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Vip Vip, Hurra! Marvin Wildhage nimmt Influencer aufs Korn

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Auch Reality-TV-Star Vanessa Mariposa ging Marvin Wildhage auf den Leim.

(Foto: imago images)

Dass Influencer Werbung machen, ist nichts Neues. Oft wird dabei gelogen, dass sich die Balken biegen. Marvin Wildhage zeigt, wie durchtrieben es in der Branche teils zugeht. Vorhang auf für den Influencer-Schreck!

Influencer sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Weil sie oft eine riesige Reichweite mitbringen, sind sie vor allem für Werbefirmen interessant. Aber nicht nur! Auch Verlage buhlen aus marketingtechnischen Gründen um die neuen Promis von heute.

Influencer scharwenzeln bei Filmpremieren über die roten Teppiche, sind gern gesehene Gäste auf Partys und bringen Glamour in die Bude. Wenn man das Ganze aber mal runterbricht und der Wahrheit ins Auge sieht, werden hier im Grunde eine Art Staubsaugervertreter künstlich zu Stars hochgepusht, die im Grunde nichts anderes machen, als auf ihren Social-Media-Kanälen Produkte anzupreisen, die oft überteuert und noch öfter der reinste Tinnef sind. Da werden Zahnschienen verhökert, Tees und Kerzen und hey, sichert euch doch bitte alle ganz schnell den Rabattcode: Verarschehoch3!

Lange schon wird schlicht ignoriert, wie gefährlich es für unsere Gesellschaft sein kann, wenn Influencer in Bereiche vordringen, von denen sie überhaupt keine Ahnung haben. Der Promi-Status, der vielen anhaftet, ist größtenteils vollkommen überzogen. Natürlich gibt es auch seriöse Influencer. Aber eben auch sehr viele, die ihre Reichweite missbrauchen, ihre Follower belügen und ihnen das Geld aus der Tasche ziehen. Selbst schuld, wer sowas mit sich machen lässt, werden Sie nun vielleicht sagen, liebe Leserinnen und Leser - und deshalb kommt jetzt der Moment, Ihnen in der heutigen Ausgabe von "Vip Vip, Hurra!" den Kollegen Marvin Wildhage vorzustellen.

Gleitcreme, Uran und Fake-Laura

Sie haben noch nie von Marvin Wildhage gehört? Dann wird's aber allerhöchste Eisenbahn! Der Journalist ist nämlich so etwas wie ein Influencer-Schreck und zeigt mit seinen herrlichen Projekten eine Verlogenheit auf, die in dieser Branche an fast allen Ecken und Enden zugegen ist. Auf Nachfrage erzählt mir Marvin Wildhage: "Die Vermutung, dass Influencer durch Geld ihre Meinung beeinflussen lassen, gibt es ja schon ewig. Das wollte ich dann auch gerne mit meinem ersten Influencer-Streich 'Hydro Hype' 2021 beweisen."

Dafür hat der erfolgreiche Youtuber "eine gewöhnlich aussehende Beauty Creme entworfen, die einen unglaublichen Anti Aging Effekt versprach" und, schwupp: waren die Influencer auch schon zur Stelle und rührten kräftig die Werbetrommel. Tatsächlich handelte es sich bei dem Produkt allerdings um Gleitgel.

Hätten die Werbebotschafter sich auch nur eine Sekunde mit den Inhalten beschäftigt, wüssten sie, dass sie verhohnepipelt wurden. Denn wer wirbt für Creme, zu deren Inhaltsstoffen unter anderem "Asbest", "Pipikaka-Seed-Oil" und "Uran" gehören sollen? Stattdessen schwärmten einige Influencer sogar vom Vorher-Nachher-Effekt. Hereingefallen auf die Fake-Creme sind gleich etliche Leute mit bekannten Namen aus der Branche, darunter auch die "Club der guten Laune"-Kandidatin Vanessa Mariposa.

Übrigens steckt Marvin Wildhage auch hinter dem Bluff rund um ein Foto, das vermeintlich die Wendler-Gattin Laura Müller mit einem Schwangerschaftsbäuchlein in einem US-amerikanischen Supermarkt zeigte. Etliche Medien waren damals auf das Bild, das in Wahrheit Nina Reh, die Freundin von Ikke Hüftgold zeigt, hereingefallen.

Als Journalist ist er ein guter Beobachter. Und so ist auch ihm nicht entgangen, dass immer mehr Influencer Werbung für neue Kinofilme machen. Prompt hat er den nächsten Kracher-Einfall: "Gemeinsam mit meinem Kollegen Aaron Troschke stellte ich mir die Frage, was man denn tun soll, wenn man einer Kooperation zugesagt hat, aber der Film dann alles andere als gut wird. Schon war die Idee für meinen Fake-Film A HOLE geboren."

Und so hat der Youtuber, der gefürchtet, gefeiert und auch verklagt wird, erneut Influencer und TV-Sternchen mit großer Reichweite aufs Glatteis geführt. Dieses Mal lud er als Fake-Regisseur eines Fake-Kinofilms zu dessen Fake-Premiere ein. Inszeniert wurde das Ganze im Berliner Zoopalast, "inklusive Paparazzi am roten Teppich".

Stürmt alle die Kinosäle!

Geladen zur Premiere waren unter anderem: Reality-TV-Teilnehmer Calvin Kleinen und Prinzessin Xenia von Sachsen. Auch mit von der Partie: Melodie Haase, die traurige Berühmtheit erlangte, als sie in dem Nackedei-Format "Adam sucht Eva" einem anderen Kandidaten ins Gesicht spuckte. Ebenfalls anwesend: Christin Okpara, die es dieses Jahr beinahe ins "Dschungelcamp" geschafft hätte, aber wegen "Unstimmigkeiten zum Impfstatus" vorzeitig ausschied.

Die Fake-Premiere um den Fake-Kinofilm sorgt seit Tagen für jede Menge Gesprächsstoff, denn im öffentlich zugänglichen Kinosaal flogen, wie Wildhage schildert, "ordentlich die Fetzen und das, obwohl die teilnehmenden Influencer wussten, dass dort Kameras aufgestellt sind." Allein auf Youtube wurde die Film-Finte mehr als eine Million Mal angeklickt. Ein herrlicher Coup, von dem gewiss so mancher TV-Macher träumen dürfte.

Eine der Aufgaben eines Influencers ist es, Werbung für Produkte zu machen. Auch wenn das Produkt schlecht ist? Während Melodie Haase die Einzige ist, die Wildhage nicht auf den Leim geht, machen die anderen fleißig Werbung für den "schlechtesten Film aller Zeiten" und belügen feist ihre Community, doch bitte unbedingt die Kinosäle zu stürmen.

In einer Zeit, in der den Leuten Corona-Kaugummis, billige Zahnschienen und der allergrößte, überteuerte Mist über soziale Medien angedreht wird, sorgt jemand wie Wildhage nicht nur für frischen Wind, sondern hoffentlich auch ein bisschen für ein Umdenken in einer Branche, die inzwischen nicht nur vollkommen pervertiert, sondern jenseits von Gut und Böse scheint.

Er selbst sagt, er sähe es in seiner "journalistischen Sorgfaltspflicht, das Fehlverhalten einiger Teilnehmer zu zeigen." Ein wenig erinnern die Nummern an "Verstehen Sie Spaß!" Möge Marvins Trickkiste noch lange nicht ausgeschöpft sein. Bis nächste Woche!

Quelle: ntv.de

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