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"Erbärmlich" und "ekelhaft" Jesse Hughes beschimpft Waffengegner

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Macht Lobbyarbeit für die NRA: Jesse Hughes.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Er selbst hat einen der schlimmsten Anschläge aller Zeiten überlebt - während des Auftritts seiner Band Eagles of Death Metal im Pariser Bataclan. Doch Sänger Jesse Hughes bleibt ein Waffennarr. Nun zieht er gegen die "March for Our Lives"-Bewegung zu Felde.

Jesse Hughes, Leadsänger der Band Eagles of Death Metal, ist für seine kontroversen politischen Ansichten bekannt. In mehreren Instagram-Posts bezog das registrierte Mitglied der US-Waffenlobby NRA nun Stellung gegen die "March for Our Lives"-Kundgebung, bei der am Wochenende Hunderttausende für strengere Waffengesetze in den USA demonstriert hatten. Aber auch über eine Überlebende des Amoklaufs an der Parkland High School in Florida zog der 43-Jährige her.

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Zahlreiche Menschen forderten am Wochenende schärfere Waffengesetze in den USA.

(Foto: picture alliance / Jose Luis Mag)

Hughes stellte auf seinem Instagram-Account ein Comic-Bild online. Auf diesem ist eine Frau abgebildet, die zu einem Mann sagt: "Ich habe meine Waffe abgegeben, um meinen Teil zum Ende der Waffengewalt beizutragen". Der Mann antwortet daraufhin: "Ich habe mir meinen Penis abgeschnitten, um Vergewaltigungen zu verhindern."

Zu dem Bild schrieb Hughes: "Natürlich. Das Beste, was man tun kann, um chronischen Missbrauch von Gesetzen (wie das Gesetz gegen Mord) oder Gesetzesbrecher zu bekämpfen, ist, ein anderes Gesetz zu verabschieden." Und er fuhr fort: "Aber bevor wir es verabschieden, schlachten wir den Tod von 16 Klassenkameraden für ein paar Facebook-Likes und ein wenig Medieninteresse aus und verunglimpfen so ihr Andenken." Die "March for Our Lives"-Bewegung sei "erbärmlich" und "ekelhaft", erklärte der Musiker.

"Ihr beleidigt mich"

Im weiteren Verlauf seines Post nahm Hughes auch Bezug auf den Terroranschlag während des Auftritts der Eagles of Death Metal am 13. November 2015 im Pariser Club Bataclan, dem 90 Menschen zum Opfer fielen. "Und schaut nur, wie gut Bürgerrechtsverletzungen in Bezug auf Schusswaffen dazu beigetragen haben, mich und meine Freunde in Paris zu schützen", schrieb der Sänger. "Als Überlebender einer Massenschießerei kann ich euch aus erster Hand sagen, dass ihr alle, die ihr protestiert und dazu die Schule schwänzt, die Erinnerung an diejenigen beleidigt, die damals getötet wurden. Durch eure Taten beleidigt ihr mich und jeden freiheitsliebenden Menschen", fuhr Hughes fort.

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Hughes ist Sänger der Eagles of Death Metal.

(Foto: imago/ZUMA Press)

In einem weiteren Post bezeichnete er Emma González als "Verräterin" und "Verliererin". Die Schülerin gehört zu den Überlebenden des Parkland-Massakers vom 14. Februar, bei dem ein 19-jähriger Amokläufer an ihrer Schule 17 Menschen tötete. Sie wurde nach dem Amoklauf zu einer der führenden Persönlichkeiten der Bewegung gegen die Waffenlobby in den USA und hielt während der Kundgebung am vergangenen Samstag eine flammende Rede.

Fotomontage der "Alt Right"-Bewegung

Das Bild, das der Sänger postete, zeigte eine Fotomontage von González, in der die Teenagerin scheinbar die US-amerikanische Verfassung zerreißt. Auf dem Originalfoto zerreißt González allerdings eine Zielscheibe. Die Montage war unter Vertretern der sogenannten "Alt-Right"-Bewegung, die rechtsgerichtete Kräfte in den USA vereint, tausendfach geteilt worden.

In einem letzten Post äußerte sich Hughes zudem zu der Welle an Kritik, die ihm seither entgegenschwappt. "Ich habe immer an das Motto geglaubt, dass ich vielleicht nicht mit dem übereinstimme, was ihr sagt, aber ich werde für euer Recht sterben, es sagen zu dürfen. Es macht mich traurig, dass so viele Menschen nicht nach dieser Devise leben", so der Musiker. Als Konsequenz werde er jetzt einen zweiten Instagram-Account anlegen, der allein für seine politischen Überzeugungen da sein soll. Seinen aktuellen Account werde er in Zukunft nur noch dem Rock'n'Roll widmen.

Mittlerweile hat Hughes sämtliche Posts, die sich mit der "March for Our Lives"-Bewegung beschäftigten, gelöscht. Möglicherweise hat er einige seiner Aussagen inzwischen ja nochmal überdacht. Möglicherweise war ihm aber auch nur der Gegenwind, der ihm entgegenschlug, zu viel. Oder aber er möchte seine Ankündigung bereits jetzt wahr machen und seinen aktuellen Account nur noch für Mitteilungen zu seiner Musik nutzen.

Quelle: n-tv.de, vpr/spot

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