Unterhaltung

Anschlag vereitelt? Eindringling bei Til Schweiger

Durch sein Engagement für Flüchtlinge wird Til Schweiger zur Zielscheibe von Hasspredigern im Internet. Nun versucht ein Unbekannter möglicherweise, ihn auch physisch zu bedrängen. Er macht sich an seinem Haus in Hamburg zu schaffen.

Die Polizei in Hamburg ist am Sonntagabend zu einem Großeinsatz beim Haus des Regisseurs und Schauspielers Til Schweiger ausgerückt. Wie die "Bild"-Zeitung meldet, fuhren insgesamt zehn Streifenwagen zu dem Gebäude im Elbvorort der Hansestadt.

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Hat der Vorfall etwas mit seinem Engagement für Flüchtlinge zu tun? Til Schweiger.

(Foto: imago/Hartenfelser)

Nach Informationen der Zeitung waren bereits zuvor Schutzmaßnahmen für das Haus des 51-Jährigen getroffen worden. Dies wollte die Hamburger Polizei auf Nachfrage von n-tv.de nicht kommentieren. Gleichwohl bestätigte ein Sprecher, dass im Garten Schweigers ein einzelner Eindringling beobachtet worden sei, der an der Außenbeleuchtung des Gebäudes Hand angelegt und ein Kabel durchtrennt habe. Als er sich entdeckt wähnte, flüchtete er von dem Grundstück.

Hubschrauber und Spürhunde

Trotz der umgehend angeforderten Verstärkung blieb die Suche nach dem Verdächtigen ohne Erfolg. Die Ermittler hätten bei ihrer Fahndung auch einen Hubschrauber mit Nachtsichtgerät und Spürhunde eingesetzt, hieß es seitens der Hamburger Polizei gegenüber n-tv.de. Darüber, ob sich Til Schweiger zum Zeitpunkt des Vorfalls im Haus aufhielt, gibt es keine Information.

Die Beamten nehmen den Vorfall offenbar sehr ernst. "Der Staatsschutz ermittelt", sagte Polizeisprecher Holger Vehren zur "Bild"-Zeitung und machte damit deutlich, dass politische Motive des Täters in Betracht gezogen werden.

Hintergründe unklar

Schweiger hat sich in den vergangenen Wochen mehrfach öffentlich für Flüchtlinge eingesetzt. Zudem plant er die Gründung einer Stiftung und die Errichtung einer Unterkunft für Flüchtlinge mit privaten Mitteln. Wie viele andere auch, wird er für sein Engagement im Internet mit Hass-Kommentaren überhäuft. Möglicherweise hängt die Tat am Haus des Filmemachers hiermit zusammen. Ein Bekennerschreiben liegt allerdings nicht vor. Die Hintergründe sind somit bis dato unklar.

Schon 2013 war Schweigers Haus Ziel eines Anschlags gewesen. Damals warfen vermutlich linksradikale Täter Farbbeutel auf das Gebäude und zündeten das Auto der Freundin des Regisseurs an. Ihnen passte die Darstellung des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan in Schweigers Film "Schutzengel" nicht.

Quelle: ntv.de, vpr