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"Ich glaube ihm weiterhin" Diane Keaton verteidigt Woody Allen

Woody Allen und Diane Keaton

Woody Allen überreicht Diane Keaton den Life Achievement Award.

(Foto: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa)

Sie waren ein Paar und auch noch lange nach ihrer Trennung Kollegen. Da fällt es wohl tatsächlich schwer zu glauben, dass dieser Partner sich wie der letzte Mistkerl verhalten haben soll. Nun nimmt Diane Keaton ihren Ex in Schutz.

US-Star Diane Keaton verteidigt ihren Kollegen und Ex-Freund Woody Allen. Dessen Adoptivtochter Dylan Farrow wirft ihm sexuellen Missbrauch vor. Die 72-Jährige verteidigt den zehn Jahre älteren Filmemacher auch nachdem seine Adoptivtochter Dylan Farrow ihren Vorwurf, er habe sie 1992 im Alter von sieben Jahren sexuell missbraucht, öffentlich wiederholt hatte.

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"Der Stadtneurotiker", 1977 war das.

(Foto: imago stock&people)

Keaton, die in den 1970er Jahren nicht nur in vielen seiner Filme die Hauptrollen spielte, sondern auch seine Lebensgefährtin war, postete auf Twitter den Link zu einem Interview, in dem sich Allen 1992 zu den Vorwürfen äußerte. Im Kommentar dazu schreibt Keaton: "Woody Allen ist mein Freund und ich glaube ihm weiterhin. Es wäre sicher interessant, wenn man sich das einstündige Interview, das er 1992 gegeben hat, ansieht und eine eigene Meinung bildet."

Damit steht ihre Aussage gegen die der Adoptivtochter Dylan, die erst vor kurzem wieder ein Interview gab, in dem sie ihre schweren Vorwürfe gegen den Adoptivvater wiederholt hat: "Ich habe meinen Vater geliebt, ihn respektiert. Er war mein Held", erzählte Farrow in der Show "CBS This Morning". Das mache "den Verrat und den Schmerz noch so viel heftiger". Sie sei damals von Allen auf den Dachboden des Hauses geführt worden, in dem sie wohnte, erzählte die Schauspielerin. Er habe ihr gesagt, dass sie sich auf den Bauch legen und mit der Spielzeugeisenbahn ihres Bruders spielen solle. "Er saß hinter mir im Türrahmen und als ich mit der Eisenbahn gespielt habe, wurde ich sexuell genötigt." Mit dem Finger habe Allen ihr "an meine Schamlippen und meine Vulva" gefasst. Das alles, während ihre Mutter, die heute 72-jährige Mia Farrow, beim Shopping war.

Allens leiblicher Sohn, der 30-jährige Ronan Farrow, hatte zuvor die #MeToo-Debatte ins Rollen gebracht. Er ist der Autor einer der beiden Artikel, der die Vorwürfe gegen 65-jährigen Filmmogul Harvey Weinstein öffentlich gemacht hatte. Ronan Farrow unterstützt seine Schwester Dylan Farrow bei ihrem Bestreben, Allen zur Verantwortung zu ziehen.

"Das letzte Mal mit Woody Allen"

Diane Keaton blieb nach dem Ende der Beziehung mit  Woody Allen nicht nur eng befreundet. Zusammen machten sie acht Filme: "Mach's noch einmal, Sam" (1972), "Der Schläfer" (1973), "Die letzte Nacht des Boris Gruschenko" (1975), "Der Stadtneurotiker" (1977), "Innenleben" (1978), "Manhattan" (1979), "Radio Days" (1987) und "Manhattan Murder Mystery" (1993). Mit "Der Stadtneurotiker" feierte Keaton auch ihren bislang größten beruflichen Erfolg: 1978 gewann sie dafür den Oscar als beste Hauptdarstellerin.

Mittlerweile distanzieren sich immer mehr prominente Schauspieler von dem Regisseur.
Timothée Chalamet kündigte an, er werde seine Gage für den gerade gedrehten "A Rainy Day in New York" abgeben. "Ich möchte nicht von meiner Arbeit an dem Film profitieren. Darum werde ich mein gesamtes Gehalt spenden", schrieb der Nachwuchsstar auf Instagram. Das Geld solle unter anderem an die Bewegung "Time's Up" gegen sexuelle Belästigung sowie an einen Homosexuellenverband gehen.

Auch die Schauspieler Griffin Newman und Rebecca Hall wollen ihre Einnahmen aus dem Film spenden. Colin Firth teilte ebenfalls eine Abfuhr aus. Er würde nie mehr mit Allen arbeiten, sagte der britische Oscar-Preisträger der Zeitung "The Guardian". Auch die Schauspielerinnen Mira Sorvino, Greta Gerwig und Ellen Page, die mit Allen drehten, machen gegen den Regisseur Front.

Quelle: ntv.de, soe/spot