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"Mehr kann ich nicht tun" Gil Ofarim erstattet Strafanzeige

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Wurde nun auch selbst als Zeuge befragt: Gil Ofarim.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Vorfall in einem Leipziger Hotel, bei dem Gil Ofarim antisemitisch beleidigt worden sein soll, schlägt weiter hohe Wellen. Nun erstattet der Sänger Anzeige gegen den Mitarbeiter des Etablissements, der ihn angegangen haben soll. Zugleich bedankt er sich für die Solidarität, die er erfahren habe.

Musiker Gil Ofarim hat Strafanzeige gegen einen Mitarbeiter des Leipziger Westin-Hotels gestellt. Das gab er in einem Instagram-Post bekannt.

"Ich habe heute meine Zeugenaussage gemacht und eine Strafanzeige gegen den Mitarbeiter gestellt. In den letzten Tagen habe ich in zahlreichen Interviews alles gesagt, was ich zu dem Thema sagen kann. Mehr kann ich zurzeit nicht sagen oder tun", schreibt Ofarim in dem Posting mit schwarzem Bild. Dass der Sänger Anzeige erstatten wollte, war bereits zuvor bekannt geworden.

"Kein Platz für Hass"

Die Staatsanwaltschaft ermittle nun, und er hoffe, nach diesen turbulenten Tagen etwas zur Ruhe kommen zu können, erklärt der Sänger. Er wolle sich zudem für die "unfassbar vielen, sehr persönlichen Nachrichten" bedanken. Er sei überwältigt, "was für eine Solidarität mir und diesem wichtigen Thema aus der ganzen Welt entgegengebracht wird".

Ofarim schließt seinen Post mit den Worten: "Es sollte keinen Platz für Hass, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie oder Diskriminierung jeglicher Art auf dieser Welt geben."

"Sprachlos und schockiert"

In der vergangenen Woche hatte der 39-Jährige einen Vorfall in einem Leipziger Hotel öffentlich gemacht. In einem Clip, den er in den sozialen Medien teilte, erklärte der Sänger, er sei beim Check-in übergangen worden, weil er eine Kette mit einem Davidstern getragen habe.

"Ich bin nach wie vor sprachlos und schockiert, zugleich aber auch nicht überrascht", erklärte Ofarim am 11. Oktober in einem Interview mit dem Sender Pro7. Schon mehrfach in seinem Leben habe er Erfahrungen mit Antisemitismus gemacht.

Zwar bekomme er "sehr viel Solidarität zu spüren", er frage sich aber auch, ob das Ganze etwas an der Situation ändern werde, so Ofarim. Durch sein Video habe er sich "im Endeffekt zur Zielscheibe gemacht. Ich werde jetzt bedroht", sagte der Sänger.

Von Polizisten eskortiert

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Am Sonntag habe er Theater gespielt - "und plötzlich stand die Polizei in meiner Garderobe und bat mich um Auskunft, wo ich heute Abend nächtigen werde. Das hat für mich alles keinen Sinn gemacht, und ich wurde dann eskortiert von den wirklich sehr freundlichen Beamten - ein Bus vor mir, ein Bus hinter mir."

Was genau in dem Leipziger Hotel geschehen war, ist nicht klar. Der Mitarbeiter, den Ofarim nun angezeigt hat, widerspricht der Darstellung des Sängers und erstattete seinerseits ebenfalls Anzeige. Auch Zeugen meldeten sich mit einer anderen Sicht auf die Dinge zu Wort.

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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