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Nach tödlichem Schuss am Set Familie von Kamerafrau verklagt Baldwin

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Das "rücksichtslose Verhalten und die Sparmaßnahmen" von Baldwin und den anderen Produzenten des Western-Streifens hätten zu Hutchins' Tod geführt, heißt es vom Anwalt der Familie.

(Foto: dpa)

Halyna Hutchins wird durch eine echte Kugel am Set getötet. Die Waffe hatte Alec Baldwin selbst abgefeuert. Dem "rücksichtslosen Verhalten und den Sparmaßnahmen" beim Dreh sei die Kamerafrau zum Opfer gefallen, daher hat nun die Familie Klage gegen den Schauspieler und andere Beteiligte eingereicht.

Knapp vier Monate nach dem Tod von Halyna Hutchins bei einem Filmdreh mit Hollywood-Star Alec Baldwin haben die Angehörigen der Kamerafrau Klage eingereicht. Baldwin und anderen Film-Mitwirkenden wird darin grob fahrlässiges Verhalten vorgeworfen. Die Klage wegen widerrechtlicher Tötung wurde heute in Santa Fe (New Mexico) vorgebracht.

Bei dem Dreh seien zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen verletzt worden, sagte Anwalt Brian Panish auf einer Pressekonferenz in Los Angeles. Die Klageschrift liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Panish zufolge verlangen die Angehörigen nach dem "tragischen Verlust" der Kamerafrau eine Entschädigung in nicht genannter Höhe. Ein Verfahren mit einer Jury solle darüber entscheiden.

Das "rücksichtslose Verhalten und die Sparmaßnahmen" von Baldwin und den anderen Produzenten des Western-Streifens hätten zu Hutchins' Tod geführt, erklärte der Anwalt weiter. Baldwin, der als Hauptdarsteller und Produzent bei dem Film mitwirkt, hatte die Waffe bei der Probe für eine Szene bedient. Ermittlungen ergaben, dass in dem Colt eine echte Kugel steckte. Die Ermittlungen der Polizei zur Frage, wie es dazu kommen konnte, dauern an.

"Mindestens 15 Branchenstandards ignoriert"

Anwalt Panish sagte am Filmset seien "mindestens 15 Branchenstandards" ignoriert worden. Unter anderem sei eine scharfe Waffe anstelle einer unbrauchbar gemachten Waffe oder einer Attrappe verwendet worden. Außerdem seien zum Zeitpunkt des Schusses nicht ausreichend qualifizierte Mitarbeiter anwesend gewesen und es habe Schutzausrüstung für die Filmcrew gefehlt. Panish warf Baldwin zudem vor, sich "geweigert" zu haben, im Vorfeld das Ziehen des Revolvers zu üben.

Die Klage wurde in einem Gericht in New Mexico eingereicht, wo sich der Vorfall ereignet hatte. "Halyna Hutchins hatte verdient zu leben, und die Beschuldigten hatten die Macht, ihren Tod zu verhindern", heißt es in der Klage gegen Baldwin, die anderen Produzenten und Mitglieder der Filmcrew. Baldwins Anwalt antwortete zunächst nicht auf eine Bitte um einen Kommentar.

Baldwin weist Verantwortung von sich

Der Hollywood-Star hatte Anfang Dezember jegliche Verantwortung für Hutchins' Tod zurückgewiesen. Ihm sei gesagt worden, dass die Waffe "kalt" sei, also keine scharfe Munition enthalte, sagte der 63-jährige Schauspieler in einem Interview mit dem Sender ABC. "Jemand ist verantwortlich für das, was passiert ist, und ich kann nicht sagen, wer das ist. Aber ich weiß, dass ich es nicht bin", sagte Baldwin. "Wenn ich mich verantwortlich fühlen würde, hätte ich mich vielleicht umgebracht."

Nach dem Tod der Kamerafrau wurden bereits mehrere Zivilklagen eingereicht. So hat der Chefbeleuchter des Filmsets, Serge Svetnoy, Baldwin wegen des Vorwurfs der Fahrlässigkeit verklagt. Filmset-Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed wiederum hat den Munitionslieferanten verklagt. Sie wirft ihm vor, echte Munition mit harmlosen Attrappen vermischt zu haben. Im Zuge der strafrechtlichen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft ist noch niemand formell beschuldigt oder gar angeklagt worden. Die Ermittler haben aber nicht ausgeschlossen, dass dies noch geschehen könnte. Baldwin hatte erst im Januar sein von den Ermittlern angefordertes Handy übergeben.

Hutchins hinterlässt einen Ehemann und einen neunjährigen Sohn. Bei dem Vorfall während der Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western "Rust" auf einer Filmranch in Santa Fe war die 42-jährige Chef-Kamerafrau Hutchins am 21. Oktober tödlich verletzt und Regisseur Joel Souza an der Schulter getroffen worden.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa/AFP

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