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Mit Ausländern kennen sie sich aus - sie sind ja selbst welche: Robert und Carmen Geiss.
Mit Ausländern kennen sie sich aus - sie sind ja selbst welche: Robert und Carmen Geiss.(Foto: imago/Future Image)
Montag, 16. April 2018

Robäärt wettert gegen Ausländer: Carmen Geiss erhält Morddrohungen

Von Volker Probst

Das ist doch mal ein Süppchen mit viel Hirnfleisch. Erst echauffiert sich Carmen Geiss über den Echo für die Rap-Dödel Kollegah und Farid Bang. Daraufhin poltern ein paar Dussel gegen die Blondine. Und dann kommt noch Robäärt um die Ecke. Hilfe!

Herr, wirf Hirn vom Himmel! In dieser Auseinandersetzung weiß man so gar nicht, wem man das als Erstes zurufen möchte. Doch der Reihe nach.

Alles begann mit einem Facebook-Post von Carmen Geiss in der Nacht von Freitag auf Samstag. Darin griff sie Rapper Farid Bang frontal an. "Jetzt hast du deine Plattform! Kranker Mensch", schrieb Carmen Geiss ebenso in Richtung des Musikers wie: "Deutschland geht unter mit dir und mit deiner bescheidenen Musik. Ich bin froh, dass ich im Ausland lebe und ich möchte einfach sehen, wie viele Deutsche es noch in Deutschland gibt?!" Farid Bang sei "eine arme Seele", die "nicht nur ein Frauenverachter, sondern ein Deutsch-Hasser" sei, wütete die 52-Jährige weiter.

Kritik am Echo - oder was?

Was der konkrete Anlass für den Wutausbruch von Carmen Geiss war, geht nicht so ganz aus dem Post hervor. Aber wir nehmen einmal an, dass es die Auszeichnung Farid Bangs und seines Kollegahs zwei Tage zuvor beim Echo war.

In dieser Hinsicht stünde sie mit ihrer Kritik nicht allein. Die Ehrung der beiden Deutschrap-Dumpfbacken, die meinen, Battle-Reime auf dem Rücken von Holocaust-Opfern seien so richtig cooler Shit, hat schließlich auch viele andere an die Brechreiz-Grenze geführt. Nur: Man würde seine Kritik vielleicht ein bisschen anders formulieren als Carmen Geiss. Und man würde dabei nicht den Migrationshintergrund von Farid Bang in den Fokus rücken. Denn auch wenn jemand ohne entsprechenden Hintergrund seine prollige Pumper-Plauze mit Auschwitz-Insassen vergleichen würde, wäre das schließlich nicht weniger ekelhaft und ätzend.

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Nun gut, sei's drum. Dass auch Protz-Millionärin Carmen Geiss keinen wirklichen Kompass für Anstand, Sitte und Moral besitzt, wissen wir ja spätestens, seit sie im rosa Kleidchen mit Designer-Sonnenbrille und viel Bling-Bling um den Hals für Fotos in kolumbianischen Slums posiert hat.

"Du abgefuckte Hure"

Doch wie heißt es so schön? Gleich und gleich gesellt sich gern. Und so dauerte es nicht lange, bis sich auf das Wut-Posting der Geld-frisst-Hirn-Lady zu den Muskeln-statt-Verstand-Rappern die nächsten überbordenden Intelligenzbestien zu Wort meldeten - nun in der Facebook-Kommentarspalte. Hier machten einige Fans von Farid Bang und Kollegah ihrer Empörung über die Empörung über ihre Flachzangen-Idole mal so richtig Luft. Und einige, die vermutlich glauben, auch das sei durch die Kunstfreiheit gedeckt, schossen dabei weit über das Ziel hinaus. Schließlich ging es bis zu Morddrohungen gegen Carmen Geiss.

Die wiederum wollte das nicht auf sich sitzen lassen und reagierte prompt - mit drei weiteren Posts zu dem Thema, die kurz nacheinander folgten. In ihnen kündigte Carmen Geiss unter anderem rechtliche Schritte gegen zwei Hater an, nicht ohne deren Kommentare in Screenshots zu dokumentieren. "Das, was du zu Farid Bang gesagt hast, wirst du noch heimzahlen, du abgefuckte Hure, Alter. Wenn ich dich sehen würde, würde ich dich dafür abstechen, du kleine Fotze!", hatte der eine Nutzer etwa besonders liebevoll geschrieben, während der andere mit viel Herzenswärme erklärte: "Ficke Carmen wie Robert Geiss. Behinderte Fotze, pass auf deinen nächsten Auftritt auf."

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Dass beide Kommentatoren mit geistigem Kurzschluss noch sehr jung waren, ist dabei auch Carmen Geiss nicht entgangen: "Ob das seine Eltern wissen, was er so in seinem Kinderzimmer macht? Es ist wirklich schade, dass diese Menschen, die so einen Hass in ihrem Herzen tragen, so jung sind!", schrieb sie. Doch nicht nur daran arbeitete sich Carmen Geiss in ihren nachgereichten Posts ab, sondern auch nochmal an der angeblichen Herkunft der Hater. "Da sieht man mal, dass diese Menschen eigentlich Frauen nicht respektieren, ältere Menschen hassen und nicht arbeiten gehen, aber in Deutschland leben", machte sie deutlich, dass es ihr offenbar weniger um eine konkrete Kritik an den antisemitischen Entgleisungen Kollegahs und Farid Bangs ging als um ein generelles Statement zu "Ausländern" in Deutschland.

Hauptsache Brain!

Wirklich auf die Spitze trieb das allerdings erst ihr Mann. Dem riss angesichts der Anfeindungen gegen seine Frau derart die Hutschnur, dass auch er nicht länger in den sozialen Netzwerken schweigen wollte. "Die ganzen Ausländer, die uns so beschimpfen, in Deutschland alle ihre Gelder beziehen, warum seid ihr denn noch dort? Dort scheint die Sonne nicht! Ihr könnt alle in euren Ländern f ..., die ihr wollt, denn das hat einen Vorteil! Ihr sprecht dieselbe Sprache! Das müsst ihr nicht mit unseren Frauen tun", polterte Robäärt in einem ellenlangen Post etwa bei Instagram los.

"Nein, stattdessen versucht ihr, Brainstorming mit deutschen Kindern zu machen, mit eurer Musik, die einfach sinnlos ist! Es war auch nicht gut, auf dem Echo zu erscheinen, da gehört ihr definitiv nicht hin!", ereiferte sich Robert Geiss weiter und legte noch nach: "Wahrscheinlich waren eure Mütter das, was ihr schreibt. Meine Frau und ich sind seit 36 Jahren zusammen. The Best! Jetzt hören wir Musik, die man hören sollte, nämlich mit unseren Freunden aus fünf verschiedenen Ländern."

Richtig, auch die Wahl-Monegassen Carmen und Robert Geiss sind in ihrem Zuhause Ausländer. Und hätten wir die zahlreichen Rechtschreib- und Grammatikfehler in ihren Posts nicht korrigiert, man könnte glatt glauben, dass auch sie noch nicht einmal in Deutschland aufgewachsen sind. Davon, dass Robert Geiss aber auch die englischen Begriffe "Brainstorming" und "Brainwashing" nicht auseinanderhalten kann, wollen wir an dieser Stelle mal gar nicht reden.

No brain, no pain, sagt man bekanntlich auch. Schön wär's. Dann wäre diese Geschichte, die auf allen Seiten nur ausgemachte Hirnakrobaten kennt, nicht so schmerzhaft.

 

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Quelle: n-tv.de