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Online-Berlinale verteilt Bären Film über "Porno-Lehrerin" holt Hauptpreis

ACHTUNG Nur zur redaktionellen Verwendung bis zum 5.7.2021 im Zusammenhang mit einer Berichterstattung über die Internationalen Filmfestspiele Berlin 2021.jpg

Plötzlich und ungewollt auf Pornhub: die Geschichtslehrerin Emilia Cibiliu (Katia Pascariu) in "Bad Luck Banging or Loony Porn", im Original "Babardeala cu buclucsau porno balamuc". Der Film gewinnt den Hauptpreis der Berlinale.

(Foto: picture alliance/dpa/microFilm/Berlinale | Silviu Ghetie)

Die Berlinale gehört zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. Wegen der Pandemie findet sie erst online statt und im Juni nochmal öffentlich, dann werden auch die Preise verliehen. Bekannt gegeben werden die Preisträger aber jetzt schon: Die Satire "Bad Luck Banging or Loony Porn" holt den Goldenen Bären.

Die experimentelle Satire "Bad Luck Banging or Loony Porn" des rumänischen Regisseurs Radu Jude hat den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen. Der Film erzählt von einer Lehrerin, die wegen eines privaten Sexvideos in Schwierigkeiten gerät: Der Pornofilm, den sie mit ihrem Mann gedreht hat, landet ohne ihre Absicht auf Pornhub und geht viral.

Der Film fange "das nackte Fleisch unseres gegenwärtigen Augenblicks ein", sagte die Wettbewerbsjury zu ihrer Entscheidung. Der Streifen beschwöre den Zeitgeist herauf, "ohrfeigt ihn" und fordere ihn "zum Duell heraus". Das Werk sei "kunstvoll ausgearbeitet" und zugleich "intelligent und kindisch". Es greife die Zuschauer an, rufe Widerspruch hervor und erlaube es dabei niemandem, "Sicherheitsabstand zu halten".

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Maren Eggert in "Ich bin dein Mensch" (I"m Your Man) - für ihre Rolle bekommt sie einen Silbernen Bären.

(Foto: picture alliance/dpa/Berlinale)

Die Jury zeichnete auch die deutsche Schauspielerin Maren Eggert aus - sie bekommt den wichtigsten Schauspielpreis des Festivals. Die 47-Jährige spielt in der Tragikomödie "Ich bin dein Mensch" von Maria Schrader eine Wissenschaftlerin, die sich in einen humanoiden Roboter verliebt. Sie bekommt den Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle, wie die Filmfestspiele in Berlin bekannt gaben.

Eggert solidarisierte sich bei der Gelegenheit mit ihren unter der Corona-Krise leidenden Kolleginnen und Kollegen. "Wir hatten Glück, den Film während der Pandemie drehen zu können", sagte sie in Berlin nach der Auszeichnung. "Deswegen möchte ich meine Solidarität ausdrücken mit allen Schauspielern, die wegen Covid-19 in einer Krise stecken." Zum Preis selber sagte Eggert: "Der Silberne Bär bedeutet mir eine Menge." Sie bedankte sich bei der Regisseurin. "Maria Schrader ist vielleicht die radikalste und leidenschaftlichste Person, mit der ich das Vergnügen hatte arbeiten zu können."

Erstmals Schauspielpreise nicht mehr getrennt nach Geschlecht

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. Wegen der Pandemie fanden die Filmfestspiele vorerst online statt - vom 9. bis zum 20. Juni soll es ein öffentliches Festival geben. Dann ist auch die Preisverleihung geplant. Erstmals werden die Schauspielpreise nicht mehr getrennt nach Geschlecht vergeben, sondern für Haupt- und Nebenrolle.

Der Silberne Bär für die beste Leistung in einer Nebenrolle geht an Lilla Kizlinger. Sie spielt im Episodenfilm "Forest - I See You Everywhere" des ungarischen Regisseurs Bence Fliegauf mit. In diesem Jahr konkurrierten 15 Beiträge im Wettbewerb. Der Silberne Bär "Preis der Jury" geht an die Dokumentation "Herr Bachmann und seine Klasse". Regisseurin Maria Speth hat dafür über längere Zeit eine Schulklasse im hessischen Stadtallendorf begleitet.

Der Große Preis der Jury geht an den Episodenfilm "Wheel of Fortune and Fantasy" des Japaners Ryusuke Hamaguchi. Der ungarische Filmemacher Dénes Nagy wird für die Regie beim Anti-Kriegs-Film "Natural Light" ausgezeichnet, der Südkoreaner Hong Sangsoo für das Drehbuch seines Schwarz-Weiß-Films "Introduction". Der Silberne Bär für eine herausragende künstlerische Leistung geht an Yibrán Asuad für die Montage im Dokumentarfilm "A Cop Movie" über Polizisten in Mexiko.

Filme nur online für Fachleute und Journalisten

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Wegen der Pandemie gab es in diesem Jahr keine Filmvorführungen am Potsdamer Platz. Stattdessen konnten Fachleute und Journalisten online Filme schauen. Im Juni ist ein Festival fürs Publikum geplant.

Bei den Preisen gingen zwei weitere deutsche Produktionen leer aus - die Literaturverfilmung "Fabian oder Der Gang vor die Hunde" von Dominik Graf und Daniel Brühls Regiedebüt "Nebenan".

Quelle: ntv.de, abe/dpa

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