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"Ich liebe Nazis" Kanye West preist Hitler für Autobahnen

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"Wir müssen aufhören, die Nazis die ganze Zeit zu dissen", findet West.

(Foto: dpa)

Mit antisemitischen Auslassungen vergrault Kanye West nicht nur Fans, sondern auch Kooperationspartner. Nach dem Motto "Ist der Ruf erst ruiniert ... " macht er jetzt im Interview mit dem Verschwörungsideologen Alex Jones da weiter, wo er kürzlich bei Twitter aufgehört hat.

Der wegen antisemitischer Äußerungen in Verruf geratene US-Rapper Kanye West hat erneut für Empörung gesorgt. "Ich mag Hitler" und "Ich liebe Nazis", sagte der Musiker und Modeunternehmer in einem Interview mit dem bekannten ultrarechten Verschwörungsideologen Alex Jones. "Ich sehe auch gute Dinge bei Hitler." Kurz nach diesem Auftritt gab das rechte Online-Netzwerk Parler bekannt, dass sein geplanter Verkauf an West abgesagt wurde.

"Dieser Kerl (...) hat Autobahnen erfunden und das Mikrofon, das ich als Musiker benutzt habe", sagte der Rapper, der sich in Ye umbenannt hat und bei dem Interview eine schwarze Maske trug, die sein gesamtes Gesicht verdeckte. "Man kann nicht laut aussprechen, dass diese Person jemals was Gutes getan hat, und ich mache das nicht mehr mit."

Als Jones entgegenhielt, die Nazis hätten "richtig schlechte Dinge" getan, antwortete West: "Aber sie haben auch gute Dinge getan. Wir müssen aufhören, die Nazis die ganze Zeit zu dissen. (...) Ich liebe Nazis." Bei dem Interview auf Jones' Plattform "Infowars" war auch der bekannte Antisemit und Holocaust-Leugner Nick Fuentes anwesend, mit dem West vergangene Woche bei Ex-Präsident Donald Trump zu Abend gegessen hatte.

Die Äußerungen des Rappers sorgten umgehend für empörte Reaktionen. Die Organisation Republican Jewish Coalition, die sich als Brücke zwischen der Republikanischen Partei und der Jüdischen Gemeinschaft ansieht, bezeichnete West als "abscheulichen, widerwärtigen Fanatiker, der die jüdische Gemeinschaft mit Drohungen und nazi-artiger Verleumdung ins Visier genommen hat". West, Fuentes und Jones würden ein "widerliches Triumvirat von Verschwörungstheoretikern, Holocaust-Leugnern und Antisemiten" bilden. Der israelische Botschafter in den USA, Michael Herzog, äußerte sich "angewidert" über das West-Interview. "In einer Zeit, in der Antisemitismus zunimmt, ist es alarmierend, dass eine solche abscheuliche Rhetorik eine Plattform bekommt und legitimiert wird."

Gefährdet West Trumps Wahlkampf?

West, bei dem 2016 eine bipolare Störung diagnostiziert wurde, ist in der Vergangenheit wiederholt mit antisemitischen Äußerungen aufgefallen. Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas beendete im Oktober mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit dem 45-Jährigen, nachdem West bei Twitter Drohungen gegen Juden ausgesprochen hatte. Auch andere Unternehmen wie die Modemarke Balenciaga haben ihre Partnerschaft mit West eingestellt.

In Online-Netzwerken stießen die Äußerungen von West ebenfalls auf Empörung - inmitten dieser verkündete Parler das Aus für seinen geplanten Verkauf an den US-Rapper. Diese Entscheidung sei im gegenseitigen Einverständnis bereits "Mitte November" getroffen worden, erklärte das Parler-Mutterhaus Parlement Technologies. West und Parler hatten Mitte Oktober verkündet, dass der Rapper das 2018 gegründete rechte Online-Netzwerk kaufen wolle. Dieses hat sich besonders bei Trump-Anhängern etabliert. West hatte seine Kaufabsicht damit begründet, dass er die Meinungsfreiheit verteidigen wolle - zudem suchte er offenbar eine neue Plattform, nachdem Einträge von ihm auf Instagram und Twitter gelöscht worden waren.

Zuletzt sorgte der jahrelang mit Reality-TV-Star Kim Kardashian verheiratete West für Irritationen, als er zusammen mit Fuentes bei Trump in dessen Anwesen Mar-a-Lago in Florida zu Abend aß. Trump ist wegen der Begegnung auch in den eigenen Reihen massiv unter Beschuss geraten.

So sagte der frühere Vizepräsident Mike Pence, was Trump getan habe, sei "falsch". "Ich denke, er sollte sich entschuldigen." Der Anführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, sagte, in der Partei gebe es "keinen Platz für Antisemitismus und Rassismus". Bei jedem, der sich mit Antisemiten und Rassisten treffe, sei es "höchst unwahrscheinlich, dass er jemals zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird". Trump hatte Mitte November verkündet, bei der Präsidentschaftswahl 2024 erneut antreten zu wollen. Auch Kanye West will nach eigenen Angaben kandidieren.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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