Hass gegen schwarzen SnapeNeuer "Harry Potter"-Darsteller erhält Morddrohungen

Die Besetzung von Paapa Essiedu als Severus Snape in der neuen "Harry Potter"-Serie sorgt für heftige Reaktionen. Der Schauspieler berichtet von Morddrohungen und Hassbotschaften. Trotz Anfeindungen will er sich nicht einschüchtern lassen.
Für viele Fans ist die Rolle des Severus Snape untrennbar mit Alan Rickman verbunden - umso größer sind die Erwartungen an Paapa Essiedu, der in der neuen "Harry Potter"-Serie von HBO in diese ikonische Figur schlüpft. Doch statt Vorfreude und Unterstützung schlägt dem 35-Jährigen seit seiner Besetzung eine massive Welle an Hass entgegen.
In einem Interview mit der Zeitung "The Times" sprach Essiedu offen über die Folgen. Er berichtete, dass er auf Plattformen wie Instagram sogar Morddrohungen erhalten habe. "Mir wurde gesagt: 'Hör auf oder ich bringe dich um'", schilderte der Schauspieler. Bei Instagram lese er Kommentare wie "Ich werde zu dir nach Hause kommen und dich töten". Die Situation habe ein Ausmaß erreicht, bei dem sich auch sein engstes Umfeld große Sorgen mache und regelmäßig nach seinem Befinden frage.
Für Essiedu ist die Heftigkeit der Reaktionen kaum nachvollziehbar. "Niemand sollte so etwas erleben müssen, nur weil er seinen Job macht. Ich spiele einen Zauberer in 'Harry Potter'." Gleichzeitig räumt der Brite ein, dass ihn die Anfeindungen durchaus belasteten. Kraft schöpfe er jedoch aus der zentralen Botschaft der Buchreihe, in der letztlich die Liebe über den Hass siegt.
"Die Beschimpfungen spornen mich an"
Trotz allem zeigt sich der Schauspieler entschlossen, seinen Weg weiterzugehen. Als Kind sei er selbst ein großer Fan der Bücher gewesen, auch weil seine Mutter sich keinen Babysitter leisten konnte und ihn häufig in die Bibliothek mitnahm. Heute motiviere ihn besonders der Gedanke, dass sich Kinder, die ihm ähnlich sehen, in der Welt von Hogwarts wiederfinden können. "Die Beschimpfungen spornen mich an", erklärte er. Er wolle sich nicht von Menschen einschüchtern lassen, die ihm den Tod wünschten, während er eine Arbeit mache, auf die er stolz sei.
Auch abseits der Rolle sorgt die Serie für Diskussionen. Die Produktion, die die sieben Bücher von J. K. Rowling jeweils als eigene Staffel umsetzen soll, läuft bereits. Neben Essiedu gehören unter anderem John Lithgow als Albus Dumbledore, Janet McTeer als Minerva McGonagall und Nick Frost als Rubeus Hagrid zur Besetzung.
Zusätzlich bekam der Fall eine politische Dimension: Kurz nach seiner Verpflichtung unterzeichnete Essiedu einen offenen Brief gegen ein Urteil des britischen Supreme Courts zur rechtlichen Definition von Transpersonen. Rowling, die für ihre umstrittenen Positionen zu diesem Thema bekannt ist, äußerte sich daraufhin auf X. Sie stellte klar, dass sie weder die Möglichkeit habe, einen Schauspieler zu entlassen, noch dies tun würde, nur weil dieser andere Ansichten vertrete als sie selbst.
Die neue "Harry Potter"-Serie soll derzeitigen Planungen zufolge im Jahr 2027 bei HBO starten.