Unterhaltung

"Tränen in den Augen" Mandokis Soulmates rocken Hamburg

mandokileslie.jpg

Leslie Mandoki hat Hamburg gerockt - und Hamburg ihn.

(Foto: Fabian Muschelknautz (Red Rock Production))

"Welcome back to the revolution!" So schlicht und ergreifend könnte man es benennen, wenn die "Band der Bandleader" auf der Bühne steht. Nach dem neuen Album nun die Tour - und der Anfang in Hamburg war schon mal fulminant: Leslie Mandoki und Band haben alles gegeben.

Zuletzt standen sie auf Einladung der Grammy-Organisation in New York Citys ehrwürdigem Beacon Theatre auf der Bühne, in dem auch "Shine a Light" von den Rolling Stones aufgezeichnet wurde. Das New Yorker Publikum feierte die Soulmates damals mit Standing Ovations - genau wie jetzt das Hamburger Publikum. Leslie Mandoki verrät n-tv.de: "Wir haben unser ganzes neues Material gespielt und die Leute sind so emotional mitgegangen, dass ich Tränen in den Augen hatte." Das Konzert in New York war die Inspiration und der Startschuss für das neue Konzept-Doppelalbum der Mandoki Soulmates "Living In The Gap + Hungarian Pictures", das sich ungewöhnlich deutlich mit gesellschaftspolitischen Themen befasst und voller musikalischer Leidenschaft den Progressive Rock quasi neu definiert.

Die Großmeister eben dieses Progressive Rock und Jazz Rock spielen gemeinsam auf dem Doppelalbum, das auf Nummer 14 in die offiziellen Mainstream Verkaufs-Charts eingestiegen ist, und teilen sich auch live eine Bühne. Mit dabei Legenden wie Bobby Kimball (Toto), Chris Thompson (Manfred Mann's Earth Band), Nick van Eede (Cutting Crew), Tony Carey (Rainbow), John Helliwell und Jesse Siebenberg (Supertramp), Mike Stern, Randy Brecker, Bill Evans und Leslies Tochter Julia Mandoki. Mit diesem beeindruckenden Line-Up setzen die Soulmates ein deutliches Zeichen gegen die Spaltung und für die verbindenden Elemente in unserer Gesellschaft - ganz im Zeichen und in der Tradition von Woodstock.

Band der Bandleader

mandokil.jpg

Verbinden statt trennen!

(Foto: Fabian Muschelknautz (Red Rock Production))

Live legen die Soulmates musikalisch alles in die Waagschale, was diese künstlerische Wertegemeinschaft zu bieten hat: Nicht nur die textlichen Inhalte, sondern auch den Sound. Soulmates treffen den Nerv unserer Zeit und brechen mit sämtlichen Formatvorgaben der letzten Jahrzehnte. Ausgedehnte Instrumentalparts, Klangmalereien wie zu besten Bewusstseinserweiterungszeiten und endlose Soli von den Helden der Improvisationskunst. Die Konzerte sind geprägt vom Zusammenspiel aller Künstler als eine Weltstar-Band, bei der jeder Einzelne sein Ego hinten anstellt. Die "Band der Bandleader" setzt neue Maßstäbe und klingt dabei zeitgemäß und modern wie nie zuvor. Diese Musik steht nicht nur für Virtuosität, sondern vor allem für handgemachte Kunst. Oder wie Leslie Mandoki es im Interview mit n-tv.de vor einiger Zeit bereits beschrieben hat: "Auch in Zeiten von Twitter, Social Media und Kurznachrichten auf dem Smartphone ist Musik für uns immer noch wie ein mit Tinte auf Papier handgeschriebener Liebesbrief an unser Publikum."

mandokileslie1.jpg

Ausverkauft!

(Foto: Fabian Muschelknautz (Red Rock Production))

Über all dem steht für Mandoki stets seine Vision: "Wir wollen die Musik dahin zurückbringen, wo sie hingehört: In den Idealismus, zur Rebellion, zur Unangepasstheit. Rockmusik hat erst dann seine wirkliche Berechtigung, wenn sie eine gesellschaftspolitische Botschaft hat und wenn sie für eine bessere, aus unserer Sicht auf alle Fälle eine tolerantere Welt eintritt." You may say he's a dreamer - aber genau deswegen hat die Konzertreihe "Hungarian Pictures", wie auch das neue Doppelalbum, eine unmissverständliche Botschaft: "Welcome back to the revolution!" Abgerundet werden die Konzerte durch bemerkenswerte Bildprojektionen: Sie alle thematisieren die Botschaft, die Mandoki auch in seinen Ansagen ausspricht. "Wir müssen gemeinsam aufstehen für eine friedliche, freie und tolerante Welt und wir müssen die Fackel an die nächsten Generationen, die 'young rebels', weitergeben. Wir wollen mit unseren Songs wieder das Verbindende in den Vordergrund stellen anstatt das Trennende."

Es folgen vorerst noch drei weitere Konzerte: Die Mandoki Soulmates spielen zum allerersten Mal in Mandokis Heimatstadt am 7. November im Circus Krone in München, am 8. November im Konzerthaus Dortmund und geben ein Festtags-Konzert am 9. November zum 30. Jahrestag des Mauerfalls im Konzerthaus am Gendarmenmarkt Berlin.

Quelle: n-tv.de, soe

Mehr zum Thema