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Von Kobes und Gigis Überresten Geleakte Bilder "quälen" Vanessa Bryant

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Trauert um ihren Mann und ihre Tochter: Vanessa Bryant.

(Foto: picture alliance/dpa)

Polizisten sollen unerlaubt Fotos von Kobe und Gigi Bryants Leichen gemacht und verbreitet haben. Vor Gericht berichtet die Witwe der Basketball-Legende nun, wie sehr sie die Aufnahmen ihres Mannes und ihrer Tochter quälten. Vanessa Bryant sei "von Wut und Emotionen überwältigt", heißt es.

Als Basketball-Legende Kobe Bryant, seine 13 Jahre alte Tochter Gianna ("Gigi") und sieben weitere Insassen am 26. Januar 2020 nahe Los Angeles bei einem Helikopterabsturz ums Leben kamen, waren nach wenigen Minuten Dutzende Polizisten und Feuerwehrleute an der Unfallstelle. Ohne Erlaubnis sollen einige von ihnen Fotos von den Überresten der Verstorbenen gemacht und verbreitet haben.

Die Angehörigen der Opfer, darunter auch die Witwe des Basektballstars, Vanessa Bryant, verklagten daraufhin den Landkreis Los Angeles wegen des dadurch erlittenen emotionalen Traumas. Nach einer erzielten Einigung Anfang November erhalten ihre und eine weitere Familie je 1,25 Millionen Dollar Schmerzensgeld.

In dem laufenden Verfahren hat Vanessa Bryant nun eine Erklärung zu den Fotos abgegeben. Darin beschreibt sie, warum ihre Besorgnis über die Aufnahmen, die von den Leichen ihres Mannes und ihrer Tochter gemacht wurden, für immer anhalten werde. Das berichtet das US-Promiportal "TMZ", dem die Dokumente vorliegen sollen. Demnach habe die 39-Jährige den Sheriff Alex Villanueva am Tag des Unglücks gebeten, die Absturzstelle zu sichern und niemandem zu erlauben, Fotos von dem zu machen, was zurückgelassen wurde.

"Gedanken quälen mich"

"Wenn Sie meinen Mann und mein Baby nicht zurückbringen können, stellen Sie bitte sicher, dass niemand sie fotografiert", habe Bryant zu Villanueva gesagt, zitiert "TMZ" aus den Dokumenten. Einen Monat später habe sie jedoch erfahren, dass die Stellvertreter des Sheriffs und die Feuerwehr Fotos von Kobe und Gigi Bryants Überresten geteilt hätten. Dies habe sie "wütend" gemacht und sie in einen ständigen Kreislauf der Verzweiflung gebracht.

Laut "TMZ" habe Vanessa Bryant Grund zur Annahme, dass mindestens 20 Personen Kopien der Bilder erhalten hätten. Obwohl Vertreter des Landkreises beteuert hätten, dass mittlerweile alle Fotos gesichert und gelöscht worden seien, habe sie starke Zweifel an diesen Aussagen. Sie selbst habe im Internet bereits ein möglicherweise entsprechendes Foto gesehen. "Seitdem (...) quälen mich die Gedanken darüber, wer es aufgenommen hat und ob es meinen Mann zeigt", heißt es demnach in den Unterlagen.

"Es macht mich wütend, dass die Menschen, denen ich vertraute, um die Würde meines Mannes und meiner Tochter zu schützen, ihre Positionen missbraucht haben, um Andenken an ihren Tod zu erhalten, als ob der Besitz von Bildern ihrer Überreste sie irgendwie zu etwas Besonderem macht." Die dreifache Mutter sei "von Wut und Emotionen überwältigt".

Trolle bedrohen Witwe mit Verbreitung der Fotos

Weiter heißt es: "Mir wird schlecht bei dem Gedanken, dass Abgeordnete und Feuerwehrleute grundlos Fotos von den Leichen meines Mannes und meines Kindes angestarrt haben. Ich fühle auch extreme Traurigkeit und Wut, wenn ich weiß, dass über die Fotos der Leichen meines Mannes und meiner Tochter gelacht wurde (...)."

Wenn sie den Namen ihres Mannes bei Google eingebe, erscheine eine vorgeschlagene Suche nach "Kobe Bryant body", also seinem toten Körper, was sie jedes Mal aufs Neue triggere, so Vanessa Bryant. Zudem drohten ihr Trolle im Internet damit, besagte Fotos zu besitzen und freizugeben. Sie habe auch Angst davor, dass ihre Töchter Natalia, Capri oder Bianka die Bilder zu Gesicht bekämen.

"Für den Rest meines Lebens wird eines von zwei Dingen passieren: Entweder werden Nahaufnahmen der Leichen meines Mannes und meiner Tochter im Internet viral oder ich werde weiterhin in Angst davor leben", soll Vanessa Bryant im Prozess gesagt haben.

Quelle: ntv.de, lpe

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