom) einen Appell gestartet. Belgiens Bürger werden aufgefordert während der Pandemie jede Woche eine zusätzliche Portion Pommes mehr zu essen.

"Indem sie während dieser Krise eine zusätzliche Portion essen, können sie Landwirten und der Industrie helfen", sagte Belgapom-Chef Romain Cools gegenüber CNN.

Wie der Sender weiter berichtet, isst der durchschnittliche Belgier einmal pro Woche Pommes, hauptsächlich außer Haus. Die belgischen Kartoffelbauern rechnen in diesem Jahr mit einem Überschuss von 750.000 Tonnen Kartoffeln.

20:22 Uhr

Technische Probleme: Historischer Doppeldecker legt Notlandung hin

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Die Maschine wurde bei der Notlandung stark beschädigt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Glück im Unglück: Ein Hobbypilot ist mit einem Doppeldecker in einem Gewerbegebiet im Siegerland notgelandet und hat unverletzt überlebt. Seine 55-jährige Ehefrau, die mit in der Maschine saß, kam leicht verletzt ins Krankenhaus.

Der 61-Jährige habe nach dem Start am Siegerlandflughafen in Burbach technische Probleme an dem 90 Jahre alten Flugzeug bemerkt und wollte zum Flugfeld zurückkehren, teilte die Polizei mit. Doch dabei sank die Maschine immer tiefer und touchierte schließlich den Mast einer Baumaschine.

Der Pilot schaffte dann die Notlandung auf einer Baustelle in dem Industriegebiet am Flughafen. Das historische Flugzeug wurde dabei stark beschädigt.

19:37 Uhr

Mike Tyson denkt über Comeback nach

Der frühere Boxweltmeister Mike Tyson denkt über eine Rückkehr in den Ring nach. Es gehe dabei um wohltätige Zwecke, sagte der 53 Jahre alte Amerikaner in einem Podcast. Mit Charity-Kämpfen möchte er Obdachlose und Drogenabhängige unterstützen.

Wann und gegen wen er im Ring stehen könnte, ließ der "böseste Mann des Planeten", wie er sich selbst stets nannte, offen. "Ich werde mich in Form bringen", sagte Eisen-Mike lediglich.

Als erster Schwergewichtler weltweit wurde der Ex-Champion 1987 als unumstrittener Champion der großen Verbände (WBC, WBA, IBF) geführt. In seiner Profikarriere bestritt er 58 Kämpfe und gewann 50, davon 44 durch K.o. 2005 beendete er seine Karriere im Ring.

19:00 Uhr

Videos des Tages

18:46 Uhr

Verstoß gegen Corona-Regeln: Illegales Bordell in Wohnhaus entdeckt

Zivilfahnder haben in Köln ein illegal betriebenes Bordell aufgespürt und stillgelegt. Dort hatte ein 28-Jähriger in einem Mehrfamilienhaus entgegen der Corona-Schutzverordnung sechs Prostituierte arbeiten lassen.

Die Polizei hatte das Bordell in dem Wohnhaus zufällig bei Ermittlungen zu einem versuchten Tötungsdelikt entdeckt.

Gegen die Prostituierten und die Freier wurden Bußgelder verhängt. Den Betreiber erwartet ein Strafverfahren, teilte die Polizei mit.

Mehr dazu lesen Sie hier.
18:02 Uhr

Elf Babykrokodile aus Tierpark ausgebüxt

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Zwei Krokodile konnten bislang wieder eingefangen werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit ihren nur wenige Zentimeter großen Körpern sind elf Krokodilbabys aus einem Tierpark im Nordwesten Australiens wohl durch einen beschädigten Zaun ausgebüxt. Spaziergänger fanden nun zwei von ihnen an einem bei Touristen beliebten Strand ganz in der Nähe des Parks.

Bei den kleinen Reptilien handelt es sich um etwa drei Monate alte Salzwasserkrokodile, sagte Chris Mitchell, Mitarbeiter einer lokalen Rettungsstation für Wildtiere. "Sie beißen schon. Sie haben sehr scharfe Zähne", sagte Mitchell. In freier Wildbahn seien ihre Überlebenschancen aber ziemlich klein.

Es ist nicht das erste Mal, dass Tiere aus dem Malcolm Douglas Crocodile Park in Broome verschwinden. Seit Oktober 2019 wird ein damals 15 Monate altes Krokodil namens Cinnamon vermisst, 2016 wurden dort sechs Krokodile gestohlen.

17:24 Uhr

TV-Show wegen simulierter Folter in der Kritik

In Ägypten scheinen TV-Produzenten ein seltsames Verständnis von "Unterhaltung" zu pflegen. In dem Land am Nil steht derzeit eine TV-Show wegen simulierter Folter und der Einschüchterung ihrer Studiogäste in der Kritik.

  • In der Sendung "Ramis offiziell verrückt" werden Gäste an einen "Geständnis"-Stuhl gefesselt, erhalten Elektroschocks und werden mit Hilfe eines hydraulischen Arms durch die Luft gewirbelt.
  • In anderen Momenten wird ihnen etwa Ertrinken angedroht.

Nutzer im Internet kritisierten die am Freitag erstmals ausgestrahlte Show. Ein Twitter-Nutzer sprach von "psychologischem und körperlichem Missbrauch" und "buchstäblicher Folter". Zum Hintergrund: Im autoritär geführten Ägypten werden Regierungskritiker und andere Inhaftierte nach Angaben von Menschenrechtlern tatsächlich mit brutalen Mitteln gefoltert.

Mehr dazu lesen Sie hier.
17:00 Uhr

Schlagzeilen am Nachmittag

16:42 Uhr

Brad Pitt macht sich über Trump lustig

Schauspieler Brad Pitt ist in die Rolle des bekannten Virus-Experten Anthony Fauci geschlüpft und hat dabei Präsident Donald Trump ordentlich auf die Schippe genommen. Für die Show "Saturday Night Live" verpasste sich Pitt graue Haare, Anzug, Brille und imitierte Faucis New Yorker Akzent sowie dessen etwas rauchige Stimme.

  • In Bezug auf Trumps frühere Äußerung, wonach das neuartige Coronavirus wie ein Wunder einfach wieder verschwinden werde, sagte der falsche Fauci: "Wer mag schon keine Wunder, aber ein Wunder sollte nicht der Plan A sein."
  • Zu Trumps Aussage, dass es "sehr bald" eine Impfung gegen das Coronavirus geben werde, sagte Pitt in Faucis Stimme, das sei zutreffend, wenn man die gesamte Geschichte des Planeten Erde als Maßstab heranziehe.

Der echte Fauci nimmt als Experte häufig an den Coronavirus-Pressekonferenzen des Präsidenten teil und wird dabei für sein nüchternes Auftreten geschätzt. Er scheut sich auch nicht, Trump zu widersprechen.

15:58 Uhr

Delfine erobern den Bosporus zurück

Wegen der Corona-Pandemie ist der Schiffsverkehr am Bosporus nahezu zum Erliegen gekommen. Zudem gilt ein Fischereiverbot in der sonst stark befahrenen Meerenge zwischen Europa und Asien.

Für die Tierwelt sind das gute Nachrichten. Wegen der Corona-Auflagen kommen Delfine in Istanbul wieder näher an die Küste und werden dort öfter als sonst gesichtet, der Leiter des Amateur- und Sportfischereiverbandes Erol Orkcu.

Die Rückkehr der Delfine in die Gewässer gilt laut Experten als ein Indikator für ein gesundes Ökosystem. Seit 1983 ist die Jagd auf Meeressäuger in der Türkei verboten, Delfine sind per Gesetz geschützt.

Mehr dazu lesen Sie hier.
15:15 Uhr

Arbeitgeber gegen Recht auf Homeoffice

Aufgrund der Maßnahmen gegen die Corona-Ausbreitung arbeiten derzeit viele Menschen von zu Hause. Arbeitsminister Hubertus Heil will das Recht auf Homeoffice nun sogar gesetzlich verankern. "Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können - auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist", sagte Heil der "Bild am Sonntag".

Die Arbeitgeber halten von den Plänen allerdings wenig.

  • "Wir brauchen ein Belastungsmoratorium statt weiterer Vorgaben, die Wachstum und Flexibilität beschränken", sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände Steffen Kampeter.
  • Es sei im Interesse von Arbeitgebern und Beschäftigten gleichermaßen, mobiles Arbeiten dort einzusetzen, wo es möglich und sinnvoll sei.
  • "Dabei müssen betriebliche Belange und die Wünsche der Kunden eine zentrale Rolle spielen. Mit Homeoffice allein kann die Wirtschaft nicht am Laufen gehalten werden."

Was meinen Sie? Sollte es ein Recht auf Homeoffice geben?

*Datenschutz

14:27 Uhr

French-Open-Sieger jobbt jetzt im Supermarkt

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Kevin Krawietz räumt jetzt im Supermarkt Regale ein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Coronakrise macht es möglich: Vor nicht einmal einem Jahr gewann Doppel-Spezialist Kevin Krawietz die French Open, heute räumt der Tennis-Profi Regale im Supermarkt ein - um zu erleben, wie sich ein normaler Job anfühlt.

"Seit ein paar Wochen arbeite ich auf 450-Euro-Basis bei einem Discounter", erzählte Krawietz im Interview mit dem "Spiegel". "Ich räume zusammen mit einem Kumpel Regale ein und aus, schaue, dass Wurst und Käse aufgefüllt sind, sortiere leere Kartons aus, wir nennen das abschachteln", berichtet Krawietz.

Er habe generell schon länger vorgehabt, "mal in einen normalen Job reinzuschauen. Durch Corona habe ich nun die Gelegenheit dazu", sagte Krawietz, der über eine Bekannte erfuhr, dass zurzeit händeringend Leute für die Filialen gesucht werden.

14:00 Uhr

Schichtwechsel

Liebe Leserinnen und Leser,

Jürgen Wutschke hat sich in den Feierabend verabschiedet. Bis zum Abend habe ich das Kommando über den "Tag". Bei Fragen, Anregungen oder Kritik - gerne eine Mail an janis.peitsch[at]nama.de.

Los geht's!

13:40 Uhr

"Mörtel" bangt um seine Loge

Richard Lugner und die Wiener Staatsoper gehören für die Öffentlichkeit zusammen - doch offenbar ist das Verhältnis eher ein lockeres. Und so muss der Bauunternehmer, der mit prominenten Gästen beim Opernball seit Jahrzehnten für Schlagzeilen sorgt, um seine Loge fürchten. Der neue Staatsoperndirektor Bogdan Roscic hatte in der "Kronen Zeitung" gesagt, es gebe lange Wartelisten für die Logen und künftig sollten diejenigen Vorrang haben, die die Oper das ganze Jahr über unterstützen. Der 87-Jährige zeigte sich enttäuscht.

"Als Stammgast, der 30 Jahre lang in guten und in schlechten Zeiten brav seine Loge gezahlt und mit seinen Gästen für weltweite Aufmerksamkeit für Wien und den Opernball gesorgt hat, halte ich das für eine fragliche Lösung", sagte er der Nachrichtenagentur APA. "Ohne Gäste wird der Direktor bald auf seinen Logen sitzen bleiben." Lugner war in diesem Jahr in Begleitung der italienischen Schauspielerin Ornella Muti beim Ball.

13:10 Uhr

AfD-Sprecher sieht sich als "Faschist" - gefeuert

Die AfD hat ihren langjährigen Partei- und Fraktionspressesprecher Christian Lüth einem Bericht zufolge gefeuert. Nachdem er sich selbst als "Faschist" bezeichnet habe, sei Lüth mit sofortiger Wirkung freigestellt worden, berichtete "Zeit Online" unter Berufung auf Parteikreise. Die AfD hatte dem Bericht zufolge über Wochen eine "arbeitsrechtliche Prüfung" vorgenommen, die nun zum Rauswurf führte. Die Entscheidung habe der Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland getroffen und danach den Fraktionsvorstand informiert. Parteichef Tino Chrupalla bestätigte die Entlassung am Sonntag.

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Bezeichnet sich angeblich als Faschist - und muss gehen (l.). Kann unter Umständen als Faschist bezeichnet werden - und darf bleiben (r.).

(Foto: imago images/Jens Schicke)

Der 43-jährige Lüth arbeitete den Angaben zufolge seit 2013 für die AfD. Nach dem Einzug der Partei in den Bundestag 2017 wurde er dann Pressesprecher der Fraktion. Dem Bericht zufolge soll sich Lüth selbst als "Faschist" bezeichnet und mit Bezug auf seinen Großvater von seiner "arischen" Abstammung gesprochen haben. Wolfgang Lüth war Korvettenkapitän und hatte im Zweiten Weltkrieg als U-Boot-Kommandant der Kriegsmarine gekämpft.

12:35 Uhr

Moderatorin empört mit Gedanken zu häuslicher Gewalt

Erst "Frau des Jahres" - nun in einen handfesten Skandal verwickelt: Die ukrainische Sängerin und Moderatorin Regina Todorenko hatte in einem Interview gesagt, dass Frauen auch selbst schuld an häuslicher Gewalt sein könnten. "Irgendwann sollte doch ein kritischer Punkt kommen, um zu fragen: Warum schlägt er dich?", sagte sie. Die russische Ausgabe der Mode- und Frauenzeitschrift "Glamour", die den Preis an die 29-Jährige verliehen hatte, teilte mit: "Jede Art von Gewalt, auch Bullying, ist inakzeptabel." Todorenko entschuldigte sich später für ihre Bemerkungen. Den Titel ist sie trotzdem los.

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Regina Todorenko mit der Trophäe für den Titel "Frau des Jahres" - inzwischen ist beides wieder weg.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche betonten derweil, dass Partnerinnen in einer Beziehung gehorsam sein müssten. So sollten sie "aufhören, Bemerkungen zu machen", sich beobachten und "kleine Strafen" gegen sich selbst verhängen: Sie könnten sich zum Beispiel als Buße zehnmal verneigen, einen Tag lang auf Schokolade oder auf das Internet verzichten, sagte ein Vertreter laut der Agentur Interfax.

Seit 2017 wird die erste Prügelattacke, die schon tödlich enden kann, nur wie eine Ordnungswidrigkeit zum Beispiel mit Geldstrafen geahndet. Erst Wiederholungstäter müssen sich nach dem Strafrecht verantworten.

11:45 Uhr

Kubicki rückt von Merz ab zu Laschet

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Kubicki wünscht sich jetzt lieber NRW-Regierungschef Laschet an der CDU-Spitze.

(Foto: imago images/Christian Spicker)

FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat seine Meinung zur künftigen Besetzung der CDU-Spitze geändert. "Noch vor wenigen Wochen habe ich mir Friedrich Merz als CDU-Chef gewünscht", sagte er am Sonntag dem Portal t-online.de. "Das ist jetzt anders: Wir brauchen jemanden, der sich für eine Achtung und Wahrung unserer Grundrechte stark macht. Und da sehe ich im unionsinternen Rennen derzeit Armin Laschet vorne."

Kubicki sagte mit Blick auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, es brauche jetzt jemanden an der Spitze der CDU, "der dafür sorgt, die derzeitigen Einschränkungen der Grundrechte nach und nach aufzuheben, so wie es verfassungsmäßig geboten ist". Es müsse "ein Kontrapunkt gesetzt werden" zum Verhalten von Bundeskanzlerin Angela Merkel, "die das Exekutivhandeln über alles stellt".

11:02 Uhr

50-Jähriger hält Ex-Freundin gefangen

In Hamburg hat ein Mann offenbar seine Ex-Freundin entführt und eine Woche lang gefangen gehalten. Der 50-Jährige habe vor einer Woche die 39-Jährige in der Tiefgarage der ehemals gemeinsamen Wohnung überwältigt, wie die Polizei mitteilte. Gemeinsam mit zwei Komplizen habe er die Frau, die sich von ihm getrennt hatte, in ein Auto gezwungen und sei davongefahren. Der gemeinsame 18-jährige Sohn des einstigen Paares war Zeuge des Vorfalls; er blieb unverletzt.

Das Fluchtauto fand die Polizei den Angaben zufolge später in Schleswig-Holstein. Am gestrigen Samstag entdeckten sie den Verdächtigen sowie seine frühere Lebensgefährtin im niedersächsischen Nordhorn. Der Mann wurde beim Betreten eines Hauses überwältigt und festgenommen. Die Frau blieb unverletzt.

10:17 Uhr

Polizei erschießt Mann - und findet weitere Leiche

In Nordrhein-Westfalen hat die Polizei nach einer mutmaßlichen Gewalttat einen Verdächtigen erschossen. Die Beamten wurden am gestrigen Nachmittag zu einem Haus in Dormagen gerufen, wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Abend mitteilte. "Aufgrund von Hinweisen auf eine mögliche Gewalttat im familiären Bereich" betraten sie demnach das Gebäude.

Im Laufe des Einsatzes schossen die Polizisten auf einen Verdächtigen, der sich in dem Haus aufhielt. Der Mann wurde so schwer verletzt, dass Wiederbelebungsversuche erfolglos blieben. In dem Gebäude fanden die Beamten den Angaben zufolge zudem eine weitere Leiche. Eine Mordkommission übernahm hierzu die Ermittlungen.

09:45 Uhr

Schriftsteller Per Olov Enquist ist tot

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Per Olov Enquist sei friedlich eingeschlafen, hieß es.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der schwedische Schriftsteller Per Olov Enquist ("Der Besuch des Leibarztes") ist skandinavischen Medienberichten zufolge im Alter von 85 Jahren gestorben. Das bestätigte die Familie des Autoren den schwedischen und dänischen Zeitungen. Enquist schlief demnach am späten Samstagabend nach längerer Krankheit friedlich ein. "P.O. Enquist ist tot. Danke für fantastische Leseerlebnisse, kluge Gedanken und inspirierende Debattenbeiträge", twitterte die schwedische Außenministerin Ann Linde.

Enquist zählte mit Werken wie "Ein anderes Leben", "Das Buch von Blanche und Marie" und "Strindberg. Ein Leben" zu den bekanntesten Schriftstellern Schwedens. Er wurde mehrmals ausgezeichnet, darunter 2002 mit dem Deutschen Bücherpreis für Internationale Belletristik. Er hatte einen Herzfehler und erlitt 2016 einen Schlaganfall, wie er zwei Jahre später dem schwedischen Radio erzählte.

09:20 Uhr

Dutzende bayerische Polizisten suspendiert

In Bayern sind derzeit 67 Polizisten suspendiert. Ihnen werden Drogenbesitz, Kinderpornografie oder Zugehörigkeit zu sogenannten Reichsbürgern zur Last gelegt, wie aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage von FDP-Fraktionschef Martin Hagen hervorgeht. 20 der suspendierten Beamten seien vorläufig aus dem Dienst enthoben. Wird ein Polizist suspendiert, kann ihm nach dem Beamtenstatusgesetz die "Führung der Dienstgeschäfte" verboten werden. Dazu reicht schon ein Verdacht. In 25 Fällen wurde nach Angaben des Innenministeriums Anklage erhoben, gegen sieben Polizisten erging ein Strafbefehl.

08:30 Uhr

Bilder von Kims Privatzug in Eliten-Badeort aufgetaucht

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Wonsan - Nordkoreas Badeort der Elite.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Welt spekuliert über den Gesundheitszustand von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un - da tauchen Satellitenaufnahmen seines Privatzuges in einem Badeort im Osten des Landes auf. Der Zug habe am 21. und am 23. April in einem für die Kim-Familie reservierten Bahnhof in Wonsan gestanden, meldete die renommierte US-Website 38 North.

Allerdings sage die Gegenwart des Zuges in dem Badeort nichts über den Aufenthaltsort des Herrschers oder dessen Gesundheitszustand aus, schränkte die Seite ein. Sie verleihe jedoch Berichten weiteres Gewicht, wonach "Kim sich in einem der Elite vorbehaltenen Gebiet an der Ostküste des Landes aufhält". Kim war seit dem 11. April nicht mehr öffentlich aufgetreten und hatte bei den Feierlichkeiten zu Ehren seines verstorbenen Großvaters, Staatsgründer Kim Il Sung, gefehlt.

08:08 Uhr

Übergangsrat erklärt Süd-Jemen für autonom

Im Jemen ist der Machtkampf zwischen Separatisten und der international anerkannten Regierung wieder offen aufgeflammt. Der Südliche Übergangsrat (STC) teilte mit, dass der Süden des Landes seit Mitternacht unter Selbstverwaltung stehe. Die mit Saudi-Arabien verbündete Regierung des Jemen verurteilte den Schritt scharf als "Wiederaufnahme des bewaffneten Aufstands" und als vollständige Abkehr von einem im November geschlossenen Friedensabkommen.

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Die Hafenstadt Aden wurde jüngst von einer Flut heimgesucht.

(Foto: REUTERS)

Der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte Übergangsrat ist Teil einer sunnitischen Allianz, die sich ursprünglich 2015 in den Jemen-Konflikt eingeschaltet hatte, um Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi im Kampf gegen schiitische Huthi-Rebellen beizustehen. Doch im vergangenen August wandte sich der Rat von Hadi ab und brachte stattdessen die südliche Hafenstadt Aden unter seine Kontrolle.

08:07 Uhr

Frische Nahrungsmittel sind teils deutlich teurer

Frische Nahrungsmittel sind teurer. Im April lagen die Preise fast zehn Prozent über dem Vorjahresniveau, wie aus Daten der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) hervorgeht. Schuld ist nicht die Corona-Krise allein. Beim Schweinefleisch etwa spiele die weltweite Nachfrage eine Rolle, bei Äpfeln die im vergangenen Jahr knapper ausgefallene Ernte.

Bei Gemüse sei im April sogar ein Preisaufschlag von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, hieß es weiter. Kohlgemüse wie Brokkoli oder Blumenkohl werde zu dieser Jahreszeit vor allem in Frankreich und Spanien geerntet. Ein Mangel an Erntehelfern wegen der Reisebeschränkungen dort könnte zu einem knapperen Angebot geführt haben.

06:55 Uhr

"Forbes" erkennt Kanye endlich an - als Milliardär

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Kanye und Kim - endlich Milliardär.

(Foto: imago images/UPI Photo)

US-Rapper Kanye West zieht mit seiner 20 Jahre jüngeren Schwägerin gleich - und ist nun ebenfalls Milliardär. Das Magazin-"Forbes" bezifferte das Vermögen auf 1,3 Milliarden Dollar - und kam damit dem dringenden Wunsch des Musikers nach, ihn als superreich zu listen. Den Großteil des Schotters verdiente der Ehemann von Kim Kardashian allerdings nicht mit seiner Musik. Vielmehr halfen ihm und seinem Konto der deutsche Sportartikelhersteller Adidas.

Grund ist die Zusammenarbeit bei Kanyes Schuhmarke Yeezy. Die Treter gehen nicht selten für mehr als 200 Dollar das Paar über den Tresen. Der Musiker hatte sich erst 2013 von dem US-Konkurrenten Nike getrennt und zwei Jahre später die ersten Treter zusammen mit Adidas vorgestellt. Laut Forbes verdankt Kanye den überwiegenden Rest seines Vermögens seinem Immobilienbesitz.

06:38 Uhr

China drängte deutsche Beamte zu mehr Lob

China hat deutsche Beamte zu einer insgesamt positiveren Darstellung des Corona-Managemants Pekings bewegen wollen. Laut "Welt am Sonntag" berichtete die Bundesregierung der Grünen-Abgeordneten Margarete Bause auf Anfrage, von derartigen Versuchen zu wissen. Die Sache sei aufgeflogen, weil die von chinesischen Diplomaten kontaktierten Beamten den Vorgang dem Auswärtige Amt meldeten.

Man habe Peking verdeutlicht, dass aus Sicht der Bundesregierung "Transparenz eine zentrale Rolle bei der erfolgreichen Bekämpfung der Pandemie" spiele, hieß es. Dennoch würdigte Berlin die Anstrengungen Chinas. Man stehe "im Rahmen der umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen Deutschland und der Volksrepublik China zu zahlreichen Themen in engem Kontakt" mit Peking. Grünen-Menschenrechtsexpertin Bause  kritisierte in der Zeitung den Umgang der Bundesregierung mit China als erneutes Zeichen der "Leisetreterei".

06:13 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht