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Livestream des Täters? Mann will Nipsey Hussle getötet haben

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Ermias Asghedom aka Nipsey Hussle wurde nur 33 Jahre alt. Seine Karriere hatte eben erst so richtig Fahrt aufgenommen.

(Foto: imago/Starface)

Rapper Nipsey Hussle wird in L.A. erschossen. Der Täter soll ein Gang-Mitglied sein und ist derzeit noch auf der Flucht. Jetzt taucht ein Livevideo mit einem Geständnis auf. Unterdessen werden bei einer Mahnwache für Hussle mehrere Menschen verletzt.

Am Sonntag wurde der 33-jährige Rapper Nipsey Hussle auf dem Parkplatz vor seinem Klamottengeschäft in Los Angeles erschossen. Der Täter entkam in einem Auto, konnte von der Polizei jedoch als Eric Holder alias Shitty Cuz identifiziert werden. Der 29-Jährige soll der Gang "Rollin 60's Crips" angehören und ist derzeit noch auf der Flucht.

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Jetzt veröffentlicht unter anderem das US-Promiportal "TMZ" das Video eines Instagram-Livestreams, in dem ein Mann die Ermordung von Hussle gesteht. Wie die Seite weiter berichtet, könnte es sich laut Polizei tatsächlich um den Gesuchten handeln. Der Mann in dem Clip zeigt offen sein Gesicht und begründet das damit, dass die Tat "sowieso jeder gesehen" habe und es viele Augenzeugen gebe.

"Der einzige Ami, der mir wirklich wichtig war"

Hussle hatte offenbar eine Kollaboration mit einem deutschen Rapper geplant. Bonez MC von der Hamburger Rap-Crew 187 Strassenbande hat nach eigener Angabe eben erst das Feature mit Nipsey Hussle abgesprochen. Seinen Part hatte der 33-Jährige wohl soeben aufgenommen, um ihn an Hussle zu schicken. Stunden später war der US-Rapper tot.

Bonez MC verabschiedete sich von ihm mit einem langen Statement in seiner Instagram-Story: "Seit über einem Jahr wollen wir das mit Nipsey Hussle eintüten, für mein Album. In den letzten Tagen haben wir dann endlich die richtigen Menschen getroffen, da er normalerweise nur Features mit Leuten aus seinem eigenen Umfeld macht ... Es war DAS Feature für mein Album, der einzige Ami, der mir wirklich wichtig war", schreibt Bonez MC enttäuscht und betroffen. Feature und Video seien am Todestag erst zugesichert worden, heißt es weiter. "Wir von euch / Who Of U" sollte der gemeinsame Track laut Bonez MC heißen. Gedreht werden sollte das Video dazu in eben jenem Laden, vor dem Hussle nun erschossen wurde.

Verletzte bei Mahnwache

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Am Abend hatten sich Hunderte Menschen am Tatort versammelt, um Ermias Asghedom, wie Hussle eigentlich hieß, zu gedenken, als plötzlich eine Massenpanik ausbrach. Sechs Menschen wurden verletzt, einige offenbar mit Messern, wie das Los Angeles Police Department (LAPD) mitteilte. Genauere Angaben wollte das LAPD aufgrund der unübersichtlichen Lage bislang noch nicht machen.

Zuletzt war Nipsey Hussle nach langer Durststrecke als Musiker endlich erfolgreich. Sein erstes Album "Victory Lap" war im Februar für einen Grammy als bestes Rap-Album nominiert, verlor allerdings gegen Cardi B und ihren Longplayer "Invasion Of Privacy".

"Zu früh gegangen", schrieb Rapper Snoop Dogg auf Instagram. Er sei "traurig" und erinnere sich an die guten Zeiten, die beide gehabt hätten. Pop-Diva Rihanna schrieb auf Instagram, sie sei "erschüttert". "Das ergibt keinen Sinn." Sänger John Legend twitterte: "Er war so talentiert, so stolz auf seine Heimat, so engagiert in seiner Gemeinde. Komplett fassungslos, dass er so früh von uns gegangen ist." Er habe erst vor einigen Tagen an einem Musikvideo mit Hussle gearbeitet.

Hussle stammte aus einer von Bandenkriminalität geprägten Gegend der Metropole und machte schon früh Erfahrung mit der berüchtigten Gang Crips. In einem Interview mit der "Los Angeles Times" sagte er vergangenes Jahr: "Es war wie das Leben in einem Kriegsgebiet, wo die Menschen in den Häuserblocks sterben und jeder ein wenig abgestumpft ist."

Quelle: n-tv.de, nan

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