Unterhaltung

US-Gesetz gefordert Amber Heard geht gegen "Rache-Pornos" vor

imago91377781h.jpg

Amber Heard will, dass man für die Verbreitung intimer Fotos härter bestraft wird.

(Foto: imago images / APress)

Amber Heard setzt sich vor Gericht für einen neuen Gesetzesentwurf ein. Er soll die Verbreitung intimer Fotos und Videos über das Internet zu einem Straftatbestand machen. Dafür berichtet die Schauspielerin und Ex von Johnny Depp auch von ihren eigenen Erfahrungen.

Wie das US-Portal "PageSix" berichtet, erschien Amber Heard am Mittwoch in New York vor Gericht. Allerdings ging es dieses Mal nicht um den schmutzigen Scheidungskrieg mit ihrem Ex Johnny Depp, sondern um einen Gesetzesentwurfs. Wie viele andere Frauen will Heard, dass das heimliche Drehen von Pornos und deren Verbreitung härter bestraft wird.

Der Entwurf sieht vor, dass das Teilen sexuell kompromittierender Bilder und Videos einer Person ohne deren Zustimmung mit einer Geldstrafe und bis zu fünf Jahre Haft geahndet werden kann. "Nicht einvernehmliche Pornografie ist eine der schlimmsten Verletzungen der Privatsphäre und ist mehr als nur diskriminierend. Sie betrifft Frauen auf der ganzen Welt und hat verheerende Folgen", so Heard. "Intime Inhalte, die ins Internet gelangen, sind praktisch nicht mehr zu entfernen. Frauen werden von Fremden und Bekannten schikaniert und verurteilt", fuhr sie laut "PageSix" bei der Anhörung fort. Das habe oft verheerende, wirtschaftliche und sozialpsychologische Konsequenzen.

"Es kann jedem passieren"

Heard berichtete außerdem, dass sie 2014 selbst in diese Lage kam, als Nacktfotos von ihr und anderen Schauspielerinnen und Models online verbreitet wurden. "Diese Fotos sind noch immer da draußen", sagte sie. "Wenn es mir passieren kann, kann es jedem passieren - und das tut es auch."

Der Gesetzesentwurf folgt auf eine Reihe von Berichten in der "New York Post", in denen Betroffene beschrieben, welche Auswirkungen es für sie hatte, als intime Bilder über soziale Medien verbreitet oder an Familienmitglieder und Arbeitgeber gesendet wurden, um sich an ihnen für eine Trennung oder ähnliches zu rächen. Anders als in anderen Bundesstaaten sieht der New Yorker Entwurf vor, auch Google und weitere Unternehmen dazu zu zwingen, derartiges pornografisches Rache-Material auf gerichtliche Anordnung zu entfernen.

Gesetz in UK verabschiedet

In Großbritannien ist ein solches Gesetz soeben verabschiedet worden. Dort werden "Rache-Pornos" mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft. Denn auch dort gibt es viele Seiten, die dieses Material verbreiten und bisher dafür nicht belangt wurden. Wie der "Telegraph" schreibt, sieht das neue Gesetz nun eine Einwilligung des Abgebildeten vor. Wenn diese nicht vorliegt, kann derjenige, der die Aufnahmen dennoch verbreitet, angeklagt und verurteilt werden. 

In Deutschland gibt es ein solch konkretes Gesetz noch nicht, allerdings andere, die auf das Phänomen "Rache-Porno" angewendet werden können, wie § 201a des Strafgesetzbuchs: "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen". Dieser Paragraph sieht Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafen vor.

Quelle: n-tv.de, nan

Mehr zum Thema