Auch deutsche Filme in RanglisteDas Beste, was das Kino zu bieten hat

Kino-Kritiker jammern: Zu wenig feine Nischenfilme, zu viel Effekthascherei. Und bei Netflix und Co wird derweil kräftig gestreamt. Ist das Kino also tot? Nein, sagt ein neues Ranking. Das sind die besten Filme des 21. Jahrhunderts.
David Lynchs Streifen "Mulholland Drive - Straße der Finsternis" ist zum großartigsten Film des 21. Jahrhunderts gekürt worden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von "BBC Culture" unter 177 Filmkritikern aus 36 Ländern. Das Ranking sucht nach modernen Meisterwerken, die sich irgendwann zu Klassikern entwickeln könnten, um zu zeigen: Das Kino ist längst noch nicht tot. Auch seit dem Jahr 2000 sind eine Menge guter Filme entstanden.
Die besten Jahre für Filme waren demnach 2012 und 2013 - aus diesem Zeitraum können sich in der Umfrage zahlreiche Kinofilme platzieren. 2012 sind es unter anderem "The Act of Killing" (Platz 14) und "Holy Motors" (16), aus dem Jahr 2013 stammen "12 Years a Slave" (44) und "Blau ist eine warme Farbe" (45).
Aber der Reihe nach. Auf Platz zwei liegt zunächst "In the Mood for Love", dahinter kommen "There Will Be Blood", "Spirited Away" und Richard Linklaters "Boyhood". Zu den Top Ten zählen zudem "Vergiss mein nicht!" von Michel Gondry, "The Tree of Life" mit Brad Pitt, "Yi Yi - A One and a Two", "Nader und Simin - Eine Trennung" sowie auf dem zehnten Platz "No Country For Old Men" von den Coen-Brüdern.
Wo bleiben die deutschen Filme?
Auf die erste deutsche Beteiligung muss man im Ranking etwas warten. Erst auf Platz 32 findet sich der deutsche Filmemacher Florian Henckel von Donnersmarck mit seinem Oscar-Film "Das Leben der Anderen". Die Österreicher sind den Deutschen im Ranking da ein wenig voraus. Der Wiener Michael Haneke steht im Ranking mit "Das weiße Band" auf Platz 18, mit "Caché" auf 23 und für seinen Oscar-Streifen "Liebe" gab es den 42. Rang.
Der aktuellste Film im Ranking schafft es gerade noch auf Platz 100. Es handelt sich um den diesjährigen Cannes-Hit "Toni Erdmann" von Maren Ade. Doch es ist mehr als ein letzter Platz, denn Ade ist gerade einmal eine von zehn Frauen, die es überhaupt auf die Liste geschafft hat. Der erste Film, bei dem eine Frau Regie geführt hat, findet sich auf Rang 22. Es ist "Lost in Translation" aus dem Jahr 2005 von Sofia Coppola. Ihr Vater, Regie-Legende Francis Ford Coppola, ist mit keinem seiner Filme vertreten. Er ging es im 21. Jahrhundert ruhiger an.
Beliebte Animationshits wie "WALL-E" (Platz 29), "Ratatouille" (93) und "Findet Nemo" (96) sind ebenfalls vertreten. "Spotlight", der Film der 2016 den Oscar als "Bester Film" gewann, liegt übrigens auf Platz 88.
Die beliebtesten Regisseure in der Liste, jeweils mit drei Filmen, sind Wes Anderson ("The Grand Budapest Hotel"), der Thailänder Apichatpong Weerasethakul, Christopher Nolan ("Inception"), der Österreicher Michael Haneke, Paul Thomas Anderson ("There Will Be Blood") sowie Joel und Ethan Coen.