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"Ist in die Hose gegangen" Künstler springen bei #allesdichtmachen ab

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Möchte "nicht mit Aluhütchen oder dergleichen verglichen werden": Meret Becker.

(Foto: imago images/POP-EYE)

Mit ironischen Videos wollen mehr als 50 Schauspieler Kritik an der Corona-Politik üben. Dass sie dabei Applaus von der falschen Seite bekommen, bewegt manche von ihnen zum Umdenken. Nach Heike Makatsch lassen nun auch Meret Becker und Ken Duken ihre Beiträge löschen.

Die Schauspielerin Meret Becker - bekannt aus dem "Tatort" - und ihr Kollege Ken Duken ("Traumfabrik") haben sich von der Videoaktion #allesdichtmachen distanziert. Kunst müsse Fragen stellen können, sagte Becker in einem Beitrag bei Instagram. "Aber diese Aktion ist nach hinten losgegangen." Sie werde das Video runternehmen lassen. "Und ich entschuldige mich dafür, dass das falsch verstanden werden konnte."

Mehrere Schauspieler hatten mit ironisch-satirischen Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert. Neben Becker machten Künstler wie Jan-Josef Liefers, Ulrich Tukur und Volker Bruch mit. Einige andere prominente Kollegen reagierten entsetzt.

Becker sagte, sie lasse sich impfen, trage Maske, halte Abstand und lasse sich testen, wenn sie mit Menschen in Kontakt trete. Das sei damit nicht gemeint. Dass die Aktion instrumentalisiert werde von der rechten Seite, sei das Letzte, was sie gewollt habe. "Ich möchte auch nicht mit Aluhütchen oder dergleichen verglichen werden." Es sei eine vielleicht zu zynisch gestaltete Kunstaktion gewesen.

"Jetzt gibt's auf die Nase"

Sie kritisierte, in der Pandemie sei immer eine Tür für die Wirtschaft offengehalten worden. Die Theater seien zu, aber die Flieger voll. Menschen müssten zur Arbeit gehen, damit die Industrie weiterlaufe. Es gehe auch darum, dass Menschen allein sterben. "Wir hätten vielleicht mehr das sagen sollen, was eigentlich gemeint ist", sagte Becker. Sie habe das auch geäußert und gezweifelt. Die Kunstfreiheit oder das Infragestellen von Dingen hätten sie dann doch überzeugt, mitzumachen. "Jetzt gibt's auf die Nase."

Schauspieler Ken Duken schrieb bei Instagram, er distanziere sich von rechtem Gedankengut und rechten Ideologien. Die Gefahr, die von der Corona-Pandemie ausgehe, sei ihm mehr als bewusst. Er habe sich auch nicht über die Opfer oder ihre Angehörigen lustig machen wollen. "Ich befürworte sinnvolle Maßnahmen und eine Impfstrategie. Diese Aktion ist gründlich in die Hose gegangen. Ich entschuldige mich für jegliche Missverständnisse."

Zuvor hatten bereits andere teilnehmende Künstler auf die Kritik reagiert. So ließ auch Schauspieler Richy Müller sein Video entfernen - ebenso wie Heike Makatsch. Sie distanzierte sich zudem von "rechtem Gedankengut". Auch Jan Josef Liefers distanzierte sich von "Querdenkern" und Rechten. Sein Video ist jedoch weiter Teil der Aktion.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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