Unterhaltung

Bekanntesten Sohn verstoßen Mannheim stellt sich gegen Xavier Naidoo

Der Sänger Xavier Naidoo. Foto: Alexandra Wey/Keystone/dpa/Archivbild

Trägt heute Aluhut statt Schiebermütze: Xavier Naidoo

(Foto: Alexandra Wey/Keystone/dpa/Archivbild)

Immer mehr Städte stellen sich gegen einen Auftritt des inzwischen als Aluhut-Träger bekannten Sängers Xavier Naidoo. War es zuletzt Rostock, will nun sogar seine Heimatstadt Mannheim ein Konzert des bekanntesten Ex-Mitglieds der Söhne Mannheims unterbinden und appelliert an den Veranstalter.

Einst dürfte man im Mannheim stolz auf ihn gewesen sein. Damals, in den 1990ern und 2000ern, als er mit Hits wie "Dieser Weg", "Ich kenne nichts" und "20.000 Meilen" Hits landete. Inzwischen aber ist Xavier Naidoo vielerorts in Ungnade gefallen und nicht mal mehr in seiner Heimatstadt ein gern gesehener Gast.

Nachdem sich zuletzt Rostock für ein Auftrittsverbot des Verschwörungstheorien verbreitenden Musikers aussprach, zieht Mannheim nun nach. Grund dafür ist sein neuester Song mit dem Titel "Ich mache da nicht mit", den er mit der Rap-Crew Rapbellions aufgenommen hat.

Im Text machen die Beteiligten ihrem Unverständnis hinsichtlich der Corona-Impfungen und dem Tragen von Masken zur Eindämmung der Pandemie Luft. Das tun sie unter der Verwendung der bei Verschwörunsmythikern beliebten Begriffe "Weltverschwörung", "Killuminati" und alles zum "Schutz der eigenen Kinder". Unter anderem heißt es: "Ich mach da nicht mit, es kann gar nicht sein, euer Gift kommt in unsere Körper nicht rein. Die Geschwister und ich, wir wagen den Schritt, wir machen nicht mit." Im Video wurde sogar ein Impfzentrum gesprengt, Youtube löschte den Clip bereits.

Behörden nehmen Veranstalter in die Pflicht

Seine kruden Äußerungen und die Nähe zu den Reichsbürgern sorgten dafür, dass der für den August geplante Auftritt Naidoos in der Stadthalle Rostock kürzlich von der Rostocker Bürgerschaft abgesagt wurde. Nun hat auch Mannheim genug von dem Mann, der einst mit den Söhnen Mannheims die Stadt musikalisch vertrat. Sein Gig im Oktober in der SAP Arena soll nicht stattfinden, wenn es nach den Behörden geht. Die SAP Arena solle prüfen, "ob sie einem Künstler, der immer weiter ins Abseits driftet und nun mit Antisemiten und Rechtsextremisten Musik macht, eine Bühne bieten will, die er erwartbar nicht nur musikalisch nutzen wird", heißt es.

Auch die verbliebenen Söhne Mannheims distanzieren sich deutlich von Naidoos Aussagen und wollen schon seit längerer Zeit nicht mehr mit ihm in Verbindung gebracht werden. "Oft werden wir gefragt, wie wir heute zu Xavier stehen. Er hat sich bereits 2017 bewusst dazu entschieden, sich ausschließlich auf seine Solo-Projekte zu fokussieren. Seitdem singt und spricht Xavier in seinem eigenen Namen. Wir sind dankbar für seine musikalische Inspiration und für alles, was er in mehr als zwei Jahrzehnten für die Band geleistet hat. Heute gehen wir, die Söhne Mannheims, aber unabhängig unseren eigenen Weg", hieß es bereits 2020 in einem Statement der Band.

Quelle: ntv.de, nan

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