Unterhaltung

Exklusive Comic-Leseprobe Bowie zwischen Sternenstaub und Tagtraum

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Männertag? Eher nicht. Mit seinem androgynen Auftreten stellte Bowie Geschlechterklischees infrage.

(Foto: Cross Cult)

David Bowie als Comic - das passt, denn der Künstler zeigte sich gerade in den 70er-Jahren von einer schillernden Seite, die sich gut in Bildern einfangen lässt. ntv.de präsentiert eine exklusive Leseprobe aus dem Band "Bowie".

Von allen Pop- und Rock-Superstars war er der bunteste. Da passt es nur zu gut, dass David Bowie jetzt mit einer Comic-Biografie geehrt wird. Zumindest ist es ein reich bebilderter Ausschnitt dieses bewegten und bewegenden Musikerlebens, das am 8. Januar 1947 im Londoner Stadtteil Brixton begann und am 10. Januar 2016 nach einer Krebserkrankung in New York City endete.

Damit geht die posthume Würdigung des legendären "Pop-Chamäleons" weiter - und auch seine kommerzielle Verwertung in Comic-Form und in Dokumentationen, mit mehr oder weniger seriösen Lebensschilderungen und vielen Musikveröffentlichungen. Dabei ist Bowies fünfter Todestag Anfang 2021 noch über ein halbes Jahr entfernt.

Lesen Sie in hier einen insgesamt sechsseitigen, exklusiven Ausschnitt aus dem besprochenen Comic (zum Vergrößern auf die Bilder klicken).

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(Foto: 2020 Cross Cult)

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(Foto: 2020 Cross Cult)

Die rund 160-seitige Graphic Novel "Bowie: Sternenstaub, Strahlenkanonen und Tagträume" von Popart-Künstler Michael Allred, seiner Ehefrau Laura Allred (Farbgestaltung) und dem Autor Steve Horton umkreist eine entscheidende Phase dieser Karriere - die wohl schillerndste. In oft eindrucksvollen, manchmal aber auch nur brav nachillustrierenden Tableaus konzentriert sich das Buch auf Bowies "Ziggy Stardust"-Phase der frühen 70er-Jahre und die Zeit drumherum.

Los geht's mit dem berühmt-berüchtigten "Abschied" des vergötterten Glamrock-Superstars Bowie alias "Ziggy" und seiner Band Spiders From Mars im Londoner Konzertsaal Hammersmith Odeon am 3. Juli 1973. Es war eine der vielen Neuorientierungen des Musikers. In Rückblenden tauchen dann die Jugendjahre des als David Robert Jones geborenen Sängers auf und sein Durchbruch mit der Weltraum-Saga "Space Oddity".

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(Foto: 2020 Cross Cult)

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(Foto: 2020 Cross Cult)

Aber auch befreundete Musiker oder Kollegen, von denen er beeinflusst wurde und die ihm begegneten, tauchen auf: Freddie Mercury, Elton John, Mick Jagger, Iggy Pop, Lou Reed, Marc Bolan sowie große Bands wie The Who, Pink Floyd oder The Small Faces. Viele Plattencover und Fotos jener Jahre werden penibel nachgepinselt - nicht immer ist das Biografie-Konzept sehr originell und auf keinen Fall so mutig wie der Musiker, um den es hier geht.

Auch negative Seiten werden gezeigt

Dennoch: Man muss dem Ehepaar Allred und Horton bescheinigen, dass es die Stimmung dieser für die Rockhistorie wichtigen Ära und Bowies Reise zu den Sternen liebevoll eingefangen hat. Trotz spürbarer Begeisterung der Autoren: Negative Seiten - Egoismus, Launenhaftigkeit, kalkulierte Spielchen mit Bi- und Homosexualität - werden nicht ganz ausgespart.

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(Foto: 2020 Cross Cult)

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(Foto: 2020 Cross Cult)

Das Buch sei "ein fantastischer Nachbau der Zeit und des Lebens" von Jones/Bowie und dessen Kunstfiguren, lobt der Science-Fiction- und Fantasy-Autor Neil Gaiman, ein langjähriger Fan des "Starman", im Vorwort. "Die Menschen auf diesen Seiten sind keine Menschen. Sie sind Ikonen, überlebensgroß, voller Resonanz." Zwar setzt das Allred-Werk einen Schwerpunkt auf die 70er-Jahre. Es lässt aber auch die spätere Zeit bis zum finalen Album "Blackstar" noch Revue passieren, wenngleich am Ende etwas hektisch drangepappt.

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Übrigens arbeitet derzeit auch ein deutscher Comic-Künstler an einer Bowie-Biografie. Nach Elvis Presley ("Elvis: Die illustrierte Biographie"), Johnny Cash ("Cash: I See A Darkness") und Nick Cave ("Nick Cave: Mercy On Me") nimmt sich Reinhard Kleist mit Bowie einer weiteren Musik-Ikone an. Kleist sieht den Reiz des Superstars "in dessen exaltierten Bühnenpersönlichkeiten, seiner musikalischen Strahlkraft und seiner Sexyness". Dieser Bowie-Comic soll in zwei Bänden 2021 und 2023 erscheinen, den Entstehungsprozess dokumentiert Kleist im Netz.

Quelle: ntv.de, Werner Herpell, dpa