Unterhaltung

"Markant wie Udo Lindenberg" Holger Biege ist tot

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Holger Biege im Jahr 1979.

(Foto: imago)

Auch wenn er 1983 in den Westen gegangen war: Der Liedermacher Holger Biege war vor allem in der DDR sehr bekannt und beliebt. Seine Stimme hatte er bei einem Schlaganfall schon vor einigen Jahren verloren. Nun ist er gestorben.

Zuletzt war es still geworden um Holger Biege - vor sechs Jahren hatte der Sänger einen Schlaganfall erlitten, war schließlich gelähmt, verlor seine Stimme. Jetzt ist er mit 65 Jahren gestorben. Doch seine Lieder, die bleiben - etwa "Wenn der Abend kommt", "Reichtum der Welt" oder "Sagte mal ein Dichter". "Er hat gesungen wie ein Gott", sagt sein Freund und Musikerkollege Thomas Putensen über den Liedermacher, der in der DDR bekannt wurde. Wie auch Biege stammt er aus Greifswald.

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Im Mai 2017 bei "Musiker singen für Holger Biege" auf dem Hof von Bauer Lange in Lieschow auf Rügen: Michael Behm, Manuel Schmid, Holger Biege, Tina Rogers und Thomas Putensen (v.l.).

(Foto: imago/Jens Koehler)

Als einen Schock für die Ost-Rockerszene bezeichnete der Rechtsanwalt Joachim Behl den Tod Bieges. Behl war Mitorganisator der drei Geburtstagskonzerte für Holger Biege in Bad Kleinen in Nordwestmecklenburg. Musikerkollegen spielten für ihn und sangen seine Lieder, als Biege schon längst nicht mehr selbst singen konnte.

Der in der DDR bekannte und beliebte Biege hatte 1983 ein Gastspiel genutzt, um mit seiner Familie in West-Berlin zu bleiben. Später zog er nach Hamburg. In Mecklenburg-Vorpommern fand Biege einen Freundeskreis aus alter und neuer Verbundenheit. Im Jahr 2001 entstand die Verbindung nach Bad Kleinen - Behl lud den Liedermacher damals zu einem Konzert dorthin ein.

Fan-Gemeinde hatte bis zuletzt Hoffnung

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Der NWM-Verlag Grevesmühlen brachte das Holger-Biege-Liederbuch "Deine Liebe und mein Lied" inklusive einer CD mit 18 seiner Hits heraus.

(Foto: imago/Jens Koehler)

Das letzte Konzert zum 65. Geburtstag im September 2017 hat Biege genossen. "Er war so glücklich, er war außer sich", erinnert sich Putensen. Bieges Fan-Gemeinde hatte bis zuletzt Hoffnung. Nicht, dass der Musiker jemals wieder auf der Bühne stehen könnte, aber er habe alles wahrgenommen und habe angefangen, sich wieder zu äußern. Ein Kleinbus habe es ihm und seiner Frau Cordelia ermöglicht, mobil zu sein.

Dann sei der Anruf gekommen, Biege liege im Koma, berichtet Putensen. Er sei noch kurz vor seinem Tod am Mittwoch bei ihm in der Klinik gewesen. Biege lebte zuletzt bei Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen, am Mittwochabend starb er in einer Klinik in Lüneburg. Das von seinen Freunden organisierte Konzert "Musiker singen für Holger Biege" am 16. Mai auf Rügen wird nun zum Gedenkkonzert. Neben Putensen und Band werden auf dem Hof von Bauer Lange in Lieschow unter anderem Tina Rogers, Bieges Bruder Gerd Christian und der Liedermacher Harald Wandel erwartet.

"Holger wird bleiben"

Putensen ist sicher: "Holger wird bleiben." Es sei das Besondere an guter Musik, dass sie an Stärke immer noch zunimmt. "Er war einer von den wenigen wirklich außergewöhnlichen Interpreten. Er hatte so etwas Markantes wie Manfred Krug oder Udo Lindenberg."

"Dass dieser Mann dennoch in diesem Land so wenig vorgekommen ist, spricht für sich", so Putensen weiter. Die Musikindustrie habe ihn nicht gewürdigt und werde es nicht tun. Bieges Lieder waren Putensen zufolge eigentlich Volkslieder, Geschichten aus dem Leben, mit einem weisen Unterton, gut mitzusingen.

Der NWM-Verlag Grevesmühlen brachte im Herbst das Holger-Biege-Liederbuch "Deine Liebe und mein Lied" inklusive einer CD mit 18 seiner Hits heraus. "Er ist für uns unsterblich", sagte Verleger Ulf-Peter Schwarz.

Quelle: n-tv.de, Birgit Sander, dpa