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Schicht auf Intensivstation? Jan Josef Liefers erhält Abfuhr

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Auf der Intensivstation nicht willkommen: Jan Josef Liefers.

(Foto: picture alliance / Eventpress)

Erst kritisiert Jan Josef Liefers im Rahmen der Aktion "#allesdichtmachen" die Medien. Nun tingelt er durch die Talkshows. Auch für eine Schicht auf der Intensivstation meldete er sich viel beachtet an. Doch daraus wird nichts. Die Essener Uniklinik will das Spektakel nicht.

"Tatort"-Schauspieler Jan Josef Liefers wird keine Schicht auf der Intensivstation des Essener Universitätsklinikums mitmachen. Vom Klinikchef Professor Jochen A. Werner erhielt er dafür eine deutliche Abfuhr.

"Für uns definitiv kein Thema", sagte Werner im Podcast "19 - die DUB Chefvisite". Zuvor hatte Liefers in einem "Zeit"-Interview bekannt gegeben, er habe sich "schon angemeldet".

Liefers reagierte damit auf einen Aufruf der Essener Medizinerin Carola Holzner, auch bekannt als "Doc Caro". Sie hatte die Teilnehmer der Aktion "#allesdichtmachen" unter dem Motto "#allemalneschichtmachen" dazu aufgefordert, einen Tag auf einer Intensivstation zu verbringen. Ob das tatsächlich ernst gemeint war oder - in Anlehnung an den satirischen Anspruch der "#allesdichtmachen"-Protagonisten - dann doch ebenfalls eher ironisch, ist unklar.

"Undenkbare Inszenierung"

Für Professor Werner jedenfalls kommt ein Auftritt von Liefers in seinem Krankenhaus nicht infrage. Die Bereitschaft des Schauspielers sei zwar eine "löbliche Geste", erklärte er. Es gehöre sich aber nicht, die Kranken in diese Diskussion hineinzuziehen.

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Dafür habe sicherlich auch Liefers Verständnis, so Werner. Wer bis heute nicht begriffen habe, was in Krankenhäusern geleistet werde, der begreife es auch in einer Schicht nicht, erklärte er weiter. Eine solche Inszenierung sei für ihn "undenkbar". Man müsse aufpassen, dass nicht Medieninteressen mit Patienteninteressen in Konflikt gerieten.

Rund 50 Schauspielerinnen und Schauspieler hatten unter der Überschrift "#allesdichtmachen" die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie und die Medien-Berichterstattung hierüber kritisiert. Neben Zustimmung erfuhr die Aktion auch viel Ablehnung. Diverse Teilnehmer zogen sich daraufhin von dem Projekt zurück. Liefers hingegen verteidigt "#allesdichtmachen" weiterhin - zuletzt unter anderem bei einem Auftritt in der Talkshow "3nach9", dem Interview mit der "Zeit" und am Donnerstagabend im ZDF-Polittalk "maybrit illner".

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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