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"Zutiefst beleidigend" Kritik an Oscar-Outfit von Natalie Portman

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Natalie Portman wollte bei den Oscars ein Zeichen für mehr Gleichberechtigung setzen.

(Foto: imago images/Cinema Publishers Collection)

Mit ihrem Look will Natalie Portman bei den Oscars eigentlich ein Zeichen für mehr Gleichberechtigung setzen und den mal wieder nicht nominierten Regisseurinnen huldigen. Ausgerechnet Feministin Rose McGowan kritisiert sie dafür. Und Portman gibt ihr recht.

Bei der 92. Oscar-Verleihung am Wochenende in Los Angeles erschien Natalie Portman mit einem ganz besonderen Outfit. Eigens für diesen einen Abend hatte sie sich auf den Saum ihres schwarzen Dior-Umhangs die Namen von Regisseurinnen gestickt, die im vergangenen Jahr durchaus tolle Filme abgeliefert haben, aber dennoch nicht nominiert wurden. Wieder einmal standen nur Männer auf der Nominierungsliste der Kategorie "Beste Regie", in der am Ende Bong Joon-ho für "Parasite" gewann.

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Unter anderem huldigte die Schauspielerin auf diese Weise Greta Gerwig für "Little Woman", Lorene Scafari für "Hustlers" und Lulu Wang für "The Farewell". Eigentlich doch eine nette Idee, sollte man meinen. Doch Kollegin Rose McGowan sieht das völlig anders. In einem langen Post bei Facebook schrieb sie, dieses Statement sei "zutiefst beleidigend" für jene, die sich tatsächlich engagieren.

Portman sei heuchlerisch und fördere ihrerseits keine Frauen: "In deiner sehr langen Karriere hast du gerade mal mit zwei Regisseurinnen gearbeitet - eine davon warst du selbst. Deine eigene Produktionsfirma hat einmal eine Regisseurin eingestellt: dich", schimpfte McGowan.

"Ich stimme Rose zu"

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Goldene Stickereien für Regisseurinnen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wer jetzt glaubt, Portman ginge in die Verteidigungshaltung, der irrt. Im Gegenteil, sie gibt ihrer Kritikerin in einem Statement, das das US-Portal "People" zitiert, sogar recht. "Ich stimme Rose zu, dass es falsch ist, mich als 'mutig' zu bezeichnen, nur weil ich ein Kleidungsstück mit Frauennamen trage", heißt es dort demnach. "Diesen Begriff verbinde ich eher mit jenen Frauen, die in den letzten Wochen unter unglaublichem Druck gegen Harvey Weinstein ausgesagt haben." McGowan gehört zwar nicht zu den Frauen vor Gericht, doch sie war eine der ersten Schauspielerinnen, die dem Filmmogul 2017 sexuelle Belästigung vorwarfen und den Stein damit ins Rollen und Weinstein zu Fall brachten.

Es stimme, dass sie in der Vergangenheit nur wenige Filme mit Frauen gedreht habe, schrieb Portman laut "People" weiter. Aber sie habe schon Kurzfilme, Werbespots, Musikvideos und Spielfilme mit Marya Cohen, Mira Nair, Rebecca Zlotowski, Anna Rose Holmer, Sofia Coppola und Shirin Neshat realisiert. "Ich habe stets versucht, mit Regisseurinnen zu arbeiten." Doch viele Projekte seien einfach nicht zustandegekommen.

Quelle: ntv.de, nan