Unterhaltung

Im Gespräch mit Désirée Nick "Die Leute haben keine Bescheidenheit mehr"

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Désirée Nick: "Die spitzeste Zunge der Nation" im ntv-Podcast.

Für die einen gefürchtete "Krawall-Schachtel", für die anderen, vor allem für ihr seit mehr als 30 Jahren treues Publikum, eines der letzten großen, ungezügelten Temperamente dieser Republik: Das ist die Unterhaltungskünstlerin Désirée Nick. Ein Gespräch wie ein verbales Kanonengewitter.

Ihre Ansagen lassen viele erzittern, ihre Beobachtungen sind messerscharf: Wo sie erscheint, sorgt sie regelmäßig für einen verbalen Flächenbrand. So mancher sagt: "Da kommt'se, die Krawall-Schachtel, die alle beleidigt." Die Unterhaltungskünstlerin, Satirikerin und Kabarettistin Désirée Nick gilt als "spitzeste Zunge der Nation". Seit mehr als dreißig Jahren bringt die Entertainerin das ihr zugeneigte aber ebenso auch das ihr abgeneigte Publikum zum Brodeln. Sie teilt aus, sie polarisiert, sie kratzt da, wo es wehtut. Viele sagen, wo die Nick auftaucht, taucht so mancher sicherheitshalber ab - um nicht auf ihrem Radar zu landen.

Dabei ist sie gar nicht diejenige, die eine verbale Schelle nach der nächsten verteilt: Désirée Nick ist niemand, den man in eine Schublade stecken kann. Die "Dschungelcamp"-Königin von 2004, die über sich selbst sagt, "ein Leben lang auf Tournee zu sein", wartet mit einem künstlerischen Repertoire auf, das seinesgleichen sucht. In einer Zeit, in der der Begriff Star "kulturell entwertet" wird, wirkt Nick wie eine der letzten großen Instanzen, ihre Karriere wie ein funkelndes Kleinod in einer Lawine aus Selbstgefälligkeit und zu großem Ego, oder wie die Schauspielerin, die in Oskar Roehlers aktuellem Fassbinder-Biopic "Enfant Terrible" Barbara Valentin spielt, sagt: "Die Leute haben keine Bescheidenheit mehr."

"Wer nennt sich heute nicht alles Show-Star?"

Im ntv-Podcast "Ditt & Datt & Dittrich" mit Verena Dittrich lässt "La Nick" tief in ihr Herz blicken, erzählt vom eigenen, demütigen Anspruch als Künstlerin und fragt: "Wer nennt sich heute nicht alles Show-Star? (...) Leute, die sich damit hervorgetan haben, dass sie ihr Leben über Social Media führen."

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Die beiden sprechen nicht nur über den inflationären "Star"-Begriff in Zeiten von sozialen Medien, sondern auch über den Ist-Zustand und die Zukunft der Unterhaltungsbranche, denn: "Was wir erleben, ist der kulturelle Abgesang auf das Land der Dichter und Dichter." Ein Stück weit rechnet Désirée Nick auch mit der opportunistischen Branche ab und stellt dabei die längst überfällige Frage: "Wovor haben sie eigentlich Angst im deutschen Fernsehen, um Qualität ans Ruder zu lassen?"

Ein Gespräch wie ein verbales Kanonengewitter mit einem der letzten großen, ungezügelten Temperamente der Republik und ein flammendes Plädoyer für mehr Mut zu Kunst und Kultur.

Sie stehen auf Trash-TV oder führen gern melancholisch-poetische Gespräche über das Leben? Dann hören Sie rein bei "Ditt & Datt & Dittrich", dem Podcast von ntv.de-Kolumnistin Verena Maria Dittrich, Hausmeister Ronny und Gästen.

Alle Folgen von "Ditt & Datt & Dittrich" finden Sie in der ntv-App, bei Audio Now, Apple Podcasts und Spotify. Für alle anderen Podcast-Apps können Sie den RSS-Feed verwenden. Kopieren Sie die Feed-URL und fügen Sie "Ditt & Datt & Dittrich" einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.

Quelle: ntv.de

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