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Für immer Mr. Darcy Die Meilensteine von Colin Firth

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Colin Firth im Jahr 2018.

(Foto: imago/Landmark Media)

Als Mark Darcy etablierte er sich als absoluter Frauenschwarm, während er sich als König George VI. in die Herzen der Zuschauer stotterte. Nun feiert Colin Firth seinen 60. Geburtstag. Doch im Privatleben scheint der britische Schauspieler weniger Glück zu haben.

Colin Firth feiert am 10. September seinen 60. Geburtstag. Er zählt zu den bekanntesten und beliebtesten britischen Schauspielern. Mit vielen Rollen hat er in seiner Karriere bereits ein weltweites Millionenpublikum begeistert. Eine Performance brachte ihm sogar die wohl begehrteste Trophäe der Filmbranche ein: den Oscar. Eine andere hatte eine wohl unvorhersehbare Nachwirkung.

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Firth 1995 in der TV-Miniserie "Stolz und Vorurteil".

(Foto: imago images/Mary Evans)

Lange vor seinem Oscargewinn eroberte Colin Firth die Herzen der Frauenwelt im Sturm. In der BBC-Fernsehadaption "Stolz und Vorurteil" aus dem Jahr 1995 schlüpfte er in die Rolle des Mr. Fitzwilliam Darcy. Die sechsteilige Literaturverfilmung basiert auf Jane Austens (1775-1817) gleichnamigem Roman und sorgte in Großbritannien und den USA für hohe Einschaltquoten. Colin Firth, der der Wunschkandidat für die Besetzung des Mr. Darcy war, bescherte die Rolle nicht nur eine Nominierung bei den Bafta TV Awards als bester Schauspieler und weltweite Bekanntheit. Mr. Darcy sollte ihn in seiner Karriere weiter begleiten.

Für immer Mark Darcy?

Die britische Autorin Helen Fielding war ein großer Fan der TV-Adaption von "Stolz und Vorurteil". Ihr Buch "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" (1996) basiert sehr lose auf dem Plot von "Stolz und Vorurteil". Eine der männlichen Hauptfiguren, Mark Darcy, entstand in Anlehnung an Jane Austens Mr. Darcy und wurde wie Colin Firth in der Rolle beschrieben. 2001 wurde Bridget Jones' Geschichte schließlich zum Film - mit Colin Firth als Mark Darcy, Renée Zellweger als Bridget Jones und Hugh Grant als Daniel Cleaver.

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Zur Freude vieler Frauen überlebte Mr. Darcy in der letzten "Bridget Jones"-Verfilmung.

(Foto: imago/Cinema Publishers Collection)

Zwei weitere Filme folgten: "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" (2004) und "Bridget Jones' Baby" (2016). Colin Firth blieb in allen drei Teilen seiner Rolle als Mark Darcy treu. Die Figur stirbt zwar in der Buchreihe - was für einen regelrechten Shitstorm sorgte - in der Filmreihe ereilt Mark Darcy dieses Schicksal aber nicht. Stattdessen gibt es das ganz große Happy End. Und Colin Firth hat sich als Frauenschwarm vollends etabliert.

Frauenschwarm hat privat wenig Glück

Im echten Leben hat Firth allerdings weniger Glück mit der Liebe. Nach 22 gemeinsamen Ehejahren gaben er und Livia Giuggioli ihre Trennung bekannt. Der Grund: Die Italienerin hatte zwischen 2015 und 2016 eine Affäre mit einem italienischen Journalisten. Als der Schauspieler davon erfuhr, verklagte Giuggioli ihren Ex-Liebhaber wegen Stalkings. Dieser konnte in einem anschließenden Gerichtsverfahren jedoch beweisen, dass er Livia Firth nicht stalkte, sondern dass die beiden eine Beziehung geführt hatten.

Diesen Vertrauensbruch konnte Firth, der mit Giuggioli zwei gemeinsame Söhne hat, nicht verzeihen. "Die Dinge wurden danach nicht mehr besser", verriet ein Insider dem "People"-Magazin im vergangenen Winter. "Egal was sie entschieden hatten, als sie nach der Affäre zusammenblieben, nichts konnte ihren Betrug rückgängig machen. Es war Zeit, seiner Wege zu gehen, obwohl sie ein stabiles Familienverhältnis hatten und es wirklich retten wollten."

Ein Vorbote für den Oscargewinn?

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Firth brillierte an der Seite von Helena Bonham Carter als stotternder König in "The King's Speech".

(Foto: imago/Prod.DB)

In "A Single Man" (2009), dem Regiedebüt des Modedesigners Tom Ford, übernahm Colin Firth die Hauptrolle. Seine Performance als Literaturprofessor George Falconer, der seine Homosexualität geheim hält, brachte ihm die ersten Oscar- und Golden-Globe-Nominierungen seiner Karriere ein. Beide Preise gingen jedoch 2010 an Jeff Bridges in "Crazy Heart" (2009). Dafür hatte Firth bei den Baftas 2010 die Nase vorn und wurde als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet - sein erster Bafta Film Award. Zudem wurde er bei den Filmfestspielen von Venedig im Jahr 2009 als bester Darsteller geehrt. Bereits zukunftsweisende Vorboten?

In "The King's Speech - Die Rede des Königs" (2010) des britischen Regisseurs Tom Hooper brillierte Colin Firth als stotternder Prinz Albert, der 1936 zu König Georg VI. von Großbritannien gekürt wurde, nachdem sein älterer Bruder Eduard VIII. abgedankt hatte. Für den Schauspieler war es die Performance schlechthin und der Höhepunkt seiner Karriere. Es hagelte förmlich Preise wie den hochverdienten ersten Oscar seiner Karriere. Firth konnte sich unter anderem auch über Auszeichnungen für seine schauspielerische Leistung bei den Golden Globe Awards, den Baftas, den SAG Awards und dem Europäischen Filmpreis freuen.

Ein Oscar - und dann?

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Mit seiner Rolle in "Tatsächlich ... Liebe" brachte Firth viele Herzen zum Schmelzen.

(Foto: imago images/Mary Evans)

Nach seinem Oscargewinn ruhte sich Colin Firth nicht auf seinen Lorbeeren aus. Er steht weiterhin fleißig vor der Kamera. In den Agentenkomödien "Kingsman: The Secret Service" (2014) und "Kingsman: The Golden Circle" (2017) etwa als Harry "Galahad" Hart. Die kultigen Filme des britischen Regisseurs Matthew Vaughn, dem Ehemann von Topmodel Claudia Schiffer, erfreuen sich großer Beliebtheit. Ein dritter Teil mit Firth und Taron Egerton alias Gary "Eggsy" Unwin soll angeblich folgen. Im Februar 2021 erscheint nun das Prequel, "The King's Man - The Beginning", das aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden musste.

Weitere Projekte hat Colin Firth bereits in der Pipeline, etwa die Literaturverfilmung "Der geheime Garten", die hierzulande voraussichtlich am 15. Oktober 2020 in den Kinos startet. Im Drama "Supernova" ist Firth an der Seite von Stanley Tucci zu sehen, im Kriegsfilm "Operation Mincemeat" ist Matthew Macfadyen sein Co-Star, der wie Firth bereits als Mr. Darcy überzeugte - in der Kinoversion von "Stolz und Vorurteil" (2005). Einen deutschen Kinostarttermin gibt es bisher weder für "Supernova" noch für "Operation Mincemeat".

Im Sommer 2020 wurde zudem bekannt, dass Colin Firth und Oscarpreisträgerin Olivia Colman im Drama "Mothering Sunday" ein Ehepaar spielen sollen. Der Film ist im Jahr 1924 angesiedelt. Der Fokus liegt auf einer Magd, die eine siebenjährige Affäre mit dem Nachbarn ihrer Arbeitgeber hat, der aus dem Hochadel stammt und nun heiraten soll.

Wer von Colin Firth nie genug bekommt, kann sich bereits auf Weihnachten freuen. Jedes Jahr flimmert er zur Weihnachtszeit in "Tatsächlich ... Liebe" (2003) über die Bildschirme. Die romantische Komödie zählt zu den Weihnachtsklassikern.

Quelle: ntv.de, lri/spot