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"Wer wird Millionär?""Dann brechen wir ab": Schwere Frage regt Jauch auf

07.01.2026, 23:59 Uhr
imageVon Nina Jerzy
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Verzweifelte an seiner Fragenredaktion: Günther Jauch. (Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

Die Grüne Hölle schickt einen Klugscheißer bei Jauch auf Talfahrt. Ein beratungsresistenter Besserwisser schließt sich an. Aber als die Fragen nahezu unlösbar sind, droht Jauch mit Konsequenzen - und kürt eine klare Favoritin auf die drei Millionen.

Klugscheißer haben am Mittwoch für das zugleich beste und schlechteste Ergebnis der "3-Millionen-Euro-Woche" gesorgt. Geradezu lässig erspielte eine Kandidatin in dieser Sonderausgabe von "Wer wird Millionär?" (WWM) das bislang höchste Ergebnis vor dem Finale. Gleich zwei selbsternannte Besserwisser hörten hingegen nicht auf Günther Jauch und stürzten völlig unnötig auf 500 Euro hinab. Die größte Schelte handelte sich jedoch die Fragenredaktion ein - weil sie nach Jauchs Geschmacks zu viel verlangte.

"Keine Sau kann das in 20 Sekunden hinkriegen!" - Jauch ließ seinem Frust über eine ungewöhnlich komplizierte Auswahlfrage in Teil drei der "3-Millionen-Euro-Woche" freien Lauf. Die Redaktion hatte ihrer Vorliebe für "buchstäblich"-Rätsel gefrönt. Heraus kam diese Aufgabe: "Gehen Sie als Kuh, Hündin, Sau und Ente in den folgenden Begriffen buchstäblich auf Partnersuche: Meerestiere, Blutsbrüder, Leberkäse, Winterpelz."

Lösung für unmögliche Aufgabe

Wenig überraschend konnte keiner der vier verbliebenen Auswahlkandidaten in dem knappen Zeitlimit die Begriffe in die richtige Reihenfolge bringen. Sie sollten erkennen, dass in "Meerestiere" der Begriff "Stier" steckt. Außerdem gesucht wurden "Rüde", "Eber" und "Erpel" - machbar, aber eben kaum in 20 Sekunden. Jauch fand die Frage derart unmöglich, dass er eine Umbenennung seiner RTL-Show vorschlug - von "Wer wird Millionär?" in "Wer gewinnt im Ausnahmefall 100 Euro?"

Eine Wiederholung verbat sich der Moderator in dem Special mit selbsternannten Besserwissern. "Wenn noch mal jetzt sowas kommt, dann brechen wir die Sendung ab", drohte er im Scherz. Als das Studiopublikum zustimmend brummte, bekam es aber auch noch einmal sein Fett weg. Denn knapp zwei Drittel der Zuschauer hatten kurz zuvor einem Kandidaten beim Absturz "geholfen". Dabei hatte Jauch Constantin Wurch aus Waltrop bei Dortmund noch eindringlich gewarnt. Für 2000 Euro sollte der 42-Jährige wissen, was laut Duden so viel wie "sehr groß" oder "absolut" bedeuten kann. Zur Auswahl standen: hell, dunkel, laut, leise. Weder er noch Jauch hatte eine blasse Ahnung. Das Publikum votierte zu 64 Prozent für "laut". "Würde mir nicht reichen", meinte Jauch.

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Constantin Wurch stürzte auf 500 Euro ab. +++ Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf RTL+ gestattet. +++ (Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

Doch der Besserwisser-Kandidat ignorierte die 24 Prozent des Publikums, die für die richtige Antwort gestimmt hatten. "Ich würde noch 'nen Joker nehmen", versuchte es Jauch ein letztes Mal. "Aber ich nicht. Ich will ja weit kommen", ließ ihn Wurch abblitzen. Er nahm den Fall auf 500 Euro scheinbar gelassen entgegen: "Dann ist das so." Gesucht wurde "hell", wie in "helle Aufregung" oder "der helle Wahnsinn".

Zweiter Absturz bei Jauch

Blindes Selbstvertrauen kostete Robin Schumacher einen vierstelligen Gewinn und den Einzug ins große Finale am Freitag. Der Hausarzt aus Verl bei Bielefeld sollte für 8000 Euro wissen, welche Bezeichnung auf den Briten Jackie Stewart zurückgeht: Blauer Reiter, Grüne Hölle, Rote Flora oder Schwarzwald? Schumacher tippte sofort auf A, ohne das in irgendeiner Weise erklären zu können.

Jauch versuchte sein Bestes, den Kandidaten vor sich selbst zu schützen. "Aber wer ist Jackie Stewart?", warf der Moderator ein. Antwort: "Ein Brite." Schumacher wollte partout keinen seiner vier Joker setzen und stürzte damit auf die unterste Sicherheitsstufe ab. Der Blaue Reiter war eine Künstlergruppe. Gesucht wurde die Grüne Hölle des Nürburgrings. "Kann ich mich ja entspannt zurücklehnen", meinte Schumacher, als er wieder auf seinem Stuhl Platz nahm.

"Das macht Lust auf den Freitag", konnte Jauch hingegen attestieren, als er sich von Carolin Schönknecht-Albinus verabschiedete. Sie hatte es als vorletzte Kandidatin auf den heißen Stuhl geschafft. Vielleicht war es ihr bereits 25-jähriges Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr, das die zweifache Mutter so cool blieben ließ. Sie brachte es jedenfalls nach eigenem Bekunden "völlig entspannt" bis zur 500.000-Euro-Frage und hätte die sogar korrekt beantworten können.

Der IT-Account Managerin gelang das seltene Kunststück, bei 125.000 Euro noch auf einen Joker zurückgreifen zu können. Allerdings war es ausgerechnet der Publikumsjoker. Und nicht nur Jauchs Vertrauen in die Zuschauer war nachhaltig erschüttert. "Ich stelle mich nicht mehr an die Seite dieses Publikums", kommentierte er das Votum, das mit 66 Prozent erneut nicht überwältigend ausfiel.

Feuerwehrfrau überzeugt Jauch

Die Mehrheit tippte darauf, dass man sogenannte Hamburger Reiter am ehesten bei Demonstrationen sehen kann. 25 Prozent des Publikums entschied sich hingegen für die Autobahn. Schönknecht-Albinus zögerte eine Weile. Sie schloss sich dann doch der Mehrheitsmeinung nur, nur um etwas entsetzt zu gucken, als die Regie das kurzerhand einloggte.

Zum Glück zahlte sich dieses Mal der Besserwisser-Wagemut aus - auch, wenn von Pferden hier keine Rede war. Als "Hamburger Reiter" werden metallene Absperrgitter bezeichnet, die auch auf Festivals zu finden sind. Die Mutter der Kandidatin war im Publikum tausend Tode gestorben und verordnete ihrer Tochter den sofortigen Ausstieg. Daran hielt sich die Feuerwehrfrau auch, obwohl sie in der 500.000-Euro-Runde die richtige Antwort gewusst hätte: dass es nämlich den Ausdruck "ertrunkene Flusstäler" gibt. Gemeint seien Fjorde, erklärte Jauch; also Flusstäler, die nach der Eiszeit unter den Meeresspiegel gerutscht seien.

Sendung verpasst?

"Wer wird Millionär?" ist auch auf RTL+ abrufbar.

Die Hälfte der Klugscheißer-Finalisten in spe verpassten den Einzug in die Endrunde am Freitag. Neben den beiden Absturzkandidaten war das noch die Immobilienkauffrau Lisa Marie Grobe aus Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt. Die zweifache Mutter, die im öffentlichen Dienst arbeitet, hatte ebenfalls die richtige Tendenz, dass mit "Inkakorn" Quinoa und nicht etwa Chiasamen gemeint ist. Am Ende ging sie aber lieber auf Nummer sicher und mit 8000 Euro nach Hause.

Jauch räumt Fehler ein

Den Mindestgewinn von 16.000 Euro für das Finale schafften die ersten und letzten Kandidaten dieser Spezialausgabe: der Bochumer Hals-Nasen-Ohrenarzt Kevin Kevenhörster und Stefanie Zeng aus Markkleeberg bei Leipzig. Die Chefredakteurin einer Fachzeitschrift für Sicherheit in Unternehmen hatte sich trotz ihrer letzten beiden Joker an der Frage die Zähne ausgebissen, zu welchem Land der Weltliteratur die fiktive Halbinsel Brobdingnag quasi das Gegenstück bildet: Narnia, Oz, Liliput oder Phantasien?

Nachdem ihr Telefonjoker passen musste, trauten sich auch die Zuschauer beim Publikumsjoker keine Meinung zu. Am Ende erhob sich doch noch eine junge Dame in der ersten Reihe mit der vagen Vermutung in Richtung "Narnia". Zeng überzeugte das zum Glück nicht und sie stieg aus. Überraschend verkündete Jauch dann aber: Die Zuschauerin erhält dank einer richtigen Antwort 500 Euro.

Die Regie korrigierte den Lapsus umgehend per Durchsage. Gesucht wurde nämlich Liliput. "Es war mein Fehler", räumte Jauch ein. Das Bündel aus 100-Euro-Scheinen aus der vorherigen Sendung hatten ihm die Mitarbeiter hinter den Kulissen dieses Mal nicht zugesteckt. Dafür zauberte der Moderator seinen eigenen "Notgroschen" aus der Tasche. Einen Hunderter habe er immer dabei, sagte Jauch und steckte den Schein der Zuschauerin zu: "Als kleines Trostpflaster, Entschuldigung."

Der Moderator war dann bereit, die Szene noch einmal fehlerfrei zu wiederholen. Die Regie meinte jedoch: "War doch alles schön bis hierhin" und ließ damit den Zwischenfall in der Aufzeichnung. Am Donnerstag kämpfen Lehrer um die Aussicht auf den Rekordgewinn von "Wer wird Millionär?".

Quelle: ntv.de

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