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Kampf gegen Deepfake-PornografieFür Paris Hilton war ihr Sexvideo "Missbrauch"

23.01.2026, 10:44 Uhr
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Paris Hilton setzt sich vor dem US-Kongress für den "Defiance Act" ein - ein Gesetz, das Opfern von KI-generierter Pornografie mehr Rechte geben soll. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)

Paris Hilton setzt sich vor dem US-Kongress für ein neues Gesetz gegen Deepfake-Pornografie ein. Dabei spricht sie offen wie nie über das Sexvideo, das 2004 ohne ihre Zustimmung veröffentlicht wurde.

Paris Hilton hat am Donnerstag vor dem US-Kongress eine zutiefst persönliche Rede gehalten. Gemeinsam mit der demokratischen Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez setzt sich die Unternehmerin für den sogenannten "Defiance Act" ein - ein Gesetz, das Opfern von KI-generierten pornografischen Deepfakes das Recht geben soll, juristisch gegen die Ersteller und Verbreiter vorzugehen.

Bei ihrer Rede erinnerte Hilton auch an das Sexvideo, das 2004 von ihrem damaligen Freund Rick Salomon veröffentlicht wurde. "Als ich 19 Jahre alt war, wurde ein privates, intimes Video von mir ohne meine Zustimmung mit der Welt geteilt. Die Leute nannten es einen Skandal. Das war es nicht. Es war Missbrauch", zitiert das Magazin "People" die 44-Jährige.

Die Erinnerungen daran seien noch immer schmerzhaft. Damals habe es keine Gesetze gegeben, die sie schützten, erklärte Hilton. "Sie haben mich beschimpft. Sie haben gelacht und mich zur Zielscheibe gemacht. Sie haben meinen Schmerz für Klicks verkauft und mir dann gesagt, ich solle still sein, weitermachen, sogar dankbar sein für die Aufmerksamkeit."

Niemand habe sie als junge Frau gesehen, die ausgebeutet wurde. "Niemand fragte mich, was ich verloren habe - ich verlor die Kontrolle über meinen Körper, über meinen Ruf. Mein Gefühl von Sicherheit und Selbstwert wurde mir gestohlen."

"Was mir angetan wurde, war falsch"

Hilton kämpfte sich zurück und glaubte, das Schlimmste überstanden zu haben. Doch mit dem Aufkommen Künstlicher Intelligenz hat sich die Bedrohung vervielfacht. "Deepfake-Pornografie ist zu einer Epidemie geworden", warnte sie in ihrer Rede. "Es gibt über 100.000 explizite Deepfake-Bilder von mir, die von KI erstellt wurden. Nicht eines davon ist echt, nicht eines davon ist einvernehmlich." Jedes Mal, wenn ein neues Bild auftauche, kehre dieses schreckliche Gefühl zurück - die Angst, dass jemand irgendwo es gerade ansehe und für echt halte. "Kein Geld und keine Anwälte können das stoppen."

Besonders emotional wurde sie laut "People", als sie über ihre zweieinhalbjährige Tochter sprach. "Ich würde bis ans Ende der Welt gehen, um sie zu beschützen. Aber davor kann ich sie nicht beschützen - noch nicht." Deshalb sei sie hier, um für alle zu kämpfen, die "keine Stimme haben".

Hiltons Ehemann Carter Reum begleitete sie bei ihrem Auftritt im Kongress. Zum Abschluss ihrer Rede fand Hilton kraftvolle Worte: "Ich bin Paris Hilton, eine Frau, eine Ehefrau, eine Mutter, eine Überlebende - und was mir angetan wurde, war falsch. Ich werde weiter die Wahrheit sagen, um jede Frau, jedes Mädchen, jede Überlebende zu schützen."

Quelle: ntv.de, csp/spot

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