Polizei räumt Fehler einDurchsuchungen bei Ex-Prinz Andrew waren illegal

Anfang des Jahres durchsuchen britische Ermittler zwei Wohnsitze von Ex-Prinz Andrew. Jetzt bestätigt die Polizei: Die Beschlüsse beruhten auf falscher Rechtsgrundlage. Was mit dem beschlagnahmten Material geschieht, ist noch unklar.
Die britische Polizei hat einen Fehler bei den Ermittlungen gegen Andrew Mountbatten-Windsor eingeräumt. Vor dem High Court in London bestätigte die Thames Valley Police, dass die im Februar verwendeten Durchsuchungsbeschlüsse für zwei seiner Wohnsitze rechtswidrig waren. Das berichtet unter anderem die BBC. Die entsprechenden Beschlüsse seien auf einer falschen gesetzlichen Grundlage erlassen worden.
Die Polizei hatte im Februar unter anderem ein Anwesen auf dem Sandringham-Gelände sowie Andrew Mountbatten-Windsors früheres Zuhause, die Royal Lodge, durchsucht. Vorausgegangen war seine Festnahme wegen des Verdachts auf Fehlverhalten im öffentlichen Amt. Dabei ging es um den Vorwurf, er habe während seiner Zeit als britischer Handelsbeauftragter vertrauliche Informationen an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) weitergegeben. Andrew bestreitet ein Fehlverhalten.
Trotz der nun eingeräumten Rechtswidrigkeit will die Thames Valley Police die Ermittlungen fortsetzen. Auch die Frage, was mit den bei den Durchsuchungen beschlagnahmten Unterlagen und Gegenständen geschieht, ist noch nicht abschließend geklärt.
Nach seiner Festnahme wurde Andrew aus der Polizeihaft entlassen, die Ermittlungen gegen ihn liefen jedoch weiter. Wenige Tage später wurde zudem bekannt, dass die britische Regierung prüfen will, ob er aus der Thronfolge gestrichen werden kann. Andrew hatte seine royalen Titel bereits 2025 verloren und sollte außerdem seinen langjährigen Wohnsitz Royal Lodge verlassen. König Charles stellte sich hinter die Ermittlungen und betonte, das Gesetz müsse seinen Lauf nehmen.
