Unterhaltung

Gedemütigt wegen HomosexualitätHape Kerkeling verließ Italien wegen Diskriminierung

18.03.2026, 15:50 Uhr
00:00 / 03:36
Hape-Kerkeling-am-Roten-Teppich-zur-Premiere-von-EXTRAWURST-in-der-Lichtburg-Essen-am-07-01
Hape Kerkeling verbrachte viel Zeit in Italien. (Foto: picture alliance / AAPimages/Lueders)

Italien ist lange Hape Kerkelings zweite Heimat. Nun offenbart der Entertainer, dass er dort wegen seiner Homosexualität so diskriminiert wurde, dass er Konsequenzen für sich gezogen hat.

Lange hat sich Hape Kerkeling nicht öffentlich dazu geäußert, weshalb er Italien verlassen hat. Nun erklärt der 61-jährige Entertainer und Autor im Interview mit dem "Stern": "Ich wurde in Italien als schwuler Mann so diskriminiert, dass ich dort nicht mehr sein wollte."

Kerkeling hatte über Jahre hinweg mehrere Monate im Jahr in Italien verbracht. Was er dort erlebte, beschreibt er im Doppelinterview mit Comedienne Tahnee als "tagtägliche" Dauerbelastung: "Das war unterirdisch. Italien ist nicht auf der Höhe der Zeit." Mit Blick auf die aktuelle Regierung in Rom fällt sein Urteil noch schärfer aus: "Jede Kooperation mit der Regierung unter Meloni ist ein Schritt in die falsche Richtung." Die rechtsnationale Politikerin Giorgia Meloni ist seit Oktober 2022 Italiens erste Ministerpräsidentin; die Legislaturperiode endet 2027.

Kerkeling zieht dabei auch einen Vergleich zu anderen Ländern. In Skandinavien, so seine Beobachtung, falle ein schwules Paar kaum auf. Deutschland verortet er irgendwo im Mittelfeld, was Toleranz angeht: "In Deutschland werden Augenbrauen hochgezogen. Menschen, die dem nie ausgesetzt sind, begreifen das nicht, aber auch das ist diskriminierend."

So kritisch Kerkeling manche Entwicklungen in Deutschland betrachtet, so herzlich fällt sein Bekenntnis zu seinem Heimatland aus. "Was ich an diesem Land liebe, ist meine Heimat: das Ruhrgebiet und das Rheinland", sagt er. Konkretisierend fügt er hinzu: "Und dass wir nach dem Abgrund, den dieses sogenannte Dritte Reich verursacht hat, ein Land aufgebaut haben, in dem wir uns frei entfalten können. Darauf sollten wir stolz sein. Ich kann hier sitzen und laut in die Welt hinausposaunen: Ich bin schwul!"

Horst Schlämmer feiert Comeback

Hape Kerkelings neuer Film "Horst Schlämmer sucht das Glück" kommt am 26. März in die Kinos. Darin begibt sich "der stellvertretende Chefredakteur des 'Grevenbroicher Tagblatts'" auf eine "Reise durch die Republik und tut das, was er am besten kann - knallhart recherchieren und nachfragen". An seiner Seite sind unter anderem Tahnee, Meltem Kaptan und Jochen Busse zu sehen.

Für Hape Kerkelings Kultfigur ist es bereits das zweite Kinoabenteuer. In "Horst Schlämmer - Isch kandidiere" suchte er 2009 noch das persönliche Glück in der großen Politik. Über 1,3 Millionen Besucherinnen und Besucher lockte Schlämmer damals in die Kinos.

Erstmals tauchte Horst Schlämmer im Jahr 2005 in der RTL-Sendung "Hape trifft" auf. Im deutschen Fernsehen der 2000er Jahre erfreute sich die Figur danach großer Beliebtheit.

Quelle: ntv.de, csp/spot

HomosexualitätDeutschlandItalienHape KerkelingKino