Unterhaltung

Spenden für Hinterbliebene Bolschoi-Theater spielt für gefallene Russen

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Nach Angaben des Theaters ist die Aufführung der Auftakt zu einer "groß angelegten Wohltätigkeitsaktion" des russischen Kulturministeriums.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Bedeutende Musiker und Tänzer verlassen das Bolschoi-Theater, weil sie sich dazu genötigt sehen, im Ukraine-Krieg für den Kreml Stellung zu beziehen. Das Ballett kündigt jetzt eine Aufführung an, mit der es die Familien gefallener russischer Soldaten unterstützt.

Das Moskauer Bolschoi-Theater will die russische Armee mit einer Ballettaufführung unterstützen. Am Samstag werde das Ensemble das Ballett "Spartakus" von Aram Chatschaturjan zur Unterstützung des russischen "Militäreinsatzes" in der Ukraine aufführen, teilte das Theater mit. Der Erlös gehe an die Familien der in der Ukraine gefallenen russischen Soldaten.

Nach Angaben des Theaters ist die Aufführung der Auftakt zu einer "groß angelegten Wohltätigkeitsaktion" des russischen Kulturministeriums. Mehrere russische Theater werden demnach Aufführungen für Mitglieder von "Jugend-, Freiwilligen- und Veteranenorganisationen" sowie für Bewohner der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Gebiete in der Ostukraine geben.

Der Musikdirektor und Chefdirigent des Bolschoi-Theaters, Tugan Sochijew, war Anfang März von seinem Posten zurückgetreten. Er begründete den Schritt damit, dass er sich unter Druck gesetzt fühle, zum Ukraine-Konflikt Stellung zu beziehen.

Primaballerina hat Bolschoi-Theater bereits verlassen

Sochijew hatte auch sein Amt als Musikdirektor des Nationalorchesters am Opernhaus Capitole im französischen Toulouse niedergelegt. Da er zu der "untragbaren Wahl" zwischen seinen geliebten russischen und französischen Musikern genötigt worden sei, habe er sich entschieden, beide musikalische Leitungen aufzugeben, hatte er mitgeteilt. Neben Sochijew waren auch weitere russische Musikschaffende seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine unter Druck geraten, sich öffentlich zu erklären - darunter der Dirigent Waleri Gergijew und die Star-Sopranistin Anna Netrebko.

Auch die Primaballerina des Bolschoi-Theaters, Olga Smirnowa, hatte das Haus vergangenen Monat verlassen und war zum niederländischen Nationalballett gewechselt. Smirnowa erklärte, sie sei "mit allen Fasern meiner Seele" gegen den Militäreinsatz in der Ukraine.

Quelle: ntv.de, lve/AFP

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