Luxus auf Kosten des Königs?Bericht enthüllt Wohn-Privilegien für Beatrice und Eugenie

Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie gehören nicht zu den arbeitenden Mitgliedern der Royal Family. Dennoch profitieren sie laut eines neuen Berichts seit Jahren von besonderen Wohnregelungen. Das sorgt auch in der Politik für Kritik.
Neue Details über die Wohnverhältnisse innerhalb der britischen Königsfamilie sorgen für Diskussionen. Ein Bericht des britischen National Audit Office (NAO), den der "Telegraph" zitiert, wirft Fragen dazu auf, warum die Prinzessinnen Beatrice und Eugenie seit Jahren von besonders günstigen Wohnregelungen profitieren - obwohl beide nicht zu den arbeitenden Royals zählen.
Dem Bericht zufolge leben die Töchter des ehemaligen Prinzen Andrew seit fast zwei Jahrzehnten in königlichen Immobilien, ohne die Kosten selbst tragen zu müssen. Die Miete übernimmt König Charles. Warum die Regelung bis heute besteht, wird in den Unterlagen nicht näher erläutert. Dabei gelten beide Schwestern als finanziell abgesichert. Prinzessin Beatrice ist mit dem Immobilienunternehmer Edoardo Mapelli Mozzi verheiratet, ihre Schwester Eugenie mit dem Marketingmanager Jack Brooksbank.
Die Geschichte reicht bis in die späten 2000er-Jahre zurück. Beatrice erhielt mit 19 Jahren eine Wohnung im St. James's Palace in London, die sie zunächst gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester bewohnte. Später wurde zwar angekündigt, dass künftig Miete gezahlt werden solle, diese lag jedoch deutlich unter dem üblichen Marktwert. Offiziell sollte damals ihr Vater Andrew die Kosten übernehmen.
Heute nutzt Beatrice die Wohnung weiterhin und verbringt zusätzlich Zeit auf einem Anwesen in den Cotswolds. Eugenie zog 2018 mit ihrem heutigen Ehemann Jack Brooksbank in das Ivy Cottage auf dem Gelände des Kensington Palace. Das Paar lebt inzwischen mit seinen beiden Kindern zwischen London und Portugal.
Politiker übt scharfe Kritik
Der Bericht kritisiert zudem die Berechnungsgrundlage der Mieten. Für nicht arbeitende Mitglieder der Royal Family gilt eigentlich die Vorgabe, 60 Prozent der marktüblichen Miete zu zahlen. Nach Angaben des National Audit Office wurden die Wohnungen von Beatrice und Eugenie jedoch über Jahre auf Basis veralteter Immobilienbewertungen berechnet. Demnach beruhte Eugenies Mietmodell bis 2026 auf einer Bewertung aus dem Jahr 2018, während bei Beatrice Werte aus dem Jahr 2020 zugrunde gelegt wurden. Die Regelungen stammen noch aus der Zeit von Queen Elizabeth II. Nach Angaben aus Palastkreisen seien die finanziellen Vereinbarungen innerhalb der Königsfamilie allerdings regelmäßig überprüft worden.
Die Enthüllungen haben inzwischen auch politische Reaktionen ausgelöst. Norman Baker, ehemaliger Minister der Liberal Democrats, kritisierte die Wohnregelungen deutlich. Mit Blick auf Beatrice und Eugenie erklärte er laut "Telegraph", es könne nicht sein, dass nicht arbeitende Royals weiterhin "vom Herzogtum Lancaster finanziell unterstützt werden. Die Royal Family nimmt die Öffentlichkeit mal wieder vollständig auf den Arm". Der Bericht soll nun auch Grundlage für weitere parlamentarische Untersuchungen rund um die Immobiliennutzung der königlichen Family werden.
Der Crown Estate verteidigte die bestehenden Verträge und erklärte, sämtliche Vereinbarungen mit Mitgliedern der Königsfamilie seien auf Grundlage unabhängiger Bewertungen und professioneller Beratung getroffen worden. Auch der Buckingham-Palast begrüßte den Bericht und betonte, dieser stehe im Einklang mit den Transparenzbemühungen des Königshauses.
Der Bericht wirft zudem einen Blick auf weitere Wohnsituationen innerhalb der Familie. Während Prinz William und Prinzessin Kate für ihr Haus Forest Lodge in Windsor laut den Unterlagen jährlich 307.200 Pfund zahlen, profitieren andere Royals ebenfalls von besonderen Vereinbarungen. So wird die Miete von Prinz und Prinzessin Michael von Kent weiterhin von König Charles übernommen. Das Paar wohnt im Kensington Palace und stand bereits vor Jahren wegen besonders günstiger Wohnkonditionen in der Kritik.