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Skispringen in Oslo abgesagt Schmid profitiert, Geiger geht leer aus

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Der Raw-Air-Sieger bekommt 60.000 Euro und Constantin Schmid hat ein Wörtchen mitzureden.

(Foto: imago images/Sammy Minkoff)

Das Einzelspringen in Oslo ist abgesagt. Das kommt DSV-Adler Constantin Schmid sehr gelegen: Als Sieger der Qualifikation behält er die Führung im Rennen um die Raw-Air-Tournee. Schlechter sieht es für Karl Geiger aus. Dem läuft im Gesamtweltcup die Zeit davon.

Als die deutschen Skispringer am Sonntagnachmittag bei veritablem Mistwetter und nach langer Hängepartie in Oslo unverrichteter Dinge ihre Sachen zusammenpackten, durfte Constantin Schmid breit grinsen. Nach der Absage des Einzelspringen am wegen der Coronakrise ohnehin fast menschenleeren Holmenkollen verließ der Youngster unter den DSV-Adlern die erste Station der lukrativen Raw-Air-Tournee im Trikot des Gesamtführenden - und nicht etwa der große Hoffnungsträger Karl Geiger. "Im Moment habe ich einen echt guten Lauf. Ich bin extrem zufrieden", sagte der 20 Jahre alte Schmid, nachdem er die deutsche Mannschaft als Stärkster am Samstag auf Platz zwei im Teamwettbewerb hinter Gastgeber Norwegen geführt hatte.

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Die Führung im Rennen um den 60.000-Euro-Jackpot für den Raw-Air-Sieger, die Schmid als Sieger der Qualifikation übernommen hatte, behielt er damit - und deshalb kam ihm die wetterbedingte Absage des Einzelspringens am Sonntag wegen starker Winde und Wassermassen im Aufsprunghügel nicht ungelegen. Vom großen Zahltag will der Bayer aber noch nicht träumen. "Wir stehen noch ganz am Anfang, haben erst drei Sprünge durch. Ich bin sehr zufrieden mit dem Wettkampf. Wir schauen, dass es so weitergeht", sagte Schmid, der mit dem schmalen Vorsprung von 0,9 Punkten auf den Norweger Marius Lindvik am Montag in der Qualifikation von Lillehammer zu Sprung vier von nunmehr 14 in der noch bis zum kommenden Sonntag laufenden Serie antritt.

Geiger läuft die Zeit davon

Weniger erfreulich war die Absage für Geiger. Im Kampf um den Gesamtweltcup bleiben dem Oberstdorfer somit nur noch drei statt vier Einzelspringen, um den 118-Punkte-Rückstand auf den führenden Österreicher Stefan Kraft wettzumachen - in Lillehammer (Dienstag), Trondheim (Donnerstag) und Vikersund (Sonntag) muss Geiger nun in den Attacke-Modus schalten.  Im Team-Wettbewerb, den das deutsche Quartett mit 960,9 Punkten deutlich hinter dem dominierenden Gastgeber Norwegen (997,4) beendete, agierte Geiger unglücklich, die Nummer eins des DSV zeigte bei ungünstigem Wind zwei durchwachsene Sprünge (122,0 und 126,5 m), winkte danach frustriert ab. In der Raw-Air-Wertung verlor Geiger, in der Qualifikation schon nur 13., weiter an Boden, reist als Zwölfter nach Lillehammer.

Stephan Leyhe (Willingen/128,5+127,5) überzeugte am Samstag mit zwei guten Sprüngen, Pius Paschke kam auf 120,0 und 124,5 m. Er hatte wie schon in der Vorwoche beim Teamsieg in Lahti den Vorzug vor Dreifach-Weltmeister Markus Eisenbichler erhalten, der damit keine Rolle in der Raw-Air-Gesamtwertung spielen kann.

Quelle: ntv.de, Christoph Leuchtenberg, sid