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Wegen Corona-Äußerungen Kritiker werfen Bryan Adams Rassismus vor

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Bryan Adams ist Veganer und kämpft schon lange für Tierrechte.

(Foto: imago stock&people)

Musiker Bryan Adams will eigentlich auf Tour gehen, doch aufgrund des Coronavirus wird daraus erstmal nichts. Darüber ist der Kanadier ziemlich sauer und findet die Schuldigen für die Pandemie auf dem Lebendtiermarkt in China. Für sie hat er einen persönlichen Rat in petto.

Der kanadische Rockstar Bryan Adams musste wegen der Corona-Krise seine Tour absagen. Der "Summer of 69"-Sänger und Promi-Fotograf macht seiner Wut darüber in den sozialen Netzwerken Luft. Für seine Aussagen hagelt es nun jede Menge Kritik.

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Adams war offenbar extrem erbost darüber, mehrere Gigs in der Royal Albert Hall in London streichen zu müssen. Den Schuldigen dafür hatte der 60-Jährige schnell ausgemacht: die Verkäufer auf den chinesischen sogenannten "wet markets". "Heute Nacht hätten eine Reihe von Gigs in der Royal Albert Hall begonnen, aber dank beschissenen, Fledermäuse essenden, Wet-market-Tiere-verkaufenden, virusverursachenden, geizigen Bastarden steht die Welt nun still. Ganz zu schweigen von denen, die an dem Virus leiden oder gar gestorben sind", schrieb Adams zu einem Video, in dem er den Song "Cuts Like A Knife" (übersetzt: "Wie ein Stich ins Herz") von 1983 singt.

"Werdet vegan!"

Dabei hätte man das Virus seiner Meinung nach ganz leicht abwenden können: "Meine Nachricht an sie - außer 'Habt ihr ja verdammt toll gemacht!' - ist: Werdet vegan!" Viele Nutzer kritisieren Adams Aussagen als rassistisch und enttäuschend. Andere zeigen dagegen Zustimmung und heben den Einsatz des langjährigen Veganers für Tierrechte hervor.

Auch in Kanada sorgte die Äußerung für Entrüstung. Amy Go, die Präsidentin der Organisation CCNC-SJ, die sich für die Rechte chinesischstämmiger Kanadier einsetzt, wies auf die Vorbildrolle des Musikers hin: Viele Leute würden zu Adams als Idol aufschauen. Seine Äußerungen befeuerten einen rassistischen Hass, der ohnehin seit der Corona-Pandemie gegen Chinesen und Asiaten in Kanada aufgekommen sei, sagte Go dem Sender CBC: "Das ist so unverantwortlich und einfach so, so, so, so rassistisch."

Virus wohl tierischen Ursprungs

Auch auf Twitter wurden Adams' Aussagen kritisiert: "Wie viele Menschen sind schon gestorben und du heulst darüber, dass ein paar Shows abgesagt wurden?", schrieb ein User und ein anderer meinte: "Selbst Kanadier wie Bryan Adams posten rassistische und xenophobe Scheiße. Dieser Post ist super widerlich. Und faktisch unkorrekt." Der Tweet ist inzwischen gelöscht.

Noch ist der Ursprung von Sars-CoV-2 allerdings ungeklärt. WHO-Sprecherin Fadela Chaib sagte dazu Ende April: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Virus tierischen Ursprungs ist." Es sei aber nicht klar, wie es sich auf Menschen übertragen habe, doch es habe sicherlich ein Tier gegeben, das es vorübergehend in sich getragen habe. Alles deute darauf hin, dass es Ende vergangenen Jahres seinen Ursprung bei Fledermäusen in China genommen habe.

Quelle: ntv.de, nan/dpa