Vier Armlängen AbstandAtze Schröder muss Niels Ruf fernbleiben

In aller Öffentlichkeit kommt es im März zu einer Auseinandersetzung zwischen Comedian Atze Schröder und "Let's Dance"-Kandidat Niels Ruf. Der Vorfall beschäftigt nun sogar die Justiz. Ein Gericht will die Streithähne separieren.
So viel stand schon vorher fest: Komiker Atze Schröder und Moderator Niels Ruf werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Doch selbst wenn sie sich nach all den Kabbeleien untereinander spontan verbrüdernd in die Arme fallen wollten, ginge das nun nicht mehr. Jedenfalls nicht, solange sie sich an die Vorgaben des Gerichts halten.
Das Amtsgericht Rheine, bei dem Ruf gegen seinen Widersacher geklagt hatte, entschied: Schröder darf sich seinem Prozessgegner nur noch bis auf drei Meter nähern. Mit anderen Worten: Er sollte nicht nur eine, sondern rund vier Armlängen Abstand halten. Der Grund: Der Comedian hatte Ruf bei einem Streit im März in einer Kölner Hotel-Bar offenkundig mit Gewalt gedroht. Allerdings ist diese Auflage zeitlich eng befristet. Sie gilt lediglich bis zum 31. Oktober 2016.
"Das ist ja 'Kratze' Schröder"
In anderer Hinsicht zog Ruf dagegen den Kürzeren. Seine Vorwürfe, Schröder habe ihn bei der Auseinandersetzung in der Domstadt auch getreten und geschlagen, wies das Gericht zurück. Auch ein grundsätzliches Kontakt- und Beleidigungsverbot, wie es der Moderator für sein Gegenüber gefordert hatte, wollte das Gericht nicht verhängen.
Gleichwohl gerierte sich Ruf nach dem Urteil in seiner gewohnt nonchalanten Art als Sieger: "Ich habe schon nach der Attacke auf mich damals gesagt: Das ist ja 'Kratze' Schröder. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben. Wer weiß, was bei einem weiteren Zusammentreffen passieren würde", sagte er der "Bild"-Zeitung. Und gegenüber dem Sender Sat.1 erklärte er: "Ich halte das Urteil für sehr gerecht. Es wäre für ihn ein Leichtes gewesen, sich mal zu entschuldigen oder zu erklären, was denn überhaupt los ist."
Schröder und Ruf, der zu jener Zeit als Kandidat an der RTL-Show "Let's Dance" mitwirkte, waren Anfang März in der Bar des Kölner Savoy-Hotels aneinandergeraten. Schröder hatte offenbar noch ein Hühnchen mit Ruf zu rupfen und ging ihn sowohl verbal als auch körperlich mit einem Griff an den Kragen an. Der vollständige Hintergrund des Streits liegt nach wie vor im Dunkeln. Schröder ließ bei einem späteren Auftritt in Hamburg jedoch durchblicken: "Nur so viel: In meiner Gegenwart werden keine Frauen beleidigt!"