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Und der Mensch bleibt Mensch Herbert Grönemeyers Gedanken zur Pandemie

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Auch an ihm geht die Corona-Krise nicht spurlos vorüber: Herbert Grönemeyer.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

20 Jahre nach der Veröffentlichung seines Erfolgsalbums "Mensch" will Herbert Grönemeyer 2022 wieder mit den Songs von damals auf Tour gehen. Doch die Pandemie droht auch dieses Vorhaben zu stoppen. Der Musiker macht sich dazu seine eigenen Gedanken.

Musiker Herbert Grönemeyer sieht die Gesellschaft trotz der anhaltenden Proteste von Impfgegnern, Corona-Leugnern und Kritikern der Maßnahmen zur Virus-Bekämpfung nicht gespalten. Dass Pandemie und Impfung von einigen genutzt würden, um ihrem Unmut freien Lauf zu lassen, sei "tragisch und fatal", sagt der 65-Jährige. Gespalten sei die Gesellschaft jedoch nicht.

"Ich sehe, dass ein geringer Teil der Gesellschaft versucht, diese Situation zu nutzen. Aber umgekehrt sehe ich auch, dass der große Teil der Gesellschaft absolut zusammenhält und ganz stabil erwachsen mit dieser Situation umgeht", erklärt der Sänger.

Der Zusammenhalt der Menschen sei tröstlich, so Grönemeyer. "Diese zwei Jahre sind für uns alle, denke ich, ein Trauma, in dem wir uns immer noch befinden. Die latente Auseinandersetzung damit erfordert halt unfassbare seelische Stützen."

"Es wäre wahnsinnig schade"

Trotz seiner privilegierten Situation sei Corona auch an ihm nicht spurlos vorbeigegangen. "Die Ängste, die Zweifel und die Lähmung, was diese Pandemie angeht, dringen bei mir natürlich genauso durch wie bei jedem anderen Menschen auch", sagt Grönemeyer. "Das ist schon ein komplexer seelischer Zustand, der immer wieder aufreißt."

Angst seine für nächstes Jahr geplante "Mensch"-Jubiläumstour eventuell pandemiebedingt absagen zu müssen, hat Grönemeyer nach eigenen Angaben nicht. "Ich glaube, die Ängste sind komplexer in dieser Zeit, was Menschen angeht, was die Bedrohung dieses Virus angeht. Ich glaube, da sind die Konzerte nicht das Elementarste, um das es geht. Insofern habe ich keine Angst darum, sondern es wäre wahnsinnig schade."

Erste Tour seit zwei Jahren

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Die Tournee im nächsten Jahr ist für Grönemeyer und seine Band die erste nach der "Tumult"-Tour vor zwei Jahren. Geplant sind acht Konzerte in Deutschland. Im Mittelpunkt steht das Erfolgsalbum "Mensch" von 2002. Doch die Menschen könnten sich neben altbekannten Klassikern ebenso auf "neuere Stücke, ältere Stücke, und unbekanntere Stücke" freuen, sagt Grönemeyer.

Auf der Bühne stehen werde die gleiche Besetzung und das gleiche Orchester wie damals, erläutert er. Und wie schon 2002 seien auch im nächsten Jahr wieder die Sportfreunde Stiller als Support Act mit dabei.

"Wenn das alles so geht, wie wir uns das vorstellen und die Zeit das auch ermöglicht, dann freue ich mich natürlich riesig", erklärt der Musiker. "Das ist natürlich nicht nur unser Brot, sondern auch unsere Leidenschaft. Das fehlt uns maßlos, dass wir das nicht machen können."

"Tragischerweise große Parallelen"

Mit rund vier Millionen verkauften Tonträgern, 21 Gold-Auszeichnungen und 95 Wochen in den Charts ist "Mensch" das erfolgreichste Musikalbum aller Zeiten in Deutschland. Die gleichnamige Tour im Jahr 2003 besuchten 2,2 Millionen Menschen.

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Den Erfolg von damals zu wiederholen, sei allerdings nicht das Ziel, betont Grönemeyer. "Dies war einfach der Versuch, einmal einen Grund zu finden, aufzutreten, und gleichzeitig einfach zurückzudenken", sagt der Sänger. "Wir wollen jetzt keine riesen Tour machen damit, sondern einfach, dass wir auftreten können, dass wir das für uns selber auch noch mal aufleben lassen können."

Damals wie heute trifft "Mensch" den Nerv der Zeit: Das Album, das laut Grönemeyer vom Aufbruch und dem Weg zurück ins Leben handelt, habe "tragischerweise große Parallelen zu der Zeit jetzt", urteilt der Musiker. "Dieser Zusammenhalt und dieser Glauben aneinander ist ja auch jetzt der Versuch, dass uns das aus dieser Zeit und durch diese Zeit bringt", sagt er mit Blick auf die Corona-Pandemie.

Quelle: ntv.de, vpr/dpa

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