"Leben ist keine Telenovela"Elon Musks Tochter berichtet von "Atmosphäre der Kälte und Unbeholfenheit"

Für Elon Musk ist sein Kind Xavier gestorben. Dabei lebt der Spross des Tech-Milliardärs noch - als Transfrau. Jetzt spricht Vivian Jenna Wilson über ihre Kindheit und darüber, was Musks Aussagen in ihr ausgelöst haben.
Vivian Jenna Wilson, die Tochter des Tech-Milliardärs Elon Musk, schließt in einem Interview eine Wiederannäherung an ihren Vater aus. Eine Aussöhnung werde "nicht passieren", sagte sie der "Zeit". Und weiter: "Mein Leben ist keine Telenovela."
Nachdem Wilson im Jahr 2020 ihr Coming-out als Transfrau hatte, erklärte ihr Vater Elon Musk, für ihn sei sie am "Woke-Mind-Virus" gestorben. Musk erklärte damals weiter, für ihn sei die Geschlechtsangleichung seiner Tochter Auslöser gewesen für seinen Drang, "den Woke-Mind-Virus zu zerstören". Wilson, die als Topmodel etwa für Sängerin Rihanna oder Marken wie Gucci bei den Fashionshows in Mailand, Paris und New York arbeitet, sagte in der Wochenzeitung, diese Aussage habe sie nicht verletzt, sondern sauer gemacht. Sie begründete dies mit der fehlenden Bühne, um sich zu wehren. "Ich wollte kein politischer Spielball mehr sein - keine tragische Geschichte im Sinne von 'Mein Sohn ist tot'. Ich wollte nur verdammt noch mal ich selbst sein."
Über ihre Kindheit und Jugend, die sie in den Anwesen ihres Vaters verbracht hat, sagte sie: "Es gibt in diesen Häusern eine exzessive Opulenz, alles ist teuer, nur um teuer zu sein, ohne Gefühl oder Verstand dahinter. Ich erinnere mich vor allem an eine Atmosphäre der Kälte. Und auch der Unbeholfenheit."
Wilson widersprach der Annahme, ihr Vater Elon Musk habe sich politisch radikalisiert, weil seine Tochter eine Transperson ist. "Ich glaube, er war immer schon so", sagte die 21-Jährige. "Das sollte ich wahrscheinlich nicht sagen, aber: Es gibt diese Illusion, dass er mal progressiv war, aber das hat nie gestimmt. Diese Kreise, diese Ultra-Tech-Bros, sind sehr konservativ, manche sind - wie sag ich's? Na, rassistisch."
Vivian Jenna Wilson hieß jahrelang Xavier Musk. Ihren Namen hat sie als Transfrau komplett abgelegt und neugewählt. Elon Musk nennt sie der "Zeit" zufolge weder "Vater" noch "Elon" oder "Musk". Sie sage nur "er". Wilson wolle weder etwas mit ihm noch mit seinem Vermögen zu tun haben, berichtete die Wochenzeitung weiter.