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Nachhaltigkeitspreis aberkannt Druck auf Kliemann steigt - erste Entschuldigung

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Der Beitrag zur Masken-Produktion setzt Kliemann unter Erklärungszwang.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Influencer Kliemann hat es bei der Produktion von Schutzmasken in der Corona-Pandemie offenbar nicht so genau genommen wie von ihm behauptet. Das zumindest legt ein Fernseh-Beitrag nahe. Für den Betroffenen gibt es erste Konsequenzen.

Der zum Otto-Konzern gehörende Online-Händler About You zieht nach dem Bericht über Influencer Fynn Kliemann und die Produktion von Schutzmasken Konsequenzen. "Das ZDF Magazin Royale Video hat uns erreicht und ist uns bekannt. Aktuell prüfen wir den Fall intern, um uns ein genaues Bild von dem Sachverhalt zu verschaffen", hieß es. In einem ersten Schritt habe man Masken der Marke "Oderso" offline genommen. Kliemann ist laut Impressum des "Oderso"-Shops Geschäftsführer. Zudem teilte die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis mit, dass sie eine Auszeichnung aberkenne, die Kliemann 2020 erhalten habe. Kliemann reagierte mit einem langen Statement.

Hintergrund ist ein TV-Beitrag des Satirikers Jan Böhmermann zum Geschäft mit Schutzmasken. In dem Beitrag der Show "ZDF Magazin Royale" wird der Verdacht nahe gelegt, dass Kliemann in ein zweifelhaftes Geschäft verwickelt sein könnte. So habe er Masken als in Europa produziert beworben, die tatsächlich aber wohl in Asien hergestellt wurden.

"Ich möchte mich in aller Form bei allen Personen, Organisationen, Institutionen entschuldigen, die nun 'auf den ersten Blick' enttäuscht und geschockt sind", schreibt Kliemann. Er bat zugleich um einen differenzierten Blick. Manches stimme nicht.

"Das darf niemals passieren"

"Ich muss mir klar eingestehen, dass ich den Prozess nicht mehr überblicken konnte", hießt es in einem Statement weiter. "Das darf niemals passieren und somit übernehme ich, auch wenn ich weder Produzent noch Verkäufer war, eine Verantwortung." Durch diese Versäumnisse, sich mit diesen Prozessen nicht eingehend befasst zu haben, habe er viele enttäuscht.

In einem "Spiegel"-Interview sagte er: "Betrogen habe ich nicht, hier geht es höchstens um Falschdarstellungen auf Webseiten." Desweiteren gab er sich als zu vertrauenswürdig, überfordert und räumte mehrfach ein, in unangemesser Art mit Freunden und Bekannten kommuniziert zu haben. Zugleich dementierte er Masken aus Bangladesch verkauft oder "absichtlich kaputte Masken an Flüchtlingslager geliefert" zu haben.

Die betreffende Firma, die Böhmermann in Verbindung mit Kliemann setzt, ist die Textilmanufaktur Global Tactics. Firmengründer Tom Illbruck sagte zu dem Masken-Produktionsort-Vorwurf: Masken seien in dem betreffenden Zeitraum 2020 auch in Bangladesch produziert worden, nicht nur in Europa. Wer zum Beispiel als Großkunde keinen Wert darauf gelegt habe, dass die Masken explizit aus einem bestimmten Land oder explizit aus Europa kommen, "dort haben wir Masken angeboten, ohne explizit an jeder Stelle zu sagen, wo die Masken herkommen".

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Nachgefragt zu About You sagte Illbruck: "Nach dem, was uns an Dokumenten vorliegt, gibt es keine Absprachen mit About You, dass die Masken explizit aus Portugal gekommen sind und das ist an keiner Stelle schriftlich versichert worden."

Kliemann ist vor Jahren mit seinem Projekt "Kliemannsland" bekanntgeworden - ein Bauernhof nördlich von Bremen. Leute kommen vorbei und wohnen auch zeitweise dort. Es wird gebastelt, geschraubt, geplaudert, Musik gemacht. Dass Böhmermann mit einer Recherche an ihm dran war, war auch daran zu sehen, dass Kliemann einen Fragenkatalog des Senders auf Instagram veröffentlichte und dazu Stellung nahm. Darin ging es um diverse Themen, auch um Spendengelder.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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